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Gendern: Wie machen das andere Sprachen?

Gendern international

Ich habe mich heute dabei erwischt, wie ein neues Wort in meinen Sprachgebrauch eingezogen ist. In einem Kommentar auf Linkedin wollte ich schreiben, dass niemand immer perfekt sein kann. Dafür verwendete ich intuitiv den Begriff Mx-perfect. Mr-perfect kennen wir alle. Mx, gesprochen Em-Ex, ist die genderneutrale englische Anrede. Bereits 2015 hielt sie Einzug in die Online-Ausgabe des Oxford English Dictonary. Praktisch, so etwas hätte ich im Deutschen auch gerne, aber da hinken wir hinterher. Was gibt es sonst noch in anderen Sprachen zu entdecken und was können wir für die deutsche Sprache daraus lernen? (mit Update von April 2021)

Gendern Gendern | Gendern international | Sprache Sprache und Sprachwandel

Gendern auf Englisch

Überhaupt sind die Briten und US-Amerikaner recht weit vorne, wenn es darum geht, die Sprache inklusiver und weniger diskriminierend zu gestalten. Gut, sie haben es auch einfacher. Anders als im Deutschen gibt es nur einen Artikel, nämlich the.

Falsch wäre jedoch die Behauptung, im Englischen sei gendern kein Thema. Denn das ist es. Gestritten wird zum Beispiel darüber, ob man und mankind, genderneutral für Mensch und Menschheit stehen, oder ob der Mann als Ausdruck patriarchaler Gesellschaft im Vordergrund steht und der Begriff deswegen auszutauschen oder zu ändern ist.

Mit dem Austauschen von Berufsbezeichnungen macht sich die englischsprachige Welt keinen Stress. Begriffe, die in ihrem Wort einen Verweis auf Mann oder Frau haben, werden einfach neutralisiert. Aus fireman wurde firefighter, aus policeman policeofficer, aus stewardess flight attendant oder aus barman bartender.

Im Umgang mit den Pronomen sind die Briten kreativ: Ursprünglich wurde oft (s)he oder s/he verwendet, um genderneutral zu formulieren. Klammer oder Slash werden manchmal gespart und she gilt als das Pronomen der Wahl. Das He ist im She ja irgendwie schon drin. Eine weitere Möglichkeit ist es, das altenglische Singular-They zu reaktivieren. Das war bis ins 18. Jahrhundert als genderneutrales Personalpronomen gebräuchlich. Bis 1850 per Gesetz das He als alleinig korrektes Pronomen für genderübergreifende Bedeutungen festgelegt wurde. Und als dritte Alternative wird versucht, ze als neues, genderneutrales Pronomen zu etablieren. Ich bin gespannt, wie sich das Englische entwickelt.

Update im April 2021: They hat sich im Englischen als das genderneutrale Pronomen rasent schnell verbreitet. Inzwischen erscheint es auf Buchklappentexten und ist auch sonst in den Sprachgebrauch eingezogen. Auch im Online Oxford Dictonary hat es einen Eintrag:

People who are non-binary (= do not identify as either male or female) also often prefer to be referred to as they. Asher thought they were the only non-binary person at school.

Gendern in den Niederlanden

Relativ geräuschlos wird die Sprache auch in den Niederlanden inklusiver. Das Niederländische kennt zwar, wie auch das Deutsche, drei Genera: maskulin, feminin, neutrum. Allerdings gibt es nur zwei Artikel. Praktischerweise ist der/die im Niederländischen identisch de. Das erleichtert es ungemein, Berufsbezeichnungen als neutral zu interpretieren. Viele Berufsbezeichnungen haben eh nur eine Version und bei denen, die zwei Bezeichnungen haben, dürfte die weibliche Alternative mittelfristig verschwinden. Anders bei vormals weiblich dominierten Berufen, die nun auch von Männern ausgeübt werden: Hier werden zumeist neue Wörter geschaffen.

Das biologische Geschlecht ist im Niederländischen wichtig. Das sieht man etwa an Pronomen. Het meisje ist im Niederländischen ebenso sächlich wie das Mädchen im Deutschen. Während wir auf Deutsch aber sagen: Das Mädchen steckt die Hände in seine Taschen würde man auf Niederländisch dem Sexus den Vorzug geben und sagen: Das Mädchen steckt die Hände in ihre Tasche.

Ebenso wird Rücksicht auf die LGBT-Community genommen und auf all die, die sich nicht eindeutig der Kategorie Mann oder Frau zuordnen wollen. So spricht die niederländische Bahn ihre Fahrgäste nicht mehr mit „Damen und Herren“ an, sondern neutral „liebe Reisende“.

Gendern in Schweden

Viel Aufsehen gab es 2015, als das genderneutrale Personalpronomen hen offiziell in die Wortliste der Schwedischen Akademie aufgenommen wurde. Lange hat die schwedische Gesellschaft darüber gestritten. Weniger Aufsehen erregte die Neutralisierung der Berufe. Wie im Deutschen gibt es auch im Schwedischen  Berufe, die auf -frau (-kvinna) oder -mann (-man) enden. Aber anders als im Deutschen, wo die genderneutrale Lösung -leute nur im Plural funktioniert, ersetzen die Schweden -kvinna/-man einfach durch -person. Schwupp, alles genderneutral.

Gendern auf Französisch

Die Französinnen und Franzosen haben es doppelt schwer: Zum einen ist das Französische noch genderintensiver als das Deutsche, weil zum Beispiel auch Adjektive oder Verben angepasst werden müssen. Zum anderen wacht mit der Académie Française eine besonders mächtige und besonders konvervative Gruppe über die Reinheit der französischen Sprache.

Noch 2017 aktivierte sie sogar den damaligen Premierminister Phillippe, der sich in die Debatte um ein Schulbuch einmischte, das in inklusiver Sprache geschrieben war und verbot solcherlei Französisch im offiziellen Sprachgebrauch. Ministerinnen mussten sich als Madame le minstre anreden lassen, ob sie das wollten oder nicht.

Anfang 2019 gab die Académie Française dem Volkswillen oder sagen wir, dem ohnehin praktizierten französischen Sprachgebrauch nach. Seither sind neue weibliche und genderneutrale Berufsbezeichnungen im offiziellen Französisch erlaubt. Benutzt werden sie ohnehin – im Alltag, in Zeitungen oder in den Wörterbüchern privater Verlage. Zum Beispiel gibt es zum acteur (Schauspieler) und zur actrice (Schauspielerin) den neutralen acteure, der alle Geschlechter vereint.

Schwierig wird es in den Sätzen. Die Franzosen kennen einen Genderpunkt, analog zu unserem Genderstern oder Genderunterstrich. Allerdings sehen Sätze damit doch gewöhnungsbedürftig aus:

Genderpunkt auf Französisch Beispiel

Eine mehrheitsfähige Lösung ist das vermutlich noch nicht. Wir dürfen gespannt sein, wie sich die französische Sprache entwickelt und welche Ideen sich durchsetzen.

