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Identität: Ich bin seit meinem zweiten Lebensjahr auf der Reise – Folge 29

Caro Portrait

Carolina Bogado ist zwischen Asunción in Paraguay und verschiedenen Orten in Deutschland aufgewachsen. Als ich Ihre Antworten las, wurde mir wieder bewusst, was ich fast vergessen hatte: wieviel Diktatur und politische Verfolgung es in Lateinamerika jahrzehntelang gab und zum Teil noch oder wieder gibt. Lest selbst, was das mit Caros Geschichte zu tun hat. – traducción español abajo.

Interview:

Wie würdest du deine Einstellung zum Thema Identität oder Identitäten beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Ich würde mich als eine Bürgerin der Welt bezeichnen. Ich habe in drei Ländern und vielen Städten gewohnt und denke, ich habe von jeder Erfahrung etwas mitgenommen. Meine Mutter, die selbst aus politischen Gründen mit ihren Eltern von Paraguay nach Argentinien fliehen musste und später nach Paraquay zurückkehrte, sagte immer: Dort wo man die „adolescencia“ (Jugend/Pubertät) verbringt, fühlt man sich zugehörig. Ich glaube, sie hatte Recht. Auch wenn ich mich in Deutschland wohl fühle und freiwillig hier wohne, nach insgesamt 20 Jahren, fühle ich mich wie eine Paraguayerin, die in Deutschland lebt. Das ist aber nichts Schlimmes. Ich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt, auch wenn mir oft Familie und Freunde gefehlt haben. Ich habe die Reise immer als ein Abenteuer und eine Bereicherung für mein Leben empfunden.

Bist du oft umgezogen? In welchen Ländern und an welchen Orten hast du gelebt?

Identitiät als Kind mit GeschwisternIch bin seit meinem zweiten Lebensjahr auf der Reise. Damals musste mein Vater samt Frau und drei Kindern Paraguay Hals über Kopf verlassen und wir sind nach Deutschland gekommen. Da mein Uropa ein deutscher Einwanderer in Paraguay gewesen war, bekamen meine Mutter und wir drei Kinder den deutschen Pass. Der deutsche Botschafter begleitete uns bis zum Flugzeug und sagte zu meinen Eltern: „Jetzt sind Sie in Sicherheit. Sie befinden sich in deutschem Hoheitsgebiet.“ Es war eine deutsche Fluggesellschaft, die uns nach Deutschland brachte. Hier wohnten wir zunächst in Bochum, danach im Landkreis Dachau, dann wieder in Bochum und zuletzt im Sauerland, bis wir nach acht Jahren Exil zurück nach Asunción zogen. Heimat ist die FamilieDort besuchten wir – inzwischen sechs Geschwister – die deutsche Schule, damit wir die Sprache nicht verlernten. Drei der sechs Geschwister kamen entweder zum Studieren oder zum Arbeiten freiwillig zurück nach Deutschland. Ich studierte, mein Bruder machte ein Aufbaustudium und eine Schwester kam mir nach und übt bis heute ihren Beruf in Deutschland aus. Bevor ich zurück nach Deutschland kam, lebte ich acht Monate in der Provinz Barcelona und arbeitete in der Tourismusbranche. Ich studierte in Münster, arbeitete in Berlin an der Botschaft von ParaguayHeimat Münster mit Gesschwistern und Nichteter und seit Sommer 2017 bin ich nun in Köln, um einen Master in Fachübersetzen zu absolvieren. Ich bin gespannt und freue mich auf dieses neue Abenteuer. Nebenbei arbeite ich, seit ich in Deutschland bin, als Dozentin für Spanisch an Volkshochschulen, an der Uni und für Privatleute.

Jetzt sind Sie in Sicherheit. Sie befinden sich in deutschem Hoheitsgebiet. Klick um zu Tweeten

Gibt es eine Phase in deinem Leben, in der du dich stark umstellen musstest, weil plötzlich alles anders war? Was war das Schwierige?

Dank meiner Eltern, hatten wir als Kinder, die in Deutschland als Kinder von Exilanten aufgewachsen sind, nie ein trauriges Gefühl und bekamen so gut wie nichts vom Leiden unserer Eltern mit. Oft trafen wir uns mit anderen Exilanten, die in Europa wohnten und befreundeten uns mit deren Kindern. Meine Geschwister und ich hatten eine sehr glückliche Kindheit. Die einzigen schwierigen Phasen in meinem Leben haben mit Verlusten zu tun. Der schlimmste Verlust ist der meiner Mutter, die vor fünf Jahren tragisch ums Leben kam. Das hat für mich alles verändert, weil ich sie über alles liebte und es für unsere Familie ein unheilbarer Schlag war.

