Suche
Suche Menü

5 Sprachspiele, die deine Kreativität trainieren

Sprachspiele - Symbolbild

An den Weihnachtstagen oder an Silvester sitzen wir zusammen, reden, feiern – und manche von uns haben Spaß an Spielen. Hier habe ich euch fünf Sprachspiele zusammengestellt, vier Kreativitätstechniken und eine Ausspracheübung, viel Potenzial zum Lachen und ganz nebenbei trainiert ihr Wortschatz, Kreativität und Sprachkompetenz. Die fünf Spiele habe ich aus meinem Linkedin-Adventskalender Sprache ausgewählt.

Inhalt

Sprachspiel 1: Wortfelder erschließen

Diese Kreativitätstechnik führt eure Gedanken spazieren und lässt sie frei. Ganz nebenbei erweitert ihr euren Wortschatz und verbessert euer Sprachgefühl.

Ihr könnt dieses Spiel in zwei Varianten spielen.

Variante A: Nehmt ein Wort und sucht möglichst viele Wörter, die dieses Wort als Teil enthalten.

Beispiel: Wörter mit Sinn

Sinnvoll, sinnstiftend, sinnentleert, sinnlos, sinnfrei, sinnieren, sinnsuchend, Sinnsuche, Sinne, der siebte Sinn, Tastsinn, Geschmackssinn, Geruchssinn, Hörsinn, Sehsinn, sich besinnen, zur Besinnung kommen, …

Nehmt zum Beispiel Freude, Dank, Gefühl, Suche und spielt damit.

Variante B: Nehmt ein allgemeines Verb, das gängig ist und häufig vorkommt. Versucht nun andere Verben zu finden, die die gleiche Tätigkeit ausdrücken, aber spezifischer sind. Ihr könnt zwei Teams bilden und wer am Ende die meisten Begriffe gefunden hat, hat gewonnen.

Beispiel: Wörter für gehen

Laufen, schwanken, hetzen, stolpern, kriechen, staksen, stöckeln, schlurfen, stürmen, flüchten, hinken, hüpfen, rennen, …

Sprachspiel 2: Legosprache und Wortschlangen bilden

Folgendes Spiel nutzt die Klebeeigenschaft der deutschen Sprache mit einer Prise Ironie.

Die allermeisten deutschen Wörter haben ein bis drei Silben. „Ich liebe dich.“ ist ein ganzer Satz, bestehend aus drei Wörtern mit insgesamt vier Silben, ebenso wie „Ich habe Durst.“ oder „Ich will schlafen.“

Aber wir können auch anders. Wie man Legosteine zusammensteckt und hohe Türme bauen kann, so können wir im Deutschen Wörter mit beliebig vielen Silben bilden.

Das längste deutsche Wort im Duden-Korpus heißt übrigens: Rinderkennzeichnungsfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz, 79 Buchstaben in 24 Silben.

Natürlich könnt ihr versuchen, dieses Wort im Spiel noch zu toppen. Aber ich sag es gleich: Einfach ist das nicht.

Variante 1: Jeder denkt sich ein möglichst langes Wort aus, das noch Sinn ergibt. Ihr zählt, wer gewonnnen hat.

Im Adventskalender entstanden diese Wörter, die etwas die vorweihnachtliche Stimmung ausdrücken:

  • Lebkuchenherzenverpackungsbastelvorlage, 39 Buchstaben in 13 Silben.
  • Vorweihnachtshausputzmuskelkaterkoma, 36 Buchstaben in 11 Silben
  • Weihnachtsanspannungsgegenmaßnahmenmeditation, 45 Buchstaben in 14 Silben
  • Adventskalenderschokoladenverkostungsveranstaltung, 50 Buchstaben, 16 Silben
  • Jahresanfangsabnehmphasenmassendiätpsychose, 43 Buchstaben, 15 Silben
  • Gartenhausaufbauanleitungshandzetteldruckmaschine, 49 Buchstaben, 15 Silben
  • Aufbauübersetzungshilfeservicemitarbeiter, 41 Buchstaben, 14 Silben

Variante 2: Ihr spielt reihum. Eine Person beginnt, zum Beispiel: Weihnachten, die nächste Person macht daraus Weihnachtsplätzen, die dritte, Weihnachtsplätzchenrezept, … und so weiter.

Die Endungen der Nomen dürfen dabei soweit angepasst werden, dass die Schnittstelle funktioniert.