Update im April 2021: Im Französischen Sprachraum setzt sich als genderneutrales Pronomen zunehmend yel/iel durch. Im offizielen Französisch ist es noch nicht angekommen. Aber es ist immerhin so weit im allgemeinen Sprachgebrauch angekommen, dass Anfang 2021 ein paar konservative Abgeordnete im Elysee-Palast solche Wörter verbieten lassen wollten.

Gendern im spanischsprachigen Raum

Das Spanische ist ähnlich durchgegendert wie das Französische. Die ganze Sprache wird in männlich/weiblich dekliniert. Der einfache Satz „Alle feiern zusammen“ heißt anders, je nachdem, ob es sich um eine Jungs- oder eine Mädchengruppe handelt. In der patriarchalen Sprachtradition wurde alles maskulinisiert, sobald unter 1.000 Frauen ein Mann war. Das ist heute vielerorts nicht mehr akzeptiert. Die Diskussion um Machismo und Gleichberechtigung hat auch im spanischen Sprachraum für Änderungen gesorgt.

Beispiel gendern auf Spanisch

Analog zum Genderstern und Gendergap gibt es im Spanischen das @- oder x-Zeichen. Und die Varianten um das weibliche -a und das männliche -o werden oft um ein neutrales -e als Endung ergänzt. Kreative Alternativen, wie ich finde.

Als in Argentinien Kirchner an die Spitze kam, wurde aus el presidente schnell la presidenta. Und natürlich gab es auch in Argentinien und Spanien Gegner, die el presidente verteidigten. Wie es auch in Deutschland Leute gab, die Angela Merkel als Bundeskanzler bezeichnen wollten, nicht als Bundeskanzlerin, generisches Maskulinum und so. Aber das hat sich nicht durchgesetzt. Nicht in Deutschland, nicht in Argentinien. El oder der als maskuline Artikel passen nicht zu einer Frau. Die Menschen sehen eine Frau und sagen die, la. Logisch.

Auch sonst läuft die Diskussion in Spanien vielerorts ähnlich wie im Deutschen: Einerseits gibt es von offizieller Seite, auch im Rahmen der EU-Gesetzbung zu Diskriminierungsverboten, Anweisungen, möglichst genderneutral zu formulieren. Andererseits verfügt auch Spanien über eine Akademie, die Academia Royale, die solche Ändernungen kritisch sieht.

Update im April 2021: Als genderneutrales Pronomen scheint sich ele oder elle als Komination aus el und ella zu verbreiten.

Gendern ist ein Teil des gesellschaftlichen Wandels

Gerade im spanischen Sprachraum sieht man ganz gut, dass sich die Sprache mit der Gesellschaft entwickelt. Dort, wo Frauen nach wie vor stark unterdrückt sind, und die Gesellschaften streng nach patriarchalen Regeln funktionieren, ist auch gendergerechte Sprache kaum ein Thema. Dort, wo Frauen, Transgender und andere diskriminierte Gruppen eine Stimme haben und gehört werden, gibt es auch Debatten über Diskriminierung im Sprachgebrauch.

Wie geschmeidig und geräuschlos Änderungen in eine Sprache einziehen, hängt von mehreren Faktoren ab. Einer davon ist, wie leicht sich Änderungen in die sonstige Sprachlogik einfügen.

Im Vergleich der Genderdebatten in verschiedenen Sprachen fällt auf: Dort, wo die Artikel nicht zwischen der und die unterscheiden, werden Berufe, soweit sie keinen direkten Verweis auf das biologische Geschlecht im Namen tragen, als neutral wahrgenommen. Dort wo ein Der oder Die davor steht, werden biologisches und grammatikalisches Geschlecht vermischt und verbunden.

Sprachen, die komplett in männlich/weiblich durchgegendert sind und sogar Adjektive oder Verben an das Genus anpassen, haben es schwerer. Gendergerechte Lösungen sind hier wesentlich anspruchsvoller.

Pragmatische Lösungen

Fortschrittlich sind die, die bereits genderneutrale Pronomen und Anreden entwickelt haben. Die anderen werden folgen, soweit sie in offenen Gesellschaften leben, in denen alle Gruppen eine Stimme haben.  Menschen in den Sprachen dieser Welt erfinden kreative Möglichkeiten. Durchsetzen werden sich am Ende die, die sich in die Sprache integrieren lassen und zur Gewohnheit werden. Auch das Deutsche ist auf dem Weg. Inzwischen gibt es viele Möglichkeiten, schön und flüssig zu schreiben und dennoch Rücksicht auf Gendergerechtigkeit zu nehmen.

Update im April 2021: Seit ich diesen Blogbeitrag im Sommer 2019 schrieb, haben sich die Sprachen rasant verändert. „Wir erleben einen Sprachwandel im Zeitraffer“, sagt Prof. Michael Becker-Mrotzek vom Mercator-Institut der Uni Köln. Und das nicht in einer Sprache, sondern in vielen Sprachen. Und er sagt auch: Am Ende setzt sich das durch, was viele Menschen als nützlich und praktisch empfinden und deswegen verwenden.

Sprache gehört uns allen. Sie ist Spiegel unseres Denkens und wirkt gleichzeitig auf das Denken anderer. Das macht sie mächtig und persönlich gleichermaßen. Sie hat es verdient, dass wir lösungsorientiert, achtsam und sachlich über sie debattieren.

Im Deutschen fehlt uns noch bitter ein genderneutrales Pronomen, um über nicht-binäre Menschen zu sprechen. Spanisch, Französisch und Portugiesisch sind hier weiter, indem sie aus den Pronomen für er und sei ein neues geformt haben. In der Queer-Community gibt es mehr als 30 Vorschläge. Die deutsche Entsprechung zum französischen iel/yel oder dem spanischen ele/elle wäre am ehesten sier. Aber bisher ist das nicht in der Allgemeinsprache angekommen.

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Bildnachweis: Sigi Lieb

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29 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Dieser Artikel ist ein weiteres Bildnis dafür, wie subjektive Wahrnehmung die Objektivität verzerrt.

    Zitat: „Dort, wo Frauen nach wie vor stark unterdrückt sind, und die Gesellschaften streng nach patriarchalen Regeln funktionieren, ist auch gendergerechte Sprache kaum ein Thema. “
    Hierbei klingt „genderGERECHT“ wohl besser als „genderNEUTRAL“, denn dann muss man sich nicht mehr damit befassen, dass auch andere Sprachen, also solche die nicht westlich und „reich“ getrimmt sind, eine Geschlechtsneutralität aufweisen.

    Als Beispiele nenne ich diverse afrikanische Sprachen, Hindu, oder um es näher zu halten; die türkische Sprache. Nun, würde jemand behaupten, dass Dank dieser geschlechtsneutralen Sprache dort auch Gleichberechtigung der Geschlechter herrscht?

    Und diese leidige Aussage, dass die Sprache unser Denken beeinflusst, impliziert auch, dass wohl sehr viele Menschen erst reden und dann denken.

