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Rechtschreibung und Reputation: eine innige Beziehung

Illustration von Menschen mit Srpechblasen, Interkulturelles Training

Warum ist richtige Rechtschreibung und Zeichensetzung überhaupt wichtig?

Dafür gibt es zwei einfache Antworten und eine dritte, die etwas mit Vorbildern zu tun hat:

  1. Regeln dienen keinem Selbstzweck. Sie haben sich über die Zeit gebildet, damit wir einander in einer Sprache verstehen. Sie helfen also beim Verstehen.
  2. In einer Welt, in der Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren lesen, schreiben und rechnen lernen und dieses bis zum Alter von 18 Jahren ausdifferenzieren, werden bestimmte Grundfertigkeiten bei Erwachsenen vorausgesetzt.
  3. Unser Gehirn lernt mit allen Sinnen und meistens unbewusst. Wir überlegen uns, ob etwas richtig geschrieben aussieht. Je häufiger unsere Augen mit falschen Schreibweisen konfrontiert werden, umso mehr Regel- und Grammatikfachwissen benötigen wir, um uns durch unsere optischen Eindrücke nicht verunsichern zu lassen. Wir sind mit unseren Texten also Vorbilder für andere. Und daraus entsteht eine Verantwortung.

So wirken Rechtschreibung und Zeichensetzung auf die Reputation

Einzelne Fehler verzeihen wir schnell. Sie machen menschlich. Schließlich passieren jedem von uns Tipp- und Flüchtigkeitsfehler. Aber wenn die Fehlerzahl sich häuft oder es sich um besonders schwere Fehler handelt, kippt die Wirkung:

So jemand will Profi sein?! Der*die kann ja nicht einmal richtig Deutsch.

Wer so viele Flüchtigkeitsfehler macht, arbeitet auch so: flüchtig, ungenau, fehlerhaft. Brauchen wir nicht.

Die gleiche Wirkung haben Sie übrigens, wenn es um Englisch oder eine andere Sprache geht: In einem Experiment testeten Julie Boland und Robin Queen von der University of Michigan die Reaktion auf Bewerbungen um ein WG-Zimmer. Eingebaut waren unterschiedliche Sorten von Fehlern. Je nach Typ reagierten die Auswertenden unterschiedlich, aber: Die Bewerber*innen mit Fehlern wurden durchweg schlechter bewertet als die ohne.

Bei häufigen, wiederholten oder groben Rechtschreib- und Grammatikfehlern werden wir misstrauisch. Wir ziehen im Geiste Intelligenzpunkte ab, halten die betreffende Person für wenig gebildet oder oder übertragen die Fehler auf den Charakter.

Beispiele für Reputationspannen durch Rechtschreibfehler im Business-Umfeld

Egal ob auf Linkedin, Xing oder anderen Social-Media-Plattformen: Dort, wo Menschen ihr Personal Branding betreiben, wimmelt es leider auch vor unfreiwilligen Branding-Momenten:

Misstrauen: Viele Rechtschreibfehler machen die eigene Professionalität unglaubwürdig

Businesstext mit vielen R-Fehlern

Ob man Du oder du bzw. Ihr oder ihr in der direkten Anrede groß oder klein schreibt, ist eine Frage des Stils, groß ist ein bisschen altmodischer, klein moderner. Richtig ist beides, aber sonst:

5 Fehler und ein fehlendes Wort in 1,5 Zeilen.

Offensichtlich schreibt hier jemand, der Menschen bei ihrer Marketing-Positionierung hilft. Vertrauen Sie diesem Menschen in Fragen Ihrer professionellen Kommunikation?

Komma-Detox macht Sätze unverständlich.

Rechtschreibung matters - Kommadetox

Nach der ersten Zeile waren offenbar die Kommas aufgebraucht. Der Rest bleibt Interpretation.

Auch für Anglizismen gelten deutsche Regeln.

Businesstext mit Anglizismus-Fehler

Es handelt sich um ein Nomen: das Onboarding. Anglizismen sind im Grunde deutsche Wörter mit englischem Migrationshintergrund.

Fehlerquellen: Wo kommen die Bugs her?

Nicht alle Fehler deuten gleich auf fehlendes Wissen hin. Viele passieren aus der Geschwindigkeit der Online-Kommunikation, andere aus technischen Pannen.

  • Autokorrektur des Handys
  • Diktieren ohne Satzzeichen
  • Tippfehler
  • Flüchtigkeitsfehler
  • fossilierte Fehler – falsch angewöhnt
  • Verunsicherung durch Rechtschreibreform
  • Unsicherheit durch visuelle Eindrücke
  • Unsicherheit bei der Schreibung von Anglizismen

In der Summe wirken die Fehler fatal: Sowohl auf die Klarheit und Prägnanz unserer Botschaft als auch auf unser Image und unsere Reputation.

Das Problem: Rechtschreibfehler sind ein Tabuthema

Jemandem zu sagen: Sie haben da einen Rechtschreibfehler! klingt wie ein Frontalangriff. Wenn schon, dann sagt man: Sie haben da einen kleinen Tippfehler. Das klingt weniger dramatisch. Aber selbst hier kann es passieren, dass das Gegenüber aufgebracht reagiert.