Sprachspiel 3: Geschichten mehrsprachig erzählen

Um eine Geschichte in mehreren deutschen Sprachen zu erzählen braucht ihr eigentlich nur eine Geschichte, die alle kennen. In meinem Adventskalender auf Linkedin war das die Weihnachtsgeschichte. Ihr könnt aber auch zum Beispiel ein Märchen nehmen.

Nun erzählt jede Person dieselbe Geschichte in einer anderen deutschen Sprache. Wahlweise in einem der vielen Dialekte oder in einer Szene-, Milieu- oder Fachsprache. Wie würde Rotkäppchen, Brüderlein und Schwesterlein oder Dornröschen wohl auf baierisch, schwäbisch oder hanseatisch klingen? Wie in Jugendsprache, im Rockermilieu oder im Marketing-Jargon?

Lasst eurer Phantasie freien Lauf und habt Spaß!

Sprachspiel 4: Aus drei Wörtern Geschichten machen

Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat, aber die Karte mit deutschen Ortsnamen ist super Material für lustige Sprachspiele. Es gibt hierzulande Ortsnamen, da will man gar nicht wissen, wie sie entstanden sind. Bei unseren Ortsnamen beweisen wir Deutsche echt Humor. Und unsere Freund*innen in Österreich und der Schweiz stehen uns in nichts nach.

Ein Beispiel: Du kannst problemlos von Möse über Hodenhagen  fahren, machst eine Pause in Ohnewitz, fährst schnell an Kotzen vorbei und landest in Paaren. Regenmantel und Motzen sind nicht weit.

Das Spiel geht so: Nimm die ersten drei Namen, die du auf der Karte siehst, und mach daraus eine Geschichte.

Ihr könnt natürlich auch aus einer Wortsammlung Begriffe ziehen und daraus Geschichten basteln.

Oder ihr baut euch ein Geschichten-Erzähl-Set. Ihr braucht vier Sorten Karten: Hauptrolle, Ort, Handlung, Besonderheit.

  • Hauptrolle: Vater, Mutter, Kind, Teenager, Dieb, Opa, Kommissarin, etc.
  • Ort: Weltraum, Museum, die heimische Küche, Schwimmbad, Wald
  • Handlung: hier steht ein Verb, zum Beispiel: schweben, vergessen, suchen, finden,
  • Besonderheit: die könnt ihr mit Adjektiven und Gegenständen ausrücken, zum Beispiel ein stumpfes Messer, ein sonniger Tag, ein alter C64, …

Jetzt zieht ihr von jedem Stapel eine Karte und los geht’s.

Sprachspiel 5: Aussprachetraining mit Zungenbrechern

Das ist euch alles zu kompliziert? Kein Ding. Das hier kann wirklich jede und jeder. Und es ist nützlich. Es hilft euch bei eurer nächsten Präsentation, deutlich zu sprechen.

Dieses Spiel nenne ich Zungenturnen. Denn es fordert die Beweglichkeit, Schnelligkeit und Geschicklichkeit der Sprechwerkzeuge heraus. Es ist Sport für Lippen und Zunge. Und macht nebenbei schöner und jünger.

Dieses Spiel könnt ihr an den Feiertagen super mit der Familie oder Freunden üben. Es gibt viel zu lachen, wenn es scheitert und Respekt, wenn es dann funktioniert.

  • Tschechisches Streichholzschächtelchen
  • Echte Engel erkennen endlich ehrliche Enkel.
  • Starke Stürme stürzen Straßenbäume um, zertreuen Stroh und zerstören Städte.
  • Ein einziges Eichhörnchen eilte einmal eifrig einer Eiche zu.

Und nun euch allen frohe Weihnachten voller Glück, Freude, Ruhe, Entspannung, Wärme und allem was ihr braucht, um Kraft zu tanken!

Meine Seite zu Sprache und Sprachwandel finden Sie hier.

Bildnachweis: Sigi Lieb

Über Sinn und Unsinn von Anglizismen

Anglizismen - Fragen

Ich surfe im Web, poste Content, chatte über Messengerdienste und netzwerke abends beim Meetup oder einem Networking-Event. Ist das jetzt noch Deutsch oder schon Englisch? Ich würde sagen, gepflegtes Denglisch. In der deutschen Sprache wimmelt es vor Anglizismen, manche sind gut und nützlich, andere eher hinderlich für erfolgreiche Kommunikation. Lassen Sie uns einen Blick auf den Sinn und Unsinn von Anglizismen in der deutschen Sprache werfen. Read more

Warum ich das Eszett liebe und wie du es richtig verwendest

Rechtschreibung: Maße oder Masse

Ich liebe das ẞ, das Eszett oder das scharfe S, wie es genannt wird. Es ist Bestandteil des Markenkerns der deutschen Sprache, der USP, der Unique Selling Proposition. Das Eszett ist identitätsstiftend für das Deutsche. Den Buchstaben ß gibt es nur in dieser unseren Sprache, so wie das Ñ und das ¿ typisch sind für das Spanische und das Ç für Französisch oder Katalan. Read more

Was bedeutet VUCA?