    Wer also glaubt, dass Worte das Denken aller verändert, hat wohl nicht aufgepasst.
    Beispiel „People Of Color“ soll weniger rassistisch klingen, und dabei wird vergessen, das der „Ton die Musik macht“.
    Wir haben aus gutem Grund gewisse Worte wie „Neger, Farbiger“ etc. verbannt. Übrigens; diese Worte wurden nicht offiziell verbannt, es war das, was man vielleicht als „kollektive Vernunft“ bezeichnen kann, sprich; niemand wollte es vorschreiben, wie es beim heutigen Gendern der Fall ist (und ja, es ist ein Vorschreiben), sondern man erkannte ohne Vorgaben, dass diese Worte antiquiert sind.
    Doch was war mit neueren Ausdrücken wie „Schwarzer, Farbiger“?
    Richtig! Auch sie konnten rassistisch benutzt werden, eben weil nicht das Wort alleine, sondern der Ton darüber bestimmt, was wie gemeint ist.

    Das Gendern ist kein Zeichen des Fortschritts, es ist ein Anzeichen der fortschreitenden Dekadenz einer Gesellschaft, die mehr Zeit für Worte, als für Taten hat.
    Eine Gesellschaft in der die einzelne Person zwar erkennt, dass sich etwas verändern muss, und es lautstark fordert, dass die „Anderen“ sich ändern müssen, sich dabei selbst aber vergisst. Es sei denn, es geht um „Schöntuerei“ wie eben das Gendern, dann kann man mit stolz geschwellter Brust dabei sein, und sich dem Irrglauben hingeben, das man nun etwas in der Welt verbessert hat. Und genau darum wird sich die Situation eben nie wirklich verbessern.
    Noch böser ausgedrückt: ich erlebe viele Menschen, die gendern, und den Kapitalismus verfluchen, während genau diese kapitalstische Dekadenz so etwas möglich macht, in dem sie eine eine Notwendigkeit suggeriert, über die ärmere Länder nur erstaunt den Kopf schütteln können. .

    Und zu guter Letzt eine wahre Begebenheit deren zufälliger „Ohrenzeuge“ ich wurde:
    Ein junger Mann (geschätz zwischen 25 und 30) , den man wohl vom Aussehen her als „Hip“ bezeichnen kann, redete mit einem anderen jungen Mann gleichen Aussehens über das „Gendern“.
    Beide waren scheinbar enthusiastische Verfechter der geschlechtergerechten Sprache, nur verriet ihr Gespräch auch gleich nochwas: Sie erkannten, dass man so heutzutage „Mädchen aufreisst“. Sie kleideten es inhaltlich zwar in Gendersprache, aber letzten Endes war genau das die Aussage.
    Und wieder: Auch hier zeigt sich, dass die Sprache nicht das denken beeinflusst sondern umgekehrt. Denn um ihren amourösen Trieben Befriedigung zu verschaffen, haben sie erkannt, dass sie anpassen müssen.
    Nur eine Ausnahme? Oder doch das Anzeichen, was am Ende wirklich dabei rauskommt?

    P.s.: Die Art, wie das Gendersternchen die Aussprache beeinflusst entbehrt nicht eines gewissen Witzes. Wäre ich vor 15Jahren in eine Zeitmaschine gestiegen und würde in´s Heute reisen, und jemanden hören, der so spricht; dann wäre ich in Alarmbereitschaft, denn ich habe einst gelernt, dass auffällige Pausen in Wörter die ersten Anzeichen eines nahenden Schlaganfalls sind. Auch ein Schädel-Hirn-Trauma mittleren Grades würde ein solches Symptom hervorrufen.

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    • Hallo Januz, vielen Dank für deinen sehr ausführlichen Kommentar. Du wirfst hier allerhand durcheinander. Und nicht alles gehört zu disesem Blogartikel. Bleiben wir also bei dem Punkt, der zu diesem Blogartikel gehört. Du unterstellst, ich oder Menschen, die gendergerechte Sprache befürworten, glaubten, unser Denken sei ausschließlich durch Sprache/Wortwahl bestimmt. Das ist nagtürlich Unsinn. Sprache ist ein Puzzleteil, aber nicht der einzige Einflussfaktor.
      Sprache ist nicht alleine dafür verantwortlich, welchen Menschengruppen welche Rechte versagt werden: Manchmal ist das schnöde diktatorische Machtpolitik, mitunter mir religöser Würze.
      Daher ist es ja gerade das Spanische interessant, weil es diese Sprache in sehr unterschiedlichen politischen Systemen gibt.
      Erwiesen und in zahlreichen Studien belegt ist, dass wir mit unseren Worten Bilder in den Köpfen anderer erzeugen. Und diese Bilder führen zu Plänen und Handungen. Und wenn Frauen in den Gedanken nicht repräsentiert werden, werden sie beim Tun vergessen. Sprache ist ein Mittel, um Frauen sichtbar zu machen, nicht das einzige.
      Unterschiedliche Sprachen in unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und religiösen Systemen zu vergleichen, ist nicht möglich. Daher verbietet sich zum Beispiel ein Vergelich Deutschland-Türkei. Ein Vergleich Deutschland-Finnland ist schon realistischer, weil beides marktwirtschaftliche, weltliche Demokratien.
      Interessant ist hier eine Studie der Weltbank, die versucht hat, herauszufinden, ob die Erwerbsbeteiligung von Frauen höher ist, wenn die Muttersprache genderless ist im Vergleich zu highly gendered languages. https://www.worldbank.org/en/news/feature/2019/01/24/gendered-languages-may-play-a-role-in-limiting-womens-opportunities-new-research-finds

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  2. Guten Tag, vielen Dank für den interessanten Beitrag. Kennen Sie Veröffentlichungen/Literatur zum Thema Gendern und Genusverwendung/gendersensibler Sprache in unterschiedlichen Sprachen bzw. im Kontrast zum Deutschen?
    Über eine Antwort würde ich mich freuen. Gerne auch per Mail. Herzlichen Dank und beste Grüße
    S. Gerhardt

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  3. Ok, du lobst das Englische für „neutralisierte“ Bezeichnungen wie policeofficer und bartender. Das ist stark. Wo jetzt „the policeofficer“ neutraler ist als „der Polizeibeamte“ bleibt aber vermutlich dein Geheimnis.

    In einem Kommentar schreibst du: „In den 50er Jahren waren viele Berufe feminin, nämlich all die, die tradtionell von Frauen ausgeübt wurden: Krankenschwester, Kidnergärtnerin [sic!], Sekretärin, Stewardess, Putzfrau. Und als Männer diese Berufe ergriffen, mussten neue Wörter her. Umgekehrt wurde dies Frauen nicht oder nur gegen hartnäckigen Kampf zugestanden.“

    Warum mussten hier neue Wörter her? Ganz einfach: Weil sie von ihrer Struktur her nur eine weibliche Person meinen können. Das hast du bei deinen englischen Beispielen umgekehrt doch auch wunderbar verstanden. Die meisten Berufsbezeichnungen sind aber völlig neutral gehalten. Wie eben dein Polizeibeamter.

