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Krisenkommunikation à la #AlteLeipziger

Was wird alles publiziert zu den Regeln guter Krisenkommunikation. Gerade in Zeiten von Social Media und rasend schneller Verbreitung von Meinungen ist es wichtig für ein Unternehmen, sich damit auseinander zu setzen und mit den sozialen Medien, in denen man sich bewegt und mit deren Nutzern, die über einen reden. Tut man das nicht, passiert es schnell, dass einem ein Thema auf die Füße fällt, wie es derzeit der Versicherungskonzern #Alte Leipziger erlebt.

Was war passiert?

Ende vergangene Woche kam Kritik auf an Erkärvideos des Konzerns zu seinen Versicherungen, weil die Videos die Rollenklischees der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bedienen. Das Unternehmen reagierte wie folgt:

Reaktion Schritt 1: Kritik nicht ernst nehmen

Am Freitag und am Wochenende gab es E-Mails an den Konzern, Nachfragen auf Facebook und Blogbeiträge. Der Presssesprecher antwortete mit immer den gleichen Worten, schön, dass man sich mit den Videos beschäftige. Das sei ja alles augenzwinkernd gemeint.

Diese Reaktion, die auf die jeweilige Kritik überhaupt nicht einging, die Kritiker nicht ernst nahm, machte selbige erst wütend. Eine Bloggerin wurde sogar von einem Vertreter des Konzerns kontaktiert und bissig gefragt, ob sie „so einem Feministenverein“ angehöre, weil sie das Video kritisierte. Das ging nach hinten los. Es gab umso mehr Posts auf Facebook und Twitter sowie Blogbeiträge.

Reaktion Schritt 2: Kosmetische Korrekturen

Anfang der Woche, als die Kritik und das Rumoren im Netz lauter und eines der Erklärvideos durch das Netz gereicht wurden, hat man das Ende des Videos gekappt. Der fürsorgliche Ehemann wird nun nicht mehr von seiner Frau mit seinem Lieblingsessen bekocht. Muss das Ehepaar jetzt hungern?

Katja Heimann-Kiefer kommentierte auf Twitter dazu: „Die Kochszene ist eher so der Blinddarm des Problems.“ Entsprechend verstummte die Kritik auch nicht, sondern griff die wortlose Kosmetik des Konzerns auf.

Reaktion Schritt 3: Kritik ignorieren

Heute, Mittwoch, griff das Fachmagazin Versicherungswirtschaft heute das Thema auf. Ein Statement zur geäußerten Kritik habe der Konzern nicht abgeben wollen, schreibt die Fachzeitschrift und fasst die Bloggermeinungen zusammen. Schweigen auch auf der Facebookseite des Konzerns – jedenfalls in Bezug auf die geäußerte Kritik. Die Kommenatere bleiben unbeantwortet. Stattdessen schreibt der Konzern lieber über seine Aktivitäten bei der Ausbildung.

20150318_1247 Screenshot AlteLeipziger facebookKopf in den Sand stecken und hoffen, dass es vorbei geht. Ob das funktioniert?

Liebe AlteLeipziger, wir warten gespannt, wie Sie weiter mit der Kritik an überholten Rollenklischees  in Ihren Erklärvideos umgehen. Kriegen Sie die Kuh vom Eis oder geht es jetzt erst richtig los?

Sie wollen mehr lesen? Hier geht es zu einigen Blogbeiträgen zum Thema:

13. März 2015:

http://thea.pressevogel.com/keiner-will-mehr-eine-gesellschaft-wie-in-den-50er-jahren-wirklich/

http://mela.de/blog/2015/03/13/drei-fragen-an-die-alte-leipziger/

16. März 2015:

http://mela.de/blog/2015/03/16/reaktion-auf-meine-drei-fragen-an-die-alte-leipziger/

http://www.textzicke.de/willkommen-im-jahr-1950-ach-nee-2015-die-alte-leipziger-laedt-zur-zeitreise/

18. März 2015:

http://www.warndorf.com/2015/03/alte-leipziger/

Auf Twitter unter den Hashtags #AlteLeipziger und #aufgewacht.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Markierungen 03/19/2015 - Snippets

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