Deutsche Identität in Berlin

Schwer war es für mich auch, als ich letztes Jahr aufgrund von unterschiedlichen politischen Meinungen von Mitgliedern meiner Familie und der aktuellen Regierung in Paraguay meine Arbeitsstelle in Berlin verlor, obwohl ich nichts anderes getan hatte, als meinem Land von meiner Stelle aus zu dienen. Als ich zum aktuellen Botschafter, wessen loyale Assistentin ich gewesen war, sagte, dass ich niemals eine politische Meinung während meiner Amtszeit geäußert hatte, antwortete er: „Du nicht, aber Dein Bruder und Dein Vater machen Politik.“ In meinem Land entwickelten sich in den letzten Jahren leider wieder diktatorische Züge: Wer nicht so denkt, wie der Herrscher hat keine Sicherheit mehr, weder in seiner Arbeit noch für sein Leben.

Politische Verfolgung kennt meine Familie schon seit mindestens drei Generationen: Mein Großvater mütterlicherseits wurde als Opfer der Kondor-Operation 1976 in Buenos Aires verschleppt. Mein Vater war mehrmals im Gefängnis und wurde gefoltert, weil er, wie viele andere, die Diktatur nicht akzeptierte. Die Erben dieser Diktatur, die diesen Teil unserer Geschichte leugnen, sind aktuell wieder an der Macht. Mein Bruder ist Abgeordneter der größten oppositionellen Partei und kritisiert die aktuelle Regierung. Dies kostete mich – wie bei vielen anderen auch – im letzten Jahr meinen Arbeitsplatz. Ich verließ Berlin und kehrte für eine Zeit nach Asunción zurück, um meine Ideen zu sortieren und die nächsten Schritte mit der Unterstützung meiner Familie zu planen. Nun bin ich froh, dass es so gelaufen ist, da ich als Mensch gewachsen bin und mich für nächste Herausforderungen im Leben rüste.

Denk bitte an deine Grundschulzeit. Welche Bilder, Gefühle und Erlebnisse aus dieser Zeit sind dir präsent? Was ist dir aus deiner Jugend als besonders wichtig in Erinnerung?

Die ersten dreieinhalb Schuljahre verbrachte ich in der Grundschule Suttrop in Warstein. Ich war damals besser in Deutsch als in Spanisch, anders herum als heute. Mein Lieblingsfach war Deutsch und besonders in Grammatik meldete ich mich zu Wort. Als meine Familie und ich nach Paraguay zurückkehren wollten, musste ich mich von meinen Schulkameraden verabschieden und der Klassenlehrer, Herr Mues, gab allen als Hausaufgabe auf, mir etwas zu schreiben. Ich bekam viele selbstgebastelte Karten und auf mindestens einer stand, dass sich nun keiner mehr in Grammatik melden würde. Das habe ich nie vergessen.

Was bedeutet für dich Heimat und wo fühlst du dich heute zuhause? Welche Bilder, Gerüche oder Gefühle verbindest du mit dem Begriff Heimat?

In der alten Heimat AsuncionIch glaube, wenn man mehrere Heimaten hat, ist man eher als ein Weltbürger unterwegs. Man fühlt sich am besten, wenn man beides verbinden kann. Ein großer Teil meines Heimatsgefühls ist mit meiner Mutter irgendwo hingegangen, ich muss es noch suchen. Der Rest meiner Familie wohnt größtenteils in Paraguay, aber auch in Deutschland. Meine Familie und wichtige Freunde sind in mehreren Ländern verteilt. Alle zusammen bilden meine Heimat. Heimat ist am Ende nichts anderes als ein Gefühl. Wenn ich an Gerüche denken muss, dann fallen mir als erstes paraguayische Gerichte ein, zum Beispiel „chipa“, „sopa paraguaya“ oder „mbejú“. Würde ich aber eine Zeit woanders leben, werden mir garantiert deutsche Leckereien fehlen. Da bin ich mir 100 Prozent sicher. Man vermisst nur das, was man gerade nicht hat. Klick um zu Tweeten

Stell dir vor, du musst wegziehen in eine weit entfernte Stadt oder sogar in ein anderes Land. Welche drei Dinge brauchst du unbedingt, damit du am neuen Ort ankommen kannst?

Internet und ein gutes Smartphone, um mit meinen Liebsten verbunden zu sein, und einen Job, der mir Spaß macht.

