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Mindset – Was dein Mindset mit dir und deinen Skills zu tun hat

Glossar zu Mindset, Resilienz, Agilität, WOL, Design Thinking

Mindset ist eines dieser Wörter, die mir derzeit dauernd über den Weg laufen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und meint die Summe der Werte und Einstellungen, die das Fühlen, Denken und Handeln einer Person prägen. Mindset beschreibt also die tiefliegenden Elemente einer Persönlichkeit, die zum Beispiel dazu führen, ob jemand das Glas als halbvoll oder halbleer betrachtet.

Manchmal wird Mindset mit Mentalität übersetzt. Das finde ich unpassend. Mit Mentalität meinen wir häufig Gruppenprägungen, meist im regionalen, sozioökonomischen oder ethnischen Kontext. Wir sprechen zum Beispiel von der rheinischen Mentalität oder von der schwäbischen, südländischen oder us-amerikanischen. Die Mentalität im Sinne einer gesellschaftlichen Prägung ist Bestandteil des Mindsets. Das Mindset beschreibt aber die individuellen Einstellungen und Werte. Insofern sollten die Begriffe getrennt und verschieden betrachtet werden.

Im Zusammenhang mit der Arbeitswelt sind mit Mindset in erster Linie die Einstellungen gemeint, die die Fähigkeit und Bereitschaft zur Anpassung und Veränderung beeinflussen. Neben Optimismus gehören Persönlichkeitsmerkmale wie Offenheit, Neugierde, Ambiguitätstoleranz, Selbstsicherheit, Selbstwirksamkeit dazu sowie die grundlegenden Werte und die Lebensphilosophie, an der wir unser Handeln ausrichten.

Unterschieden vom Mindset werden die Skills. Skills sind die Fertigkeiten, die ich habe. Skills kann man lernen. Wie leicht oder schwer es einem fällt, sich ein bestimmtes Skill anzueignen, hängt nicht nur vom Talent ab, sondern ganz erheblich auch vom Mindset.

Wie entwickelt sich das Mindset?

Ihr Mindset besteht aus all dem, was Sie bereits bei der Geburt mitbringen und all dem, was Sie seither erlebt, gefühlt, gelernt, gedacht haben. All das hat Spuren in Ihrem Körper und Ihrem Gehirn hinterlassen. Es hat breite Nervenautobahnen geschaffen, schmale Gassen und Pfade und ja, irgendwo in Ihrem Gehirn gibt es vermutlich auch einen Dschungel, der noch unerforscht ist, weil Sie nie diesen Gedankenweg gegangen sind.

Ihr Mindset ist verantwortlich dafür, ob Sie die Chancen zuerst sehen oder die Risiken, ob Sie freudig auf Neues zugehen oder erstmal zurückhaltend beobachten, ob Sie offen ins Abenteuer springen oder ein großes Sicherheits- und Schutzbedürfnis haben. Es vermittelt Ihnen, ob Sie selbst in größter Not nie den Glauben an sich selbst verlieren oder ob Sie selbst in guten Phasen von Selbstzweifeln geplagt werden. Ob Sie gestalten oder sich der Gestaltungsmacht anderer ausgeliefert fühlen.

All das ist Bestandteil des Mindsets. Die Forschung unterscheidet dabei ein dynamisches und ein starres Mindset.

Dynamisches und starres Mindset

Manche glauben, sehr viel sei angeboren. Etwas ist eben so. Es wird als unveränderlich wahrgenommen. Das nennen Forscher ein starres Mindset, Englisch „fixed mindset“. Wer ein solches Mindset hat, tut sich sehr schwer, daran etwas zu ändern. Er müsste zunächst mal diese Grundeinstellung aufweichen, also daran glauben, dass er oder sie am eigenen „Charakter“ überhaupt etwas ändern kann.

Andere glauben, Bäume ausreißen und Berge versetzen zu können, wenn sie es nur wollen und sich entsprechend reinhängen. Ein solches Mindset heißt dynamisch oder im Englischen „growth mindset“. Klar fällt es Leuten mit dynamischem Mindset leichter, etwas  Grundlegendes zu ändern.

