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Interviewreihe Identität: Was ist das? – Folge 00

Wurzeln

Was ist Identität eigentlich und was bedeutet das für unser Zusammenleben? In einer Interviewreihe stelle ich Menschen vor, die ich nach ihrer Einstellung zu Identität, Heimat und Vorurteilen befrage.

Wir reden in diesen Tagen viel von Identität und darüber, wer zu Deutschland gehört, was unsere Kultur ausmacht. Für mich gehören alle zu Deutschland, die hier leben. Die Pizza gehört für mich ebenso dazu wie das Schnitzel, der Döner oder Sushi. Besondere Rechte, etwa das Wahlrecht, haben zudem Deutsche, also alle, die einen deutschen Pass besitzen. Auch für manche Berufe ist der deutsche Pass Zugangsvoraussetzung. Dann haben es noch diejenigen leichter, die einen EU-Pass haben. Menschen, die weder einen EU-Pass noch einen deutschen Pass haben, müssen mit einigen Nachteilen leben. Geht aber auch.

Aber diese nüchterne Zuordnung ist selten gemeint, wenn wir im Alltag miteinander umgehen. Manche Menschen sind besonderes von Rassismus und Diskriminierung betroffen. Manche vermuten hinter jeder Ecke und Formulierung Rassismus, selbst wenn er nicht da ist. Wir alle sind schnell dabei, wenn unsere eigenen Vorurteile bedient werden und kritisch, wenn etwas entgegen unseren Vorurteilen steht.

„Wo kommst du eigentlich her?“, ist so eine Frage, die unterschiedliche Reaktionen hervorruft. Bei den einen löst sie freudige Erzähllust aus, bei anderen Empörung. Warum? Ich habe viel nachgedacht, Gespräche geführt, mich selbst beobachtet. Ich glaube, es hat viel mit dem zu tun, wie sich Menschen selbst sehen und wie sie wollen, dass sie von anderen gesehen werden bzw. welche Bedeutung und Interpretation sie der Frage geben. Es ist also eine Frage, die etwas mit Identität zu tun hat.

Ganz egal, ob man sein ganzes Leben am selben Ort wohnt, den Ort  häufig wechselt oder sogar zwischen Ländern und Sprachen reist. Viele Menschen leben in mehr als einer Identität, sie sind Italiener, Türke, Grieche und Deutscher gleichzeitig, sie sind Landkinder und Großstädter in einer Person. Manche beziehen ihre Identität aus dem Beruf, andere aus dem Milieu oder der Szene. Die einen sind Schwaben, Rheinländer, Sachsen, andere sehen sich als Europäer oder Kosmopolit.

Ich habe sehr spannende Einblicke und interessante Antworten bekommen. Jeweils freitags erscheint ein neues Interview. Nächste Woche geht es los. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.

Und vorab würde ich mich freuen, wenn Du oder Sie mir diese Frage beantworten: Woran denkst du spontan beim Wort Identität?

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Klingt sehr, sehr interessant, ich bin gespannt auf die Interviews! Identität ist meiner Meinung nach sehr schwer zu definieren, hat aber auf jeden Fall etwas mit Einzigartigkeit zu tun. Jeder Mensch hat seine eigene Identität, keine ist zweimal vorhanden. Gerade deshalb finde ich deine Interviewreihe auch so spannend. Ich denke, dass auch in dem Satz „Ich glaube, es hat viel mit dem zu tun, wie sich Menschen selbst sehen und wie sie wollen, dass sie von anderen gesehen werden bzw. welche Bedeutung und Interpretation sie der Frage geben. “ Viel Wahres steckt. In einem Artikel ( https://scarlettheredsite.wordpress.com/2017/01/02/fashion-blogs-maskenbildner-undoder-indivualisten/ ) habe ich mich unter anderem auch mit dem Thema Selbstbild und Wahrnehmung durch andere Beschäftigt. Würde mich interessieren, was du von meinem Gedankenansatz hälst… 🙂
    Lg Scarlet

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    • Liebe Scarlet,
      danke für deinen Kommentar. Ich habe deinen Artikel gelesen und direkt dort kommentiert. Und was die Interviews angeht: Eine ganze Reihe habe ich ja schon gemacht und als ich sie mir in den letzten Tagen nochmal durchlas, war ich selbst total begeistert, was die Leute so antworten. Ich hoffe, es wird dir und anderen ebenfalls gefallen.

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  2. Ich freue mich auf die Interviews. Ich finde Identität einen ebenso spannenden wie verwirrenden Begriff. Ich meine, er bezeichnet die Summe von etwas. Die Summe von dem, was uns ausmacht – neben unserem Fingerabdruck (der ein physisches Merkmal der Einzigartigkeit ist oder doch zu sein scheint) eben auch unsere Biografie, unsere genetische Ausstattung, unsere Synapsen im Kopf, unsere Ziele. Und wir bleiben ja nicht gleich, auch unsere Identität fließt…
    tja, da könnte man jetzt viel schreiben. Kurzum: Es wird spannend, Sigi!

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    • Eine gewissen Verwirrung meinerseits war tatsächlich der Auslöser für diese Serie. Ich bin gespannt, wie sie ankommt. Vielen Dank für deinen Beitrag.

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  3. Ich freue mich auf die Interviews und halte es für eine spannende Idee.

    Es ist grandios, dass du dich mit der Frage, der Identität auseinandersetzt.

    Was ist Identität. Eine schwer zu beantwortende Frage. Denn Identität ist ein Gefühl, das varriert je nach Tageszeit, Tätigkeit und Umgang.
    Natürlich ist die Identität auch ein ein wichtiger sozialer Aspekt. Denn, unsere Zugehörigkeit sichert unsere Überleben. In einer Gruppe sind wir schließlich stärker, als alleine. Wir gleichen unsere Identität häufig an die Personen in unserem Umfeld an. Wir Menschen sind anpassungsfähig und sind in der Lage in verschiedene Identitäten bzw. Rollen des Alltags zu schlüpfen.

    Identität ist also für mich ein flexibler Begriff und ein flexibles Gefühl, dass ich selbst definiere.

    Toller Beitrag! Toller Blog :*
    Hab einen schönen Tag und ich freu mich auf dir Interviews 🙂

    Liebe Grüße
    Sahra 🙂

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    • „Identität ist ein Gefühl“ – die Formulierung gefällt mir gut. Danke 🙂

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  4. Ich kann mich der Ansich von Scarlet nur anschließen.

    Identität ist ein schwer zu definierender Begriff, für mich ist es das Gleiche wie die eigene Persönlichkeit.
    Leider trifft das mit den Vorurteilen, von denen du geschrieben hast, auf die meisten zu. Wer aber – wie ich zum Beispiel – viel verreist und sich auf fremde Kulturen einlässt, wird schnell merken, dass auch Menschen anderer Nationalität, Glaubens oder Hautfarbe eben genau das sind: Menschen 🙂

    Und mit verreisen meine ich nicht große Bettenburgen, in denen man nur unter Touristen ist, sondern eher ein einfaches Hostel oder eine Wohnung über Airbnb. Dass man aber dann auch auf die Einheimischen zugehen sollte, steht außer Frage 😉 So habe ich schon viele neue Freunde finden können.

    Mensch ist Mensch 🙂

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