Die Frage „Woher kommst du eigentlich?“ ist in Deutschland alltäglicher Gegenstand von Smalltalk. Jeder vorhandene oder fehlende Dialekt oder Akzent, das Aussehen und andere Merkmale werden zum Anlass von Fragen, manchmal aus Neugierde, manchmal um über etwas anderes als das Wetter zu reden und manchmal belastet von Vorurteilen und Erwartungen. Was denkst du über die Frage und wie gehst du damit um, wenn du auf deine Herkunft angesprochen wirst?

Caro in ihrer deutschen HeimatMir macht es Spaß, über meine Herkunft zu reden, denn Paraguay ist ein relativ unbekanntes Land und es gibt nicht so viele Auswanderer unserer Nationalität auf der Welt. Die meisten wohnen zurzeit in Argentinien und viele in Spanien, wegen Armutsauswanderung. Die wenigsten, wie ich, haben das Privileg nicht aus wirtschaftlichen Gründen, in ein Land wie Deutschland zu ziehen und sich weiterzubilden. Ich frage gerne zurück, ob die Leute wissen, wo Paraguay liegt. Mit großer Wahrscheinlichkeit wissen sie es nicht. Nach einem Ratespiel kläre ich dann die Unwissenden auf. Meine Vorstellungen in den Spanischkursen beginnen auch immer mit diesem Spiel. Manchmal werde ich auch positiv überrascht und manche Leute kennen einen prominenten Fußballer aus Paraguay oder den deutschstämmigen Diktator, Alfredo Stroessner, der 35 Jahre das Land regierte und der Grund ist, weshalb ich eigentlich hier bin.

Mir macht es Spaß, über meine Herkunft zu reden. Klick um zu Tweeten

Gibt es andere Fragen als die nach der Herkunft, die du gefühlt jedes Mal gestellt bekommst, wenn du auf neue Menschen triffst? Welche und was machst du, wenn du davon genervt bist?

Die Frage wie lange man schon in Deutschland ist, ist allgegenwärtig und dann kommt meistens die Frage, ob man hier bleiben will oder nicht. Die kann ich nicht beantworten, weil ich nicht mein ganzes Leben plane, höchstens die nächsten zwei Jahre.

Gibt es einen Glaubenssatz, der dich leitet und begleitet?

Bestimmt mehrere, auch in meiner Muttersprache. Von meinem Vater habe ich den Satz „Lo mejor es enemigo de lo bueno“, welcher sinngemäß in etwa dem deutschen „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ entspricht.

Was ist für dich die größte Herausforderung unserer derzeitigen Gesellschaft?

Caro im Spreewald, Heimat BerlinBestimmt mehrere, die mit Toleranz und gegen Hass zu tun haben. Ich würde aber an dieser Stelle einfach in einem kleineren Rahmen die Sache mit den Handys ansprechen. Wir müssen wieder lernen, das Gegenüber zu beachten und nicht als normal annehmen, dass man ständig auf das Handy schaut, während man unter Menschen ist. Diese Entwicklung finde ich fürchterlich. In unserer Gesellschaft in Paraguay wünsche ich mir, dass der Machismo verschwindet und die Leute offener und toleranter gegenüber Leuten sind, die anders sind, zum Beispiel gegenüber Schwulen.

Wenn du die freie Wahl hättest, wo möchtest du gerne leben?

Ich habe, zum Glück, die freie Wahl und jetzt ist es Köln, wo ich meine nächsten zwei Jahre verbringen werde. Ich freue mich darauf.

Vielen Dank für das Gespräch!

* Die Fotos wurden von Carolina Bogado zur Verfügung gestellt.

 Für politisch Interessierte zum Nachlesen: Wer oder was war die Operation Condor auf wikipedia. Und hier ein Artikel aus dem taz-Archiv, in dem es um Caros Opa geht.

Spanische Übersetzung // Traducción, traductora: Carolina Bogado

Identidad: Estoy de viaje desde los dos años de edad.

Carolina Bogado creció entre Asunción, Paraguay y varias ciudades de Alemania. Al leer sus respuestas, volví a ser consciente de algo que casi había olvidado: cuánta dictadura y persecuciones políticas hubo en Latinoamérica durante décadas, y, en parte, todavía las hay o vuelve a haber.  Lean ustedes mismos lo que esto tiene que ver con la historia de Caro.

Entrevista:

¿Cómo describirías tu actitud frente al tema identidad o identidades? ¿Ha cambiado esta a lo largo de tu vida?