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    • Lieb*er Robin,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Warum „the manager“ im Englischen eine neutrale Bezeichnung ist, der Manager im Deutschen dagegen einen Mann benennt, ist ganz einfach: eine Frau heißt die Managerin. Gendermarkierungen im Englischen sind hauptsächlich über die Endung -ess oder über die Lexik vorhanden (brother, sister, man). Beim Begriff Menscheit ist es im Übrigen umgekehrt. Die Menschheit im Deutschen ist neutral. Mankind im Englischen geriet in Kritik, weil es im Grunde Mannheit heißt. Die neutrale Form heißt humankind oder humanity.
      Wie das Gender in der deutschen Grammatik verankert ist, erkläre ich hier: https://www.gespraechswert.de/gendergerechte-sprache-einfach-erklaert/

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  4. Vielen Dank für den interessanten Artikel! Ich gendere – bzw entgendere wie es ja eigentlich heißen sollte, mittlerweile recht konsequent, obwohl ich es zuerst auch lang als zu mühsam empfand. Aber siehe da, es ist gar nicht schwer, und wie wir uns als Persönlichkeiten weiterentwickeln, entwickeln sich eben auch Gesellschaft und Sprache weiter. An alten Gewohnheiten statisch festzuhalten, obwohl viele gute Gründe für eine Änderung sprechen, ist nicht sinnvoll. Ich mag übrigens das Sternchen auch nicht so gern, sondern nehme den Doppelpunkt – ich finde der stört den Lesefluss optisch weniger, aber man kann ja hier je nach Vorliebe wählen – ist doch schön! Warum soll alles immer rigide vorgeschrieben sein was korrekt ist? Auch eine sich weiter entwickelnde deutsche Sprache wird schön sein.
    Übrigens, ich hätte ja schon vor Jahren mal eine Idee für einfaches Gendern gehabt: Früher hatten doch der zerstörerischen Sturmtiefs immer Frauenvornamen, bis das geändert wurde und jährlich wechselt zwischen Frauenvornamen und Männervornamen. So könnten wir doch in geraden Jahren weiterhin das generische Maskulinum verwenden, und in ungeraden Jahren konsequent das generische Femininum für alle – und Männer sind dann mit gemeint (vielleicht auch mal ein interessantes Gefühl). Dann gäbe es meist im Januar noch einige Hoppalas, bis alle sich umgestellt hätten, aber sonst wäre es einfach. Aber ja, leider, inklusiv ist das dann auch nicht… also doch lieber Doppelpunkt oder Sternchen.

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  5. Alles Blödsinn, Wissenschaftler ist neutral Leser ist neutral, Sportler ist neutral der Rest ist nur an den Haaren herbeigezogen Ich wohne als Deutscher seid 40 Jahren in Spanien hier gibt es solche Diskussionen nicht. Erwäge aus solchen bescheurten Argumenten meine deutsche Staatsangehörigkeit aufzugeben da Deutschland in allen Ebenen auf dem ein bekloppter Staat geworden, denkt nur mal an das Datenschutzgesetz, auch eine extreme Entwicklung der deutschen krankhaften Mentalität

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    • Hallo Wolfgang Grein, habe überlegt, ob ich Ihren Kommentar überhaupt freigebe. Mir missfällt die Aggressivität Ihres Tons. Mir fehlt die Sachlichkeit in der Argumentation. Ich habe mich entschieden, ihn freizugeben, weil Sie ein wunderbares Beispiel für die Haltung sind: Was ich nicht weiß, das gibt es nicht. Und was ich denke, meine oder fühle ist die Wahrheit.
      Ein bisschen so, wie bei kleinen Kindern, die sich die Hände vor das Gesicht halten und dann glauben, Sie seien nicht mehr zu sehen. Nur anders herum.
      Zu Ihrem Punkt 1: Die Wissenschaftlerin ist eine Frau, der Wissenschaftler ist ein Mann und neu: Wissenschaftler*in beschreibt den Beruf, ohne dass ein Gender in den Vordergrund tritt, also genderneutral. – Johann Christoph Gottschedt schreibt 1748 in seiner „Grundlegung einer deutschen Sprachkunst“, dass es männliche Begriffe für Berufe, Tätigkeiten, Ämter Männer benennn und weibliche Frauen. – Und die Forschung heute belegt hinlänglich, dass wir uns bei „der“ CEO, Arzt, Chef, Elektriker etc. einen Mann und bei „die“ CEO, Ärztin, Chefin, Elektrikerin eine Frau vorstellen.
      Zu Ihrem Punkt 2: Nur weil Sie etwas nicht wissen, sehen oder kennen, kann es trotzdem exisitieren. Hier ein spanisches Erklärvideo, wie das mit der gendergerechten Sprache oder auf Spanisch lenguaje inclusivo im Spanischen geht: https://www.youtube.com/watch?v=zHQVIsY3Wvs

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  6. Eine Schülerin von mir hat mal im kleinen Maßstab herzufinden versucht, warum ca. 2/3 der Bevölkerung das Gendern ablehnen. (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/grosse-mehrheit-laut-umfrage-gegen-gendersprache-17355174.html)
    Das Ergebnis ihrer kleinen, absolut nicht repräsentativen Studie war, dass die große Mehrheit der Befragten, das Gendern als aufwändig und unästhetisch empfanden. Dass es komplett unnötig sei und man keine Rücksicht auf Minderheiten nehmen sollte, gab nur ein geringer Teil an. Womöglich haben sich die Befragen verstellt? Womöglich wurde hier Intoleranz übertüncht? Sicherlich war dieses Ergebnis weder übermäßig valide, reliabel, noch repräsentativ. Aber es zeigt sich doch, was ich unten sagte, und was auch andere Studien (Quellen liefere ich gern nach) zeigen: Sehr viele Menschen empfinden „das Gendern“ und besonders das *Sternchen als „hässlich“ und „aufwändig“. Und durch die Masse an subjektiven Meinungen, lässt sich zumindest ein objektivierbares Bild der Gesellschaft zeichnen. Ein durchaus klassisches Vorgehen in den Sozialwissenschaften. Wäre es anders, bräuchte es doch auch keine Kommunikationsberater*innen, die Unternehmen und Institutionen beraten und für das Thema sensibilisieren. Das ist keine Argumentation gegen das Gendern. Vielleicht ist Gendern sogar so sinnvoll wie das Zähneputzen. Trotzdem muss ich meine Kinder recht intensiv dazu auffordern regelmäßig Zähne zu putzen, bis sie es nach einigen Jahren ganz automatisch machen. Und dabei hilft es ungemein, wenn die Zahnpasta gut schmeckt und die Zahnbrüste nicht ausfranst. Vielleicht gibt es ja in unseren Nachbarländern Geschmacksrichtungen und Bürstenköpfe, die uns gut schmecken. Es würde mir die Sache deutlich leichter machen.

    PS: Die Einstellung der Homepage lässt keine direkte Antwort auf ihren Kommentar zu. Obwohl es einen entsprechenden Button „Antworten“ gibt. Vielleicht lässt sich das barrierefreier einrichten. Im Übrigen finde ich Ihre Seite und Ihre Beiträge sehr gut!