Aber auch hier kann man es übertreiben: Veränderungsfreudige Menschen kommen dann an ihre Grenzen, wenn sie nicht achtsam in sich hineinhören und sich bei all der Veränderungsfreude selbst verlieren. Dann droht Erschöpfung, Depression, Burnout. Wichtig sind also eine gesunde Mischung und ein achtsamer Umgang mit sich selbst.

Resilientes Mindset

Dynamik erleichter die Anpassung, die Veränderung, das Lernen. Stabilisatoren helfen, dabei nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Daher verwende ich als dritten Begriff das gesunde oder resiliente Mindset: Denn die Anpassung hat dort ihre Grenzen, wo wir uns verbiegen und uns selbst verraten.

Ein resiientes Mindset kann man in Form einer fiktiven Person so darstellen:

Diese Person ist sich selbst der beste Freund, die beste Freundin. Sie ist jemand, der optimistisch in die Welt blickt, lernen und sich entwickeln will, Veränderungen annimmt und sich Ihnen stellt. Sie passt sich nicht blind und unbeschränkt an, sondern dort, wo es erforderlich ist. Sie ist sich bewusst, was sie als gegeben akzeptieren muss und was sie gestalten kann. Diesen ihren Handlungsrahmen nutzt sie und übernimmt Verantwortung für die eigenen Entscheidungen. Diese Person schenkt sich selbst Aufmerksamkeit, hinterfragt und nimmt Rücksicht auf die eigenen Grenzen, Talente und Werte. Sie glaubt an sich, weiß, was sie kann und was ihr nicht liegt. Wenn diese Person dann auch noch gelassen ist, geduldig und gnädig ist, kommt sie ihrem inneren Buddha schon ziemlich nahe.

Wenn Sie jetzt denken: Das ist ein unrealistischer Idealzustand. Ja. Mag sein. Aber das macht nichts. Wir sind schließlich Menschen und keine Buddhas. Betrachten Sie die Beschreibung als Fokus, als Ziel. Ein solches Mindset beschreibt eine resiliente Persönlichkeit, die sich von den Widrigkeiten des Lebens nicht so schnell schädigen lässt.

Kann ich mein Mindset beeinflussen?

Ja, Sie können Ihr Mindset beeinflussen. Wenn Sie es wollen. Denn es erfordert Übung und Dranbleiben. Ganz besonders dann, wenn Sie eingefahrene Muster ändern möchten. Aus meinen Resilienztrainings weiß ich: Es ist viel möglich, wenn sich jemand wirklich darauf einlässt und auf Entdeckungsreise zu sich selbst geht.

Sie brauchen einen ehrlichen Blick auf sich selbst und den Mut, auch an die Stellen zu schauen, die nicht so angenehm sind. Und Sie brauchen Geduld, denn wenn das Hirn eine breite Autobahn zur Verfügung hat, aber stattdessen die neue kleine Gasse nehmen soll, dann klappt das nicht immer sofort. Anders gesagt: Was Sie Jahre entwickelt und eingeübt haben, können Sie ändern, aber nicht von heute auf morgen.

Freuen Sie sich über Erfolge. Feiern und würdigen Sie sie. Und nehmen Sie Ihr Scheitern an anderen Tagen als Lerngelegenheit für den nächsten Versuch. Anders gesagt: Seien Sie mutig, glauben Sie an sich und haben Sie Geduld.

Ich möchte mehr über Resilienztraining bei gesprächswert erfahren.

Mein Resilienztraining orientiert sich an der H.B.T.-Methode nach Wellensiek. Ich biete Gruppen- und Einzelcoachings an. Auf meiner Seite Trainings & Coachings finden Sie mehr Infos und Termine. Oder schreiben Sie mir gleich hier eine E-Mail.

Ich möchte Folgendes zum Resilienztraining wissen:

Dieser Artikel gehört in die Rubrik Glossar. Dort erkläre ich Begriffe der Managementsprache, der New Work und anderer Wörter, die aus dem Nichts kommen und plötzlich in aller Munde sind (#Buzzwords).

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