Yo me definiría como ciudadana del mundo. Viví en tres países y muchas ciudades distintas y creo que de cada experiencia me llevé algo. Mi madre, quien tuvo que huir por motivos políticos con sus padres de Paraguay a la Argentina y luego regresó al Paraguay, siempre decía que te sentís parte del país donde pasaste la adolescencia. Creo que tenía razón. Aunque me sienta a gusto en Alemania y viva aquí por decisión propia, me sigo sintiendo como una paraguaya que vive en Alemania. Pero eso no tiene nada de malo. Siempre me sentí bien acogida, aunque muchas veces extrañé a mi familia y amigos. Siempre concebí el viaje como una aventura y un enriquecimiento para mi vida.

 ¿Te mudaste muchas veces? ¿En qué países y lugares viviste?

Estoy de viaje desde los dos años de edad. En aquel entonces, mi padre tuvo que abandonar Paraguay de un día para el otro, junto con mi madre y sus tres hijos. Como mi bisabuelo era un alemán que había emigrado a Paraguay, mi madre y los tres hijos recibimos el pasaporte alemán. El embajador alemán nos acompañó hasta el avión y dijo a mis padres: “Ahora están seguros, se encuentran en territorio alemán”. Era una aerolínea alemana la que nos trajo a Alemania. Aquí vivimos primero en Bochum, luego en el distrito de Dachau (cerca de Múnich), luego otra vez en Bochum y finalmente en Sauerland, hasta regresar a Asunción luego de ocho años de exilio. Allí mis hermanos y yo –ya éramos seis- fuimos al colegio alemán para no perder el idioma. Tres de los seis hermanos volvimos a Alemania voluntariamente, ya sea para estudiar o trabajar. Yo estudié, mi hermano hizo un postgrado y una hermana me siguió y ejerce hasta hoy su profesión en Alemania. Antes de regresar a Alemania, viví ocho meses en la provincia de Barcelona y trabajé en el área del turismo. Estudié en Münster, trabajé en Berlín en la Embajada del Paraguay y desde el verano de 2017 estoy en Colonia para hacer un máster en traducción técnica. Estoy curiosa y contenta por esta nueva aventura. Además, desde que estoy en Alemania, trabajo como docente de español en centros de formación, en la universidad y en forma particular.

¿En algún momento de tu vida tuviste que readaptarte a una situación completamente nueva, porque todo había cambiado de repente? ¿Cuál fue la dificultad?

Gracias a mis padres nunca tuvimos una sensación de tristeza como hijos de exiliados que crecimos en Alemania, ni percibíamos el sufrimiento de ellos. Muchas veces nos encontrábamos con otros exiliados que vivían en Europa y nos hacíamos amigos de sus hijos. Mis hermanos y yo tuvimos una infancia feliz. Los únicos momentos difíciles en mi vida tienen que ver con pérdidas. La pérdida más grave es la de mi madre, que falleció trágicamente hace cinco años. Esto cambió todo para mí, porque la quería con toda el alma y fue un golpe irreparable para nuestra familia.

Otro momento difícil fue hace un año cuando perdí mi puesto de trabajo en Berlín por diferencias políticas entre miembros de mi familia y el gobierno actual del Paraguay, a pesar de no haber hecho otra cosa que servir a mi país desde mi trabajo. Cuando le dije al embajador actual, luego de haber sido su leal asistente, que yo nunca había emitido una opinión política durante mis funciones, él me respondió: “Vos no, pero tu hermano y tu papá sí están en política.” Lamentablemente en mi país se vienen desarrollando rasgos dictatoriales en los últimos años: quien no piensa como el mandamás ya no tiene seguridad, ni en su trabajo, ni en su vida.

Mi familia ha vivido persecuciones políticas desde hace almenos tres generaciones. Mi abuelo materno, víctima del operativo Cóndor, fue desaparecido en Buenos Aires en 1976. Mi padre ha sido apresado y torturado en varias ocasiones por no aceptar la dictadura, como muchos otros. Los herederos de esa dictadura, que niegan esa parte de nuestra historia, vuelven a estar en el poder actualmente. Mi hermano es diputado del principal partido de oposición y critica al gobierno. Esto me costó, como a muchos otros también, mi puesto de trabajo el año pasado. Abandoné Berlín y regresé a Asunción por un tiempo para ordenar mis ideas y planificar mis próximos pasos con el apoyo de mi familia. Ahora estoy contenta por cómo se sucedieron las cosas, ya que crecí como persona y me preparo para los próximos desafíos que vendrán.

 Piensa en tu época de escuela primaria. ¿Qué imágenes, sentimientos y experiencias de esa época te vienen a la mente?

