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Gendern: Wie machen das andere Sprachen?

Gendern international

Ich habe mich heute dabei erwischt, wie ein neues Wort in meinen Sprachgebrauch eingezogen ist. In einem Kommentar auf Linkedin wollte ich schreiben, dass niemand immer perfekt sein kann. Dafür verwendete ich intuitiv den Begriff Mx-perfect. Mr-perfect kennen wir alle. Mx, gesprochen Em-Ex, ist die genderneutrale englische Anrede. Bereits 2015 hielt sie Einzug in die Online-Ausgabe des Oxford English Dictonary. Praktisch, so etwas hätte ich im Deutschen auch gerne, aber da hinken wir hinterher. Was gibt es sonst noch in anderen Sprachen zu entdecken und was können wir für die deutsche Sprache daraus lernen? Read more

#365TageDSGVO: Was sind deine goods and bads?

DSGVO Symbolbild

Jürgen Litz schreibt auf Linkedin: „Vor einem Jahr stellten alle überraschend fest, dass es eine Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gibt. Das Klagen im ganzen Land war sehr groß.“ Ich habe mich an seiner Blogparade beteiligt und veröffentliche meine Liste auch hier auf meinem Blog: Was war gut an der #DSGVO, was nicht und was bleibt zu tun?

Oh ja, was wurde gejammert. Aber auch ich hatte Stress und musste meine Website durchchecken und anpassen. Da ich bereits vorher sensibel für Datenschutz war, hatte ich die bis zur DSGV gültigen Gesetze bereits alle berücksichtigt, musste insofern gar nicht soo viel ändern. Bei anderen war das anders. Was aber oft daran lag, dass sie sich plötzlich mit Gesetzen konfrontiert sahen, die sie vorher jahrelang ignoriert hatten.

Was war gut an der #DSGVO?

  • Und das ist definitiv ein guter Punkt: Flächendeckend mussten sich Unternehmen mit Rechten auseinandersetzen und diese umsetzen. In Deutschland führte das oft dazu, dass bereits lange geltendes Recht endlich beachtet wurde. Dabei wurden oft Fragen der DSGVO und Fragen des Urheberrechts vermischt. Aber egal: Hauptsache es wird sich heute mehr und besser an beide gehalten.
  • Begleitend dazu und zu der vielen Aufregung über die DSGVO ist die Sensibilität dafür gewachsen, was persönliche Daten eigentlich sind, wo sie auf unseren Websites, Social-Media-Kanälen und ganz analog im Büro herumliegen und was wir tun müssen, diese zu schützen.
  • Diese Regeln gelten erstmals EU-weit. Es ist also egal, ob ich in Köln, Dublin oder Lissabon sitze, in Prag, Warschau oder Paris.
  • US-Unternehmen mussten europäische Datenschutzregeln zur Kenntnis nehmen. Es gibt heute US-Unternehmen, die von vorneherein in ihren Bedinungen stehen haben, dass die DSGVO eingehalten wird. Das erleichtert datenschutzkonforme Geschäfte mit den USA.

Was war schlecht an der #DSGVO?

  • In der breiten Bevölkerung ist es wenig davon angekommen. Die Menschen werden überschüttet mit Datenschutzerklärungen und Einwilligungen, so dass das gleiche passiert, wie bei den AGB. Sie klicken ohne zu lesen auf „einverstanden“.
  • Auch in #KMU gibt es viel Unsicherheit und Überforderung mit der Komplexität des Themas. Mitunter artet diese Überforderung in Hysterie aus und produziert seltsame bis lustige Vorgehensweisen. Zum Beispiel wurde einer Kollegin eine Auftragsbestätigung geschickt, die kombiniert war mit Datenschutzerklärung und Einwilligung, dass ihr die Auftragsbestätigung überhaupt geschickt werden darf.
  • Solche überertriebenen oder aufgeblasenen Datenschutzmaßnahmen verschärfen den ersten Punkt, dass die Normalbevölkerung sich genervt und/oder überfordert abwendet. Das ist aber schlecht für den Datenschutz und die Entwicklung einer freien digitalen Gesellschaft.
  • Es gab und gibt viel Rechtsunsicherheit, zum Beispiel bei den Google Fonds, was nun erlaubt ist und was nicht. In Bezug auf die befürchtete Abmahnwelle als Geschäftsmodell hat der Gesetzgeber ja inzwischen zum Glück nachgebessert.

Was bleibt zu tun?