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    • Hallo Till, vielen Dank für deinen Kommentar. Was du meinst mit „lässt keinen direkten Kommentar zu“, verstehe ich nicht. Du hast doch kommentiert?
      Zum Inhaltlichen: Nicht-gendern geht in der deutschen Sprache nicht. Sie zählt – ebenso wie Französisch oder Spanisch – zu den durchgegenderten Sprachen. Das heißt: Wir können uns nur entscheiden, ob wir maskulin gendern, feminin oder inklusiv. Der Arzt ist ein Mann, die Ärztin eine Frau, Ärzt*in ist genderübergreifend oder alle Gender inkludierend, wie du es nennen willst.
      Dass Problem mit den Umfragen ist simpel: Durch Agitation und Desinformation statt Erklärungen, wird Menschen suggeriert, sie müssten ganz viel ändern, was schlicht falsch ist. Weil Änderung anstrengend ist, mögen das viele erstmal nicht. Viele reduzieren „gendern“ zudem auf den Stern. Und der ist nur eine von vielen Möglichkeiten, im Deutschen inklusiv zu reden und zu schreiben. Wir tun es alle und mischen inklusive Formen mit maskulin gegenderten Varianten.
      Im Grunde geht es beim Thema gendergerechte Sprache darum, Gendermarkierungen zu vermeiden und dort, wo sie nötig oder gewünscht sind, alle Gender zu benennen, die gemeint sind und nicht etwas zu sagen und etwas anderes zu meinen.
      Warum die Umfragen, die zu dem Thema kursieren, nicht sonderlich aussagekräftig sind, erläutere ich in diesem Blogartikel. Da habe ich eine Umfrage nach wissenschaftlichen Kriterien analysiert: https://www.gespraechswert.de/gendersprache-umfragen/
      Ich wünsche mir, dass alle ein bisschen entspannen und wir mehr über das Warum und das Wie reden. Dann verstehen Menschen a) den Sinn und b) bekommen sie Möglichkeiten an die Hand, wie es dem eigenen Sprachgefühl angemessen geht.

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  7. Vielen Dank für Ihren Interessanten Artikel. Gendern ist sinnvoll und zugleich hässlich und anstrengend. Letzteres gilt zumindest für die deutsche Sprache. Andere haben es da deutlich leichter, oder auch noch schwerer. Natürlich haben auch unästhetische und anstrengende Menschen Sympathie und Liebe verdient. Aber sie haben es dadurch nicht leichter. Als Autor wünsche ich mir eine schönere, einfachere Lösung – ohne * und Innen. Aber natürlich habe ich selbst keine elegante Variante parat. Ich glaube, langfristig wird sich das *Sternchen in Deutschland nicht durchsetzen, da es eben jenen Makel besitzt. Es ist unpraktisch, und heutzutage gibt es eine Dominanz der Effizienz, mehr noch als eine „Dominanz des Patriachats“. Und das Gendersternchen ist (wie gesagt) hässlich. Damit schreckt es auch progressive Menschen ab – auch und vor allem, wenn sie mit Sprache arbeiten. (Natürlich gibt es auch sehr viele Künstler, die sich damit kreativ auseinandersetzen.) Vielleicht finden sich in den Debatten unserer Nachbarn ja Lösungen, die auch für unsere Sprache (noch besser) passen könnten.

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    • Vielen Dank Till Martin für dein Interesse und deinen Kommentar. Es ist ok, wenn dir der Stern nicht gefällt, aber ein Fakt ist das nicht. Es ist dein Empfinden. Schön oder hässlich sind höchst subjektive Kategorien.
      Ich finde, der Stern ist zwar noch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber im Moment das schönste und beste Zeichen, wo ein Sonderzeichen nötig ist, um alle Gender zu benennen.
      Das meiste lässt sich allerdings auch ganz ohne Sonderzeichen inklusiv ausdrücken.
      Das Binnen-I kannst du übrigens getrost vergessen. Das ist nicht inklusiv, sondern benennt nur Männer und Frauen.
      Stern, Doppelpunkt oder Unterstrich schließen neben Männern und Frauen auch nicht-binäre Personen ein.

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  8. Vielen Dank für diesen Beitrag, er ist sehr informativ, wenn auch ideologisch natürlich verfärbt. Was ihn für mich erst lesbar gemacht hat, ist das nicht-Gendern. Also danke auch dafür.

    Zur Thematik an sich: Natürlich ist Gendern kein Fortschritt und besonders im Deutschen haben die Pronomen und Artikel auch keinen patriachalischen Hintergrund. Die „Cis“-Männer von 1850-schiessmichtot hätten sicherlich unter keinen Umständen toleriert, mit „Sie“ (Höflichkeitsform und Mehrzahl) oder „die“ (die Männer) angesprochen zu werden.

    Allein damit fällt eines DER Hauptargumente fürs Gendern in sich zusammen. Denn im Gegensatz zu der allgemeinen Auffassung, ist unsere Sprache bereits extrem divers/ ein Mix aus weiblich/männlich. Die für alle verwendete Form „Schüler“ wird durch das „die“ in der Mehrzahl wettgemacht. Vermutlich hat man sich schon 1850 gedacht, wie man eine gendergerechte Sprache möglichst einfach umsetzt. Auch hier ist „man“ bereits angepasst, um es klar von „Mann“ zu trennen. Unsere Vorfahren haben es besser hinbekommen.

    Was fehlt, ist natürlich der „Raum“ für das dritte Geschlecht. Dieser „Raum“ muss in einer Demokratie (mehrheitsregierung) aber leider hinten angestellt werden, so schmerzhaft das für die Minderheit auch ist. Ansonsten ist es eben nicht mehr demokratisch. Wer dagegen spricht, kann sich nicht mehr als Demokratiefreund bezeichnen. Was ja ok ist, aber man sollte dann zu seinen totalitäreren Ansichten auch ein bisschen stehen. 😉

    Das sind nur einige der vielen guten Argumente gegen das Gendern.