Glossar zu Mindset, Resilienz, Agilität, WOL, Design Thinking

VUCA … klingt irgendwie nach Vodoo. Tatsächlich ist VUCA eine Abkürzung aus dem Management-Sprech und steht für volatility, uncertainty, complexity und ambiguity. Wir leben also in einer unsicheren, widersprüchlichen Welt, die sich schnell verändert. Im Grunde beschreibt der Begriff VUCA das Zusammenspiel der aktuellen globalen Veränderungen und die Folgen für Menschen und Unternehmen. Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel und Demografie sind die vier Metathemen, die weltweit den Change-Druck erhöhen. Und wir? Müssen uns dem stellen.

Lassen Sie uns die vier Begriffe Schritt für Schritt betrachten. Read more

Mindset – Was dein Mindset mit dir und deinen Skills zu tun hat

Glossar zu Mindset, Resilienz, Agilität, WOL, Design Thinking

Mindset ist eines dieser Wörter, die mir derzeit dauernd über den Weg laufen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und meint die Summe der Werte und Einstellungen, die das Fühlen, Denken und Handeln einer Person prägen. Mindset beschreibt also die tiefliegenden Elemente einer Persönlichkeit, die zum Beispiel dazu führen, ob jemand das Glas als halbvoll oder halbleer betrachtet. Read more

Gendern: Wie machen das andere Sprachen?

Gendern international

Ich habe mich heute dabei erwischt, wie ein neues Wort in meinen Sprachgebrauch eingezogen ist. In einem Kommentar auf Linkedin wollte ich schreiben, dass niemand immer perfekt sein kann. Dafür verwendete ich intuitiv den Begriff Mx-perfect. Mr-perfect kennen wir alle. Mx, gesprochen Em-Ex, ist die genderneutrale englische Anrede. Bereits 2015 hielt sie Einzug in die Online-Ausgabe des Oxford English Dictonary. Praktisch, so etwas hätte ich im Deutschen auch gerne, aber da hinken wir hinterher. Was gibt es sonst noch in anderen Sprachen zu entdecken und was können wir für die deutsche Sprache daraus lernen? Read more

#365TageDSGVO: Was sind deine goods and bads?

DSGVO Symbolbild

Jürgen Litz schreibt auf Linkedin: „Vor einem Jahr stellten alle überraschend fest, dass es eine Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt. Das Klagen im ganzen Land war sehr groß.“ Ich habe mich an seiner Blogparade beteiligt und veröffentliche meine Liste auch hier auf meinem Blog: Was war gut an der #DSGVO, was nicht und was bleibt zu tun?

Oh ja, was wurde gejammert. Aber auch ich hatte Stress und musste meine Website durchchecken und anpassen. Da ich bereits vorher sensibel für Datenschutz war, hatte ich die bis zur DSGV gültigen Gesetze bereits alle berücksichtigt, musste insofern gar nicht soo viel ändern. Bei anderen war das anders. Was aber oft daran lag, dass sie sich plötzlich mit Gesetzen konfrontiert sahen, die sie vorher jahrelang ignoriert hatten.

Was war gut an der #DSGVO?

  • Und das ist definitiv ein guter Punkt: Flächendeckend mussten sich Unternehmen mit Rechten auseinandersetzen und diese umsetzen. In Deutschland führte das oft dazu, dass bereits lange geltendes Recht endlich beachtet wurde. Dabei wurden oft Fragen der DSGVO und Fragen des Urheberrechts vermischt. Aber egal: Hauptsache es wird sich heute mehr und besser an beide gehalten.
  • Begleitend dazu und zu der vielen Aufregung über die DSGVO ist die Sensibilität dafür gewachsen, was persönliche Daten eigentlich sind, wo sie auf unseren Websites, Social-Media-Kanälen und ganz analog im Büro herumliegen und was wir tun müssen, diese zu schützen.
  • Diese Regeln gelten erstmals EU-weit. Es ist also egal, ob ich in Köln, Dublin oder Lissabon sitze, in Prag, Warschau oder Paris.
  • US-Unternehmen mussten europäische Datenschutzregeln zur Kenntnis nehmen. Es gibt heute US-Unternehmen, die von vorneherein in ihren Bedinungen stehen haben, dass die DSGVO eingehalten wird. Das erleichtert datenschutzkonforme Geschäfte mit den USA.