  • Digitalisierung ist kein abgeschlossener Prozess. Sie beeinflusst unser aller Leben und arbeiten und ist ein Metaprozess ähnlich der Industrialisierung vor 150 Jahren. Gesetze müssen also laufend angepasst und weiterentwickelt werden.
  • Was bei der DSGVO vergleichsweise gut gelungen ist, ist bei der Reform des EU-Urheberrechts in die Hose gegangen. Viel zu wenig wurde die Fachkompetenz von Leuten berücksichtigt, die sich wirklich auskennen mit der Technik, dem Urheberrecht und den Grundlagen unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung. Stichwort #Uploadfilter. Aber auch sonst schützt das Gesetz eher die Interessen der alten Verleger vor den Interessen der neuen „Verleger“. Um die Urheber*innen geht es gar nicht wirklich. Es wurde also am Ende ein handwerklich schlecht gemachtes Gesetz daraus, das vor allen Dingen lobbyistisch und politisch motiviert war und am wenigstens denen nützt, für die es sein soll, die Urheberinnen und Urheber.
  • Aber auch die DSGVO hat ihre Probleme, etwa dass die breite gesellschaftliche Debatte ausfällt, weil zu kompliziert. Das schadet auch dem Sinn des Datenschutzes.
  • Im Grunde brauchen wir eine konzertierte Aktion, Menschen und Unternehmen kompetent zu machen. Wir brauchen eine Sensibiliätt dafür, wie Digitalisierung in den Datenschutz und die persönlichen Freiheiten eingreift und eine politische Debatte, wie dies künftig in Gesetzen umgesetzt werden soll, die Rechtsicherheit geben UND die freie demokratische Gesellschaft schützen. Und zwar soweit heruntergebrochen, dass Menschen verstehen, in was sie einwilligen, wenn sie eine App installieren, welche Daten Alexa, Siri und Freundinnen sammeln und eine Entscheidung treffen können, wie viel davon sie wollen und was nicht. Vielleicht auch schrittweise: diese Daten darfst du meinetwegen sammeln, damit ich dieses Asset nutzen kann. Nein, das bleibt privat, da verzichte ich lieber auf das Asset. Und nicht friss oder stirb. Alles oder du kriegst das Produkt nicht.
  • Dass diese Debatte eu-weit geführt werden muss und viele Gesellschaften, Sprachen und nationale Besonderheiten unter einen Hut gebracht werden müssen, macht es nicht einfacher. Aber diese Erkenntnis ist ein Appell an die EU, mehr Demokratie zu wagen und künftig nicht nur nationale Abgeordnete ins Parlament zu wählen sondern das Parlament als Ganzes.

So, und bevor ich pathetisch werde und einen Appell an die EU richte, soll das hiermit für heute gut sein.

Und bei dir/Ihnen? Was sind deine/Ihre Erfahrungen mit der #DSGVO?

Bild: pixabay, andibreit

Sprachwandel: Widerstand und Wirklichkeit – von Anglizismen, Gendern, Grammatik und mehr

Einstellung zu Sprachwandel

Vor ein paar Jahren waren es die Anglizismen und der Verfall des Genitivs. Heute ist es das Gendern, das die Gemüter erhitzt. Und morgen? Wir werden es sehen, lesen und hören, welche Veränderung im Sprachgebrauch dann in der Kritik steht. Aber warum eigentlich? Und warum ist das Thema Gendern derzeit so konfliktträchtig, dass Leute nicht mehr normal miteinander diskutieren, sondern in ihren Gräben sitzen und verbal schießen – oder wie es meine Kollegin Annika Lamer ausdrückte – mit Porzellan schmeißen? Was ist Sprache eigentlich und wozu benutzen wir sie? Warum verändert sie sich überhaupt? Ist das gut oder schlecht oder vielleicht beides oder nichts davon?

Das alles war die Motivation für meine kleine Umfrage. Ich wollte ein Stimmungsbild einholen und das Thema Gendern und Sprachwandel in einen größeren Denkrahmen einbetten. Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben. Hier kommen die Ergebnisse: Read more

Sprache und Sprachwandel – eine Umfrage

Trainings&Coachings in Köln

Wir schreiben und reden heute anders als vor 100 Jahren. Logisch: Damals gab es weder Computer noch Internet, also auch keine Worte dafür. Aber auch die Grammatik hat sich geändert. Ich hülfe dir, wenn… würde heute kaum jemand sagen. Heute heißt das: Ich würde dir helfen, wenn… Andererseits löst das Thema Sprachwandel immer wieder heftige Streitereien aus.
Aber wozu brauchen wir Sprachwandel und wer entscheidet darüber?

Ich selbst bin zum Beispiel im Internet oft unsicher, ob ich duzen oder siezen soll. Also auf Facebook klar, da regiert längst das Du. Aber hier, in meinem Blog? Oder auf den Seiten der Website? Da schwimme ich munter vom Du zum Sie und zurück. Und wahrscheinlich findest du/finden Sie hier beides.

Sprachwandel findet auf vielen Ebenen statt. Und die Menschen reagieren – wie sie sind – von engagiert bis ablehnend. In Vorbereitung auf einen Blogbeitrag habe ich eine Umfrage erstellt und würde freuen, wenn du/Sie mir die 1 bis 2 Minuten Ihrer Zeit schenken und mitmachen. Sie bleiben anonym.

Hier geht es zur Umfrage: https://www.umfrageonline.com/s/7ec6128

Und eine Extra-Frage: Möchten Sie, möchtest du in einer Mail (Newsletter) über das Ergebnis informiert werden?