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    • Hallo Laura,
      was genau meinst du mit „das Nicht-Gendern“?
      Vielleicht lässt du dich von der Begriffsverwendung reinlegen, das Wort ist etwas irreführend.
      Die deutsche Sprache ist durchgegendert. Denn: Genus und Sexus gehen eine innige Beziehung ein. Hier erkläre ich das was genauer: https://www.gespraechswert.de/gendergerechte-sprache-einfach-erklaert/
      Im Englischen ist die Beziehung nicht ganz so innig. Dort sind die Gendermarkierungen inzwischen weitgehend ersetzt und für Anrede und Pronomen gibt es genderneutrale Alternativen.
      Es gibt auch Sprachen, die nicht gegendert sind (im Finnischen gibt es z.B. nur ein Pronomen für alle in der 3. Person), das heißt, dass über die Sprache nicht markiert wird, ob jemand Mann, Frau oder Divers ist.
      Wir können im Deutschen also nicht nicht-gendern, sondern wahlweise maskulin gendern oder inklusiv. Wenn davon die Rede ist, zu gendern, ist meist gemeint, sich darum zu bemühen, nicht einseitig ein Geschlecht in der Sprache hervorzuheben, sondern Gender zu vermeiden oder das zu benennen, das gemeint ist.
      Meine Texte sind inklusiv gegendert, zumindest bemühe ich mich darum. Dafür braucht es aber keine Sternenhimmel.
      Zu gendern bedeudet im allgemeinen Wortsinn im Grunde entgendern, also Gendermarkierungen aus der Sprache zu entfernen und dort, wo das nicht geht, die zu benennen, die gemeint sind. Der Stern hilft dabei, neben Mann und Frau auch Divers zu adressieren.
      Dass wir für nicht-binäre Menschen keine Worte haben, liegt daran, dass wir sie jahrhundertelang nicht zugelassen haben. Babys mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen wurden einfach zu Mann oder Frau operiert. Das ist erst seit 2021 in Deutschland verboten.
      Zu deinem Demokratiebegriff. Eine Demokratie zeichnet sich durch Minderheitenschutz aus und ist gerade keine Diktatur der Mehrheit. Stell dir vor, Menschen mit grünen Augen (die seltenste aller Augenfarben) würden benachteiligt, weil die meisten halt braune oder blaue Augen haben. Absurd? Absurd!

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  9. die englische Variante „Zurück ins Mittelalter“ finde ich reizvoll. Lasset uns parlieren in zweiter Person Plural.
    Euch sei es genehm!

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    • Danke Andreas, ich musste schmunzeln.
      Ich denke alledings nicht, dass das Singular-They mittelalterlich klingt. Wir haben zum Beispiel das Pronomen „sie“ im Singular und im Plural. Im Finnischen gibt es ganz generell nur ein genderneutrales Pronomen für alle.
      Hier ein Beispiel aus einer Übersetzung meines Textes aus dem Kunstprojekt „Alle Gender“: Everyone should be able to do what they want: wear skirts or trousers, put on makeup or not, prefer high heels, or flat shoes. (Link zum ganzen Text: https://www.gespraechswert.de/alle-gender-definiere-mann-frau-divers/)

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  10. „Der Stern dagegen fügte sich harmonisch in meinen Sprachgebrauch ein“
    Wie sprechen sie den Stern denn aus?
    Die Realität ist doch, dass das „Gendern“, so wie sich das Aktivisten oder eher Extremisten vorstellen im Sprachgebrauch auf der Straße überhaupt keine Rolle spielt.
    Es wird suggeriert, die offizielle Sprache müsste geändert werden, da das ja eigentlich alle Menschen eh schon nutzen würden. Genau das Gegenteil ist doch der Fall: viele Firmen, Institutionen oder Verbände werden von Genderaktivisten massiv unter Druck gesetzt, wenn sie ihre offizielle und zudem korrekte Sprache nicht umstellen. Wenn man dann mal in diese Firmen geht, nutzt diese verkrüppelte Sprache fast niemand im Privaten, so meine Erfahrung.
    Wer bestimmt darüber, welche Sprache die korrekte ist? Selbst der Duden ist doch nicht die bestimmende Instanz, mal abgesehen davon, dass auch er unter Druck gerät und zum Teil sogar angefeindet wird, da er nicht die Mode-Bezeichnungen für angebliche Genderneutralität übernimmt. Mit welcher Berechtigung werden hier also Genderzeichen als Selbstverständlichkeit dargestellt?
    Ich lehne alle diese Sonderzeichen für angebliche Genderneutralität grundsätzlich ab, da sie nicht verbinden, sondern nur trennen und zudem, insbesondere in der Sprache unverständlich sind.
    Wenn mich jemand entsprechend anspricht oder anschreibt, nutze ich demonstrativ die grammatikalisch korrekte, alle Geschlechter einbeziehende und leicht verständliche Form des generischen Maskulinums. Für eine persönliche Ansprache nutze ich die weibliche und männliche Form. Und so machen es bestimmt auch 99,99 Prozent aller Menschen, die sich nicht ideologisch beeinflussen lassen.

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    • Vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.
      Zu Ihrer Frage 1: „Wie sprechen sie den Stern denn aus?“
      Ganz einfach: Spiegelei, Klimawandel, Patenonkel, Butterbrot … alle diese Wörter enthalten den sogenannten Glottisschlag. Wir unterscheiden beim Sprechen ohne Probleme, ob wir verreisen oder etwas vereisen. Nichts anderes ist die gesprochene Gap. Also mega simpel und alle die Spiegelei sagen können, können das.
      Bedauerlich ist, dass Sie Menschen, die nicht Ihre Auffassung teilen, massiv abwerten oder gar kriminalisieren: „so wie sich das Aktivisten oder eher Extremisten vorstellen“. Das sind Formulierugen, die einer demokratischen Debatte nicht förderlich sind.
      Das führt zu Ihrer Frage 2: „Wer bestimmt darüber, welche Sprache die korrekte ist?“
      Die Sprache gehört uns allen und wir als Sprachgemeinschaft bestimmen, wie wir sprechen und schreiben. Die Aufgabe des Rechtschreibrates bezieht sich auf das Schreiben und ist eine rein deskriptive. Das heißt, er beobachtet den Sprachgebrauch von Graz bis Sylt und von Usedom bis Bern und Bozen und entwickelt die Regeln gemäß des Gebrauchs behutsam weiter. Genau dies tut der Duden auch. Die Redaktionsleitung des Duden sitzt im Rechtschreibrat, ebenso wie die Leitung des Leibnitz-Instituts für deutsche Sprache und weitere Fachleute aus DACH und weiteren deutschsprachigen Regionen.
      Was Druck oder Anfeindungen angeht: Die gehen in beide Richtungen. Da ich die Post nicht bekomme, kann ich nicht sagen, was mehr ist, die sich beschweren, dass nicht gegendert wird oder die sich beschweren, wenn gegendert wird.
      Gendern ist im Übrigen weit mehr als ein Sonderzeichen. Es geht vor allem darum, nicht etwas zu sagen und etwas anderes zu meinen, sondern sich zu überlegen, was meine ich und das auch auszusprechen. Dazu können Sie ein Sonderzeichen nutzen, müssen es aber nicht. Die deutsche Sprache bietet zahlreiche weitere Möglichkeiten, sich präzise und gendersensibel auszudrücken.
      Selbstverständlich steht es Ihnen zu, eine eigene Meinung zu haben. Und natürlich dürfen Sie im generischen Maskulinum kommunizieren. Mit dem gleichen Recht dürfen andere, die Gendergap sprechen. Und wie Sie sich das Recht herausnehmen, den Genderstern zu kritisieren, dürfen andere das generische Maskulinum kritisieren. Darin Extremismus zu vermuten, wäre undemokratisch.
      Betrachte ich die Faktenlage, also was wissenschaftlich bekannt und erforscht ist, so gibt es zum Stern bisher wenig Forschung, weil er noch jung ist. Die Wirkung von generisch verwendeten Maskulina dagegen ist sehr gut erforscht: Sie erzeugen Vorstellungen von Männern und lassen Nicht-Männer in der Wahrnehmung verschwinden. Wenn Kindern von Ingenieuren erzählt wird, stellen sie sich diese Berufe schwerer zu erreichen vor als wenn von Ingeniuerinnen und Ingenieuren gesprochen wird. Bei Stellenanzeigen im Maskulinum bewerben sich weniger Frauen und wenn sie sich bewerben, haben sie schlechtere Chancen. Und so weiter. …. Außerdem ist das Maskulinum durch die Doppeldeutigkeit schwerer verständlich als wenn ich das sage, was ich meine.
      Ihre Frage 3: „Mit welcher Berechtigung werden hier also Genderzeichen als Selbstverständlichkeit dargestellt?“ – Ich verstehe nicht genau, was Sie mir damit sagen wollen. Das Problem, nicht-binäre Menschen in der Sprache sichtbar zu machen, hat eben nicht nur das Deutsche, sondern viele Sprachen. Gleiches gilt für patriarchale Strukturen, die sich in Sprache niedergeschlagen haben und heute von vielen als nicht angemessen oder unpassend empfunden werden.
      Ich habe hier dargestellt, wie andere Sprachen mit der Frage umgehen. Das ist ein Service, den ich meinen Leser*innen biete. Und ja, ich nehme mir das Recht, die Sprache so zu verwenden, wie ich es für richtig halte.