Warum? Weil die Erwartung da ist, richtig schreiben zu können. Das haben wir schließlich alle in der Grundschule gelernt. Das Problem nur: Wenn ich nicht akzeptiere, dass ich Fehler mache, habe ich keine Chance, etwas aus ihnen zu lernen! Das Tabu verhindert lernen und besser werden.

Die Lese- und Schreibkompetenz hat in den letzten Jahrzehnten tatsächlich abgenommen. Personaler*innen klagen, dass sie kaum mehr eine Bewerbung ohne Fehler bekommen. Einstufungstests für bestimmte Berufe wurden vereinfacht, weil nicht genügend Bewerber*innen die nötigen Lese- und Schreibkompetenzen mitbringen. Und sogar eine Uni schlug Alarm, weil eine relevante Anzahl von Masterstudierenden auf Deutsch Lehramt (sic!) erhebliche Defizite in Rechtschreibung, Zeichensetzung oder Satzbau aufwiesen.

Okay: Wenn unsere Lehrkräfte nicht mehr das können, was sie unseren Kindern beibringen sollen, …. nun ja. Die Uni Duisburg-Essen hat Maßnahmen ergriffen, das zu korrigieren. Und die Studierenden nehmen es gerne an.

Die Chance: Ihre Rechtschreibung und gleichzeitig Ihre Fehlerkultur verbessern

Das Gute: Defizite in Rechtschreibung, Zeichensetzung oder Grammatik lassen sich beheben. Oft ist es ja nicht so, dass jemand gar keine Ahnung hat. Meistens sind es einige wenige Wissenlücken oder falsche Gewohnheiten. Oder es sind Schritte im Sprachwandel, wie etwa die expolosionsartige Vermehrung von Anglizismen, die Unsicherheiten bereiten. Einmal idenfiziert, lässt sich die eigene Schreibkompetenz schnell deutlich verbessern.

Prüfen Sie Ihren Sprachgebrauch: Dient er Ihren Zielen?

Checken Sie Ihre Sprachpraxis und reparieren Sie die Bugs, die Ihnen Reputation kosten oder Ihr Image stören!

  • Möchten Sie, dass Ihre Inhalte und Botschaften verstanden werden (Klarheit)?
  • Möchten Sie gut und kompetent wirken (Reputation)?
  • Möchten Sie, dass Ihre Beiträge Ihrem Image dienen (Stil)?

Besser kommunizieren mit dem indiviudellen Rechtschreib-Coaching

Das individuelle Rechtschreib-Coaching ist kein Deutschkurs und kein Korrektorat. Es konzentriert sich vielmehr auf die typischen Fehler oder Stilpannen, die Ihren Zielen im Weg stehen. Sie lernen also gezielt nur das, was Ihnen wirklich nützt. Wir schauen auf die Texte, die Sie geschrieben haben und filtern typische Bugs heraus. In einem Gespräch klären wir, woher diese Fehler kommen und wie Sie die künftig vermeiden können.

Es gibt ein definiertes Pauschalangebot. Wenn Sie individuell andere Bedarfe haben, geht das natürlich auch, dann eben außerhalb der Pauschale.

Individuelles Rechtschreib-Coaching

Wir konzentrieren uns auf die für Sie typischen Fehler und Schreibweisen. Sie lernen also nur das, was Sie wirklich brauchen und in Ihrer Sprache verwenden.

Pauschalangebot für 299 Euro (zzgl. MwSt.).

Sie bekommen:

  • ein individuelles Feedback aufgrund Ihrer Texte
  • ein Kurz-Coaching zu Ihrem Verbesserungspotenzial
  • die dafür relevanten Rechtschreibregeln

Klicken Sie auf den Button und schreiben mir eine E-Mail. Alle weiteren Infos folgen.

Ich möchte ein individuelles Rechtschreibcoaching buchen.

Besser kommunizieren mit Schreibtrainings für Ihre Teams

Sie möchten in Ihrer Firma, Ihrem Betrieb, Ihrem Team mehr Sicherheit in Rechtschreibung und Zeichensetzung? Kein Problem. Gerne schule und coache ich ganze Gruppen, online oder offline. Ganz nach Ihren Bedürfnissen.

Ich möchte Rechtschreibtraining für Gruppen buchen.

Fehler sind Lerngelegenheiten. Dumm ist nur, wer nichts aus ihnen lernt.

Blogartikel zum Thema Rechtschreibung und Sprachgebrauch

S, SS und ß – oder warum ich das Eszett liebe.

Anglizismen

Das sagen andere 

Egal, ob ehemaliger Einserschüler in Rechtschreibung oder auf Kriegsfuß mit dem Duden, den eigenen blinden Flecken ist jede/r gnadenlos ausgesetzt. Nach der x-ten Reform der Reform wissen nur mehr wenige etwa zwischen ß und ss trefflich zu unterscheiden. Ein Brush-Up hilft, die eigene Ortographie effizient fürs neue Jahrzehnt fit zu machen.

Bildquelle: Illustration, geralt, pixabay