Was war schlecht an der #DSGVO?

  • In der breiten Bevölkerung ist es wenig davon angekommen. Die Menschen werden überschüttet mit Datenschutzerklärungen und Einwilligungen, so dass das gleiche passiert, wie bei den AGB. Sie klicken ohne zu lesen auf „einverstanden“.
  • Auch in #KMU gibt es viel Unsicherheit und Überforderung mit der Komplexität des Themas. Mitunter artet diese Überforderung in Hysterie aus und produziert seltsame bis lustige Vorgehensweisen. Zum Beispiel wurde einer Kollegin eine Auftragsbestätigung geschickt, die kombiniert war mit Datenschutzerklärung und Einwilligung, dass ihr die Auftragsbestätigung überhaupt geschickt werden darf.
  • Solche überertriebenen oder aufgeblasenen Datenschutzmaßnahmen verschärfen den ersten Punkt, dass die Normalbevölkerung sich genervt und/oder überfordert abwendet. Das ist aber schlecht für den Datenschutz und die Entwicklung einer freien digitalen Gesellschaft.
  • Es gab und gibt viel Rechtsunsicherheit, zum Beispiel bei den Google Fonds, was nun erlaubt ist und was nicht. In Bezug auf die befürchtete Abmahnwelle als Geschäftsmodell hat der Gesetzgeber ja inzwischen zum Glück nachgebessert.

Was bleibt zu tun?

  • Digitalisierung ist kein abgeschlossener Prozess. Sie beeinflusst unser aller Leben und arbeiten und ist ein Metaprozess ähnlich der Industrialisierung vor 150 Jahren. Gesetze müssen also laufend angepasst und weiterentwickelt werden.
  • Was bei der DSGVO vergleichsweise gut gelungen ist, ist bei der Reform des EU-Urheberrechts in die Hose gegangen. Viel zu wenig wurde die Fachkompetenz von Leuten berücksichtigt, die sich wirklich auskennen mit der Technik, dem Urheberrecht und den Grundlagen unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Stichwort #Uploadfilter. Aber auch sonst schützt das Gesetz eher die Interessen der alten Verleger vor den Interessen der neuen „Verleger“. Um die Urheber*innen geht es gar nicht wirklich. Es wurde also am Ende ein handwerklich schlecht gemachtes Gesetz daraus, das vor allen Dingen lobbyistisch und politisch motiviert war und am wenigstens denen nützt, für die es sein soll, die Urheberinnen und Urheber.
  • Aber auch die DSGVO hat ihre Probleme, etwa dass die breite gesellschaftliche Debatte ausfällt, weil zu kompliziert. Das schadet auch dem Sinn des Datenschutzes.
  • Im Grunde brauchen wir eine konzertierte Aktion, Menschen und Unternehmen kompetent zu machen. Wir brauchen eine Sensibiliätt dafür, wie Digitalisierung in den Datenschutz und die persönlichen Freiheiten eingreift und eine politische Debatte, wie dies künftig in Gesetzen umgesetzt werden soll, die Rechtsicherheit geben UND die freie demokratische Gesellschaft schützen. Und zwar soweit heruntergebrochen, dass Menschen verstehen, in was sie einwilligen, wenn sie eine App installieren, welche Daten Alexa, Siri und Freundinnen sammeln und eine Entscheidung treffen können, wie viel davon sie wollen und was nicht. Vielleicht auch schrittweise: diese Daten darfst du meinetwegen sammeln, damit ich dieses Asset nutzen kann. Nein, das bleibt privat, da verzichte ich lieber auf das Asset. Und nicht friss oder stirb. Alles oder du kriegst das Produkt nicht.
  • Dass diese Debatte eu-weit geführt werden muss und viele Gesellschaften, Sprachen und nationale Besonderheiten unter einen Hut gebracht werden müssen, macht es nicht einfacher. Aber diese Erkenntnis ist ein Appell an die EU, mehr Demokratie zu wagen und künftig nicht nur nationale Abgeordnete ins Parlament zu wählen sondern das Parlament als Ganzes.

So, und bevor ich pathetisch werde und einen Appell an die EU richte, soll das hiermit für heute gut sein.

Und bei dir/Ihnen? Was sind deine/Ihre Erfahrungen mit der #DSGVO?

Bild: pixabay, andibreit