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  11. Macht das Sprachenlernen aber nicht einfacher. Auch nicht f Menschen, die ohnehin bereits Probleme mit Lesen und Schreiben haben. Einerseits mehr Trends zu sprachl. Vereinfachung (Nachrichten in einfacher Sprache), Kurztexten (twitter, SMS etc- Zeichenbegrenzung) und andererseits mehr Komplexitaet.

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    • Liebe Eleonora Schmid,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. So pauschal würde ich das nicht sehen. Für das Deutsche kann ich sagen: Es ist einfacher, jemandem im DAZ-Kontext zu erklären, wann er wo und warum einen Stern setzen soll, als zu erklären, dass er aus dem Kontext interpretieren muss, ob nur Männer gemeint sind oder alle. Das ist definitiv schwerer und lässt bei Sätzen wie „Wir brauchen mehr Erzieher“ auch Muttersprachler*innen rätselnd zurück. Außerdem ist Gendern natürlich mehr als der Stern. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, gendersensibel zu formulieren. Letztlich geht es darum, nicht etwas zu sagen und etwas anderes zu meinen. Also darum, vorher zu überlegen, was/wen ich meine und das sage ich dann auch.
      Auch im Englischen ist gendern einfach. Begriffe mit Gendermarkierung sind inzwischen verpönt. Und mit Pronomen geht das zum Beispiel so: Everybody should wear what they want.
      Für skandinavische und romanische Sprachen bin ich nicht tief genug drin, aber die Sprachgemeinschaften sind auch dort auf dem Weg.
      Schwierig stelle ich mir das für slawische Sprachen vor. Letztens las ich einen Fachbeitrag über Polnisch mit 5 Genera und sehr viel Movierungen. Das ist komplex.

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  12. Hallo, ich habe den Artikel sehr interessiert gelesen. Ich frage mich nur wenn es in anderen Sprachen möglich ist neue Wörter zu finden oder zu bilden usw. warum kriegen es die Deutschen nur mit einem Sternchen hin? Z.B. Könnte man sagen/schreiben „Polizisten, Polizistinnen und Diverse Menschen/nonbinäre im Polizeidienst.“
    Ich glaube unsere Sprache gibt es her eine Gendergerechtesprache zu Formen und das ohne Sternchen oder irgend welche kruden Abkürzungen. Ich unterstelle den Verteidigern der Gendergerächtensprache Faulheit beim sprechen und schreiben bzw. die traurige Tatsache das ein Tweet nur 160 Zeichen hat und wenn Jemand das Ausschreiben würde dann ist viel Platz verloren. Das Gendersternchen zeugt nicht von Kreativität und Sprachkenntniss, sonder von Faulheit von seinem Bequemen Sofa aus Glaubend die Welt zu verändern.
    Ich glaube aktive Aufklärung zu betreiben würde die Gender Gemeinschaft weitaus mehr sichtbarer machen als ein Sternchen. Aufklärung im Sinne von, Dokumentationen, Vorträge, Bücher etc. und mit einer offenen Grundhaltung, anderen Menschen die Lebenswelt Diverser Menschen näher zu bringen in einem Neutralen Kontext.

    Und zum Abschluss eine kleine Anekdote.
    Ich habe mal eine Person gefragt warum sie nicht ihr aktuelles Geschlecht komuniziert um Klarheit zu verschaffen um die Fronten zu klären anstelle des Gendersternchens zu verwenden.
    Antwort: „Ich erkläre doch nicht jedem mein Geschlecht!“
    Ich weiß leider nicht in wie weit sich die Parteien kannten wie nahe die sich standen aber ich da dachte ich mir, wozu dieser Heckmeck?

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    • Hallo Chris,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie reden von Fronten. Das klingt kriegerisch und aus meiner Sicht führn Fronten und Grabenkämpfe in eine Sackgasse.
      Sie lehnen das Sternchen ab. Andere finden es gut. Es hat seinen Ursprung in der Quee-Community als Zeichen für Gendervielfalt. Mir ging es so: Das Binnen-I mochte ich nie. Der Stern dagegen fügte sich harmonisch in meinen Sprachgebrauch ein. Außerdem funktioniert er nicht nur bei Nomen, sondern auch bei Adjetiven. Je nach Wort, wird mal die weibliche, mal die männliche Endung hinter den Stern gehängt. Alles in allem also ziemlich fair.
      Sie fragen nach neuen Worten. Auch Sprachen, die neue Worte verwenden, haben darüber hinaus Sonderzeichen. In Frankreich ist es der Mediopunkt, der die Gemüter erhitzt. Es gibt dort also beides: Sonderzeichen und neue Wörter, wie acteure für Schauspieler*in oder iel/yel als genderneutrales Personalpronomen.
      Beim Gendern geht es übrigens nicht darum, das Geschlecht zu betonen, sondern unbeabsichtigte Gendermarkierungen wahlweise zu entfernen oder konkret zu benennen. Im Grunde geht es darum, etwas mehr nachzudenken und zu sagen, was man meint. Wenn ich sage: Wir brauchen mehr Erzieher, dann meine ich, wir brauchen mehr Männer im Beruf. Wenn ich meine, wir brauchen mehr Menschen im Beruf, dann sagen ich: Wir brauchen mehr Erzieher*innen, das ist geschlechtsübergreifend.
      Sie unterstellen Menschen, die gendern Faulheit. Ich erlebe es eher umgekehrt. Es ist Gewohnheit und Bequemlichkeit, sich nicht um genderinklusive Sprache zu bemühen. Weil, das würde ja Veränderung der eignene Gewohnheiten bedeuten, und Veränderung ist zunächst immer erstmal anstrengend. Mit der Gewöhnung wird es dann wieder einfacher.
      Zu den unterschiedlichen Wegen in verschiedenen Sprachen: Sprache entwickelt sich mit dem Sprachgebrauch und je nach Sprachsystem bieten sich andere Lösugnen an. Den Genderstern finde ich übrgens sehr viel einfacher und lesbarer als die zwei Mediopunkte im Französischen.
      Das Spanische finde ich hier sehr geschickt. Aber wir haben nicht einen Vokal, den wir einfach tauschen können.