Antworten hierzu sind nicht Teil der Umfrage, dürfen aber gerne in den Kommentaren gepostet werden oder als E-Mail an mich: mail@gespraechswert.de

Bildquelle: geralt, pixabay

Wie viel Change kann ein Mensch vertragen?

Buchtitel Change mich am Arsch

Ab welcher Change-Dosis wird der Mensch krank? Was bedeutet das für Unternehmen? Wo ist der Weg raus aus der Gefahrenzone? Der Buchtitel „Change mich am Arsch“ klingt brachial, der Untertitel „Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter und sich selbst kaputtverändern“ macht die Ankündigung nicht weniger negativ. Wandel ist doch wichtig?! Richtig, aber… Ich habe das Buch von Axel Koch gelesen und erzähle euch, was euch erwartet. Read more

Streit- statt Leitkultur: Warum wir streiten lernen müssen

Das Integrations-Paradox 2019 im Buchladen Nippes

Ich war gestern auf einer Diskussionsveranstaltung im Buchladen in Nippes. Thema waren die Thesen von Aladin El-Mafaalani. In seinem Buch „Das Integrations-Paradox“ erklärt er, warum die vielen Streitereien und Diskussionen zum Thema Integration ein Zeichen gelungener Integration sind. Er sprach über offene und geschlossene Gesellschaften, über verunsicherte Mitten und wachsende Ränder und über die Notwendigkeit einer Vorstellung von der Zukunft. Mit auf der Bühne waren zwei Vertreterinnen der Willkommensinitiative Nippes sowie ein Moderator vom WDR. Der Buchladen war rappelvoll. Read more

Fake oder Fakt: Was oder wem kann ich noch glauben?

Fake oder Fakt - Symbolbild

Diese Frage zu beantworten, fällt dir leichter, wenn du verstehst, was ein Artikel, ein Video, ein Podcast von dir will. Will er dich informieren? Will er dir eine Geschichte erzählen? Will er dich aufrütteln, überzeugen, dich aufregen? Will er mit deinen Gefühlen eine Handlung provozieren, etwa, dass du etwas kaufst, klickst oder teilst? Oder eine bestimmte Partei wählst? Welches Interesse verfolgt der Absender? Diese Fragen solltest du dir immer zuerst beantworten. Und dann entscheiden, was DU willst. In folgendem Artikel gibt es einige Tipps, wie dir das gelingt. Read more

Der, die oder das? Geheimnisse des deutschen Genus

Genusumfrage - Auswertung

Nichts weniger, als die Geheimnisse des deutschen Genus zu lüften, hat sich Constantin Vayenas auf den Titel seines Buches „DER, DIE, DAS“ geschrieben. Geht das? Die Zuweisung der Artikel der – die – das in einem lernbaren Regelsystem zu vermitteln? Okay, ein paar Regeln gibt es. Etwa die mit Augenzwinkern vorgetragene Regel: Alkohol ist männlich, außer das Bier, aber in Bayern ist das ja nicht wirklich Alkohol. Und es gibt Endungen, die bei der Genus-Zuweisung helfen: -chen  und –lein sind sächlich, -ling und -ismus männlich, –tion oder –keit weiblich. Aber was ist mit Messer, Gabel, Löffel? Hund, Katze, Pferd? Löwe, Schlange, Nashorn? Wo ist hier die Logik? Meine Neugier war geweckt. Meine Skepsis allerdings auch. Read more

Der, die oder das?

Es gibt eine Theorie, wonach sich Muttersprachler*innen zu einem sehr hohen Prozentsatz für den gleichen Artikel entscheiden, wenn man ihnen ein Fantasiewort vorlegt. Ein kleiner Pretest in meinem Netzwerk ergab eine erstaunliche Korrelation und stützt diese These.

Während ich recherchiere, woran das liegt und wonach der, die oder das intuitiv vergeben wird, möchte ich meine Datengrundlage verbessern und habe diese kleine Umfrage erstellt. Bitte mach mit und entscheide für zehn Begriffe aus dem Bauch heraus: der, die oder das.

Die Teilnahme ist anonym und dauert ein bis zwei Minuten. Umfragelink: https://www.umfrageonline.com/s/4ae1c9f

Resilienz – Was ist das?

Glossar zu Mindset, Resilienz, Agilität, WOL, Design Thinking

Der Begriff Resilienz kommt ursprünglich aus der Naturwissenschaft und bezeichnet Materialien mit der Eigenschaft, wieder in ihre ursprüngliche Form zurückzukehren, nachdem Kräfte auf sie eingewirkt haben. Einen zweiten Zugang hat die Psychologie. Sie beschäftigt sich mit dem Phänomen, dass manche Menschen, Krisen, Schicksalsschläge oder sogar traumatische Erfahrungen gut wegstecken, während andere von geringeren Windstößen des Lebens umgehauen werden. Read more