Pasé los primeros tres años y medio de la primaria en la Escuela de Suttrop en Warstein. En ese entonces era mejor en alemán que en español, al revés que ahora. Mi materia favorita era Alemán y levantaba la mano sobre todo cuando dábamos gramática. Cuando mi familia y yo íbamos a regresar a Paraguay me tuve que despedir de mis compañeros y el profesor Mues dio como tarea a todos que me escribieran algo. Recibí muchas tarjetas hechas por mis compañeros y por lo menos en una decía que ya nadie iba a levantar la mano en Gramática. Nunca lo olvidé.

¿Qué significa patria para ti y dónde te sientes en casa hoy? ¿Qué imágenes, olores o sentimientos relacionas con el concepto de patria?

Creo que cuando se tiene varias patrias uno es un como un ciudadano del mundo. Lo mejor es poder combinar ambas. Una gran parte de mi sentimiento de patria se fue con mi madre a algún lugar, aún lo debo buscar. El resto de mi familia vive en gran parte en Paraguay, pero también en Alemania. Mi familia y amigos importantes están repartidos en varios países. Todos ellos constituyen mi patria. La patria no es más que un sentimiento. Si debo pensar en olores, lo primero que me viene a la mente son comidas típicas paraguayas, como por ejemplo “chipa”, “sopa paraguaya” o “mbeju”. Pero si viviera un tiempo en otro lado, seguro extrañaré ricuras alemanas. De eso estoy cien por ciento segura.

Imagina que debes mudarte a una ciudad lejana o incluso a otro país. ¿Cuáles son las tres cosas que necesitas sin falta para sentirte bien en el nuevo lugar?

Internet, un buen smartphone, para estar conectada con mi gente y un trabajo que me guste.

La pregunta “¿de dónde eres?“ es objeto diario de charlas en Alemania. Cada dialecto o acento que se tiene o no se tiene, el aspecto físico u otras características son motivos para hacer preguntas, ya sea por curiosidad o para hablar de otra cosa que no sea el tiempo, y a veces estas vienen cargadas de prejuicios o expectativas. ¿Qué piensas sobre la pregunta y cómo manejas el tema cuando te preguntan acerca de tu procedencia?

A mí me divierte hablar de mi país de origen, ya que Paraguay es un país relativamente desconocido y no hay tantos migrantes de nuestra nacionalidad en el mundo. La mayoría vive actualmente en la Argentina y muchos en España, que emigraron por necesidad. Una ínfima minoría tiene, como yo, el privilegio de mudarse a un país como Alemania para formarse y no por motivos económicos. Yo suelo preguntar a los que me preguntan si saben dónde queda Paraguay, a sabiendas de que lo más probable es que no lo sepan. Después de jugar a la adivinanza les explico dónde queda. En los cursos de español mi presentación siempre empieza con el mismo juego. A veces me llegan a sorprender positivamente porque algunos conocen a algún jugador de fútbol famoso de Paraguay o al dictador Alfredo Stroessner, descendiente de alemanes, que gobernó el país durante 35 años y en realidad es la razón por la que estoy aquí.

¿Hay otras preguntas aparte de la del país de origen, que te hacen siempre cuando conoces gente nueva? ¿Cuáles? ¿Y qué haces cuando te cansas de escucharlas?

La pregunta de hace cuánto tiempo estás en Alemania es clásica y después generalmente viene la pregunta de si me pienso quedar acá o no. Esta no la puedo responder, porque no planifico toda mi vida, máximo los próximos dos años.

¿Hay una frase que te guía y  acompaña?

Seguro que más de una, también en mi idioma materno. De mi padre tengo la frase “Lo mejor es enemigo de lo bueno”, que en cuanto al sentido correspondería más o menos a la alemana “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es”.

¿Cuál es el mayor desafío de nuestra sociedad actual para ti?

Seguro que hay más de uno, sobre todo relacionado con la tolerancia y contra el odio. Pero yo mencionaría aquí, a menor escala, el tema de los celulares. Tenemos que volver a atender al que tenemos en frente y no aceptar como algo normal, que se esté mirando el celular en forma permanente mientras se está con gente. Esta evolución me parece espantosa. En nuestra sociedad paraguaya me gustaría que se acabe el machismo y que seamos más abiertos y tolerantes con personas que son distintas a nosotros, por ejemplo, con los homosexuales.

Si pudieras elegir, ¿dónde te gustaría vivir?

Tengo la suerte de poder elegir dónde quiero vivir y ahora es Colonia donde pasaré mis próximos dos años y me alegro por ello.

¡Muchas gracias por la charla!

 *Las fotos fueron proveídas por Carolina Bogado.

 

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