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  13. Die niederländische Art zu Gendern wäre die einzige, die man auch hier akzeptieren würde. Warum dies nicht propagiert wurde, erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich wäre das geräuschloser und mit weniger Aufmerksamkeit für die hierzulande doch sehr narzisstischen Genderideologen verbunden.
    Gendern in Spanien ist übrigens weniger weit verbreitet, als es der Blog hier suggeriert. Wird da eher als Spleen unbedeutender Randgruppen betrachtet. Ach ja: Angela Merkel hat sich zu Beginn ihrer Amtszeit selbst als “Bundeskanzler” bezeichnet. Ist auch logisch, sie kommt aus dem Osten und dort war man gesellschaftlich deutlich weiter als im Westen und auch Frauen haben wie selbstverständlich auch die grammatisch männlichen (tatsächlich geschlechtsneutralen) Formen verwendet. Ganz ohne narzisstischem Schrei nach Aufmerksamkeit.

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    • Hallo Tony Kostiz,
      vielen Dank für deine Ansicht. Darf ich fragen, wer „man“ ist? Du? Warum verwendest du abwertende Unterstellungen („narzisstische Genderiedologien“), um deine Meinung zu äußern? Warum sagst du nicht „ich“, sondern „man“? Besser fände ich, wenn du zu deiner Meinung stehst und sie ohne Abwertung anderer vertrittst.
      Zum Inhalt: Wie im Blogbeitrag geschrieben, gibt es Niederländischen für männlich und weiblich nur einen Artikel, auch Adjektive werden nicht angepasst, daher ähnelt das Niederländische an dieser Stelle mehr dem Englischen als dem Deutschen.
      Zum Spanischen: Was suggeriert mein Blog? Ich beschreibe nur, wie andere Sprachen mit dem Thema umgehen. Woher nimmst du die Sicherheit, deine Meinung sei Fakt?
      Wäre dem so, wie du schreibst, würde sich kaum El Pais immer wieder mit dem Thema befassen. Auch die RAE hätte keinen Grund, sich zu etwas zu äußern, das leiglich ein „Spleen unbedeutender Randgruppen“ sei. Das behaupten hier in Deutschland auch einige. Und wollen es gleichzeitig verbieten. Ein sachlicher Widerspruch.
      Hier zwei Links zum Thema im Spanischen:
      https://newster.info/asi-se-usa-el-lenguaje-inclusivo-en-america-latina-y-espana/
      Und hier ein Artikel über die „lenguaje inclusivo“ in Argentinien, wo das Thema am stärksten präsent ist in der spanischsprachigen Welt: https://elpais.com/cultura/2019/03/30/actualidad/1553959465_205850.html

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  14. Die Entwicklung der gegenderten Schrift ist eine Sache. Ich beobachte mit großem Unbehagen, dass das Gesprochene immer mehr so läuft als gäbe es nur mehr die weibliche Form, d.h. es gibt dann, auch oft bei hoch Gebildeten und im ORF, vor dem Binnen-I keine Pause. Ich betrachte es grob unhöflich, wenn gegenüber einem Auditorium kein Platz mehr für beide oder die 3 Geschlechter ist.
    Abgesehen davon gibt es bedeutendere Bereiche für geschlechtergerechte Behandlung, wie die gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit, für die man sich sichtlich weniger oder gar nicht einsetzt. Was ist also der wirklich Fortschritt? MfG

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    • Hallo Herr Strauss,
      vielen Dank für Ihren Kommentar. Nun im Englischen gibt es nur einen Artikel und daran scheint sich niemand zu stören. Wenn es im Deutschen nur noch einen Artikel geben sollte, wäre „die“ linguistisch tatsächlich am geschicktesten, denn 46 Prozent der Nomen im Singular und 100 Prozent der Nomen im Plural werden im Deutschen mit die gebildet. Zusätzlich ist „die“ einfacher zu deklinieren, weil es in den Fällen weniger Anpassungsstress macht.
      Ich verstehe aber auch, dass Sie sich als Mann irgendwie vergessen fühlen, wenn etwas nach generischem Femininum klingt. Genau deswegen gibt es ja in so vielen Sprachen die Debatte um mehr Gendersensibilität in der Sprache. Nämlich überall dort, wo Frauen und Minderheiten zumindest soweit Erfolge gefeiert haben, dass sie eine Stimme haben, die gehört wird. Alle Menschen wollen sich angesprochen fühlen, egal ob M, W oder D. Und dort, wo die Sprache im Genus zwischen M und W unterscheidet, haben diese Artikel eine starke Wirkung auf die Vorstellungskraft. So wurde aus dem an sich neutralen presidente eine presidenta, wegen el als Artikel, das passt nicht zu einer Frau.
      Sprache ist unser zentrales Werkzeug, um über unser Erleben von Welt und unsere Bedürfnisse zu sprechen und uns mitzuteilen. Deshalb ist es nur logisch, dass sich Sprache mit der Gesellschaft verändert. In den 50er Jahren waren viele Berufe feminin, nämlich all die, die tradtionell von Frauen ausgeübt wurden: Krankenschwester, Kidnergärtnerin, Sekretärin, Stewardess, Putzfrau. Und als Männer diese Berufe ergriffen, mussten neue Wörter her. Umgekehrt wurde dies Frauen nicht oder nur gegen hartnäckigen Kampf zugestanden.
      Und natürlich ist die Sprache nicht das alleinige Mittel, um für mehr Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit zu sorgen. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Im Gegenteil: Wenn ich präzise benenne, was ich meine, habe ich größere Chancen, Missstände zu erkennen und zu beheben.
      Schauen Sie gerne bei dem Artikel vorbei, in dem ich frage, wie wir eine männliche Kinderfrau nennen sollen oder bei meinem Blogbeitrag über die gängigen Argumente im Kontext gendergerechter Sprache.

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  15. […] Denn anderen zu sagen, was sie fühlen sollen, ist übergriffig. Wir alle wollen in unserem Sosein gesehen und wertgeschätzt werden. Wertschätzung zeige ich auch mit meiner Sprache. Wie du siehst, habe ich hier den Genderstern verwendet. Aus meiner Sicht erzeugt er neue Wörter. Neben den bekannten Pronomen für Männer „er“ und Frauen „sie“ erzeugen wir also ein drittes neues Pronomen, das für alle Geschlechter steht: „er*sie“. Meinetwegen ginge auch „sier“, aber soweit sind wir in der deutschen Sprache noch nicht. Die englische Sprache ist hier weiter. […]

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