Am 12. Oktober 2026 wurde im EU-Parlament ein Dokument mit dem Titel „The Hate Review“ vorgestellt. Herausgeber-Organisation und Autor nehmen für sich in Anspruch, sich für Vielfalt und Demokratie einzusetzen. Doch ein Blick in das Dokument lässt mir das Blut in den Adern gefrieren. Abweichende Meinungen werden als Kontamination bezeichnet, die es an der Wurzel zu dekontaminieren gilt.
Wenn du dich jetzt an den totalitären Sprachstil des Nazi- oder des SED-Regimes erinnert fühlst, ist das kein Zufall: Beide totalitären Systeme in Deutschland verwendeten Metaphern vom gesunden Volkskörper und bezeichneten Abweichungen, als Krankheitserreger oder Ungeziefer, das beseitigt werden müsse. Bei den Mullahs im Iran werden Abweichungen von der Mullah-Doktrin als unmoralisch, krank oder „westlich gesteuert“ delegitimiert.
„The Hate Review“: alarmistische Sprache setzt die Tonalität
Schauen wir uns das Executive Summary des Dokuments an: „The Hate Review“ (Forbidden Colours, 2026) befasst sich mit einem seiner Beschreibung nach „europaweiten Netzwerk einer Anti-Gender-Bewegung“, die reproduktive Rechte, Frauenrechte und LGBTIQ+-Rechte überall in Europa anhaltender und wachsender Bedrohung aussetze. Betrachtet werden 47 Länder, darunter 46 Mitglieder des Europarates und Russland.
Die Anti-Gender-Bewegung bedrohe, so heißt es, inzwischen nicht nur die Rechte einzelner Personen, sondern auch Demokratie und Rechtsstaat als Ganzes. Kein einziges Land sei von der Kontamination verschont, gekennzeichnet durch Anti-Gender-Akteure, Mobilisierung und Narrative.
Der Bericht konzentriert sich nicht auf die reale Homophobie in Russland, Aserbaidschan, Georgien, Ungarn oder der Türkei. Er setzt Italien, Spanien und Großbritannien mit den erstgenannten auf eine Stufe. In Frankreich, Deutschland und den Niederlanden sei die Kontamination besorgniserregend.
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The anti-gender movement has spread through every society on the continent — and not only the ones usually named. Alongside Russia, Hungary, Azerbaijan, Turkey and Georgia, the most heavily contaminated states include Italy, Spain and the United Kingdom, while France, Germany and the Netherlands show worrying levels of contamination.
The Hate Review, Executive Summary
Weiter heißt es, es müsse gehandelt werden, solange die Kontamination noch eingedämmt werden könne.
The durable response against this movement requires acting early, where contamination can be contained.
The Hate Review, Executive Summary
Bei derart alarmistischer Sprache läuten bei mir alle Alarmglocken. Eine ernsthafte und seriöse Analyse bedient sich einer sachorientierten, analytischen Sprache. Diese Sprache erinnert an totalitäre Denke, Freund-Feind-Schemata und gezielte Manipulation.
Das Muster: eine Gefahr, eine Notlage, ein Problem – und eine scheinbar einfache Lösung
Der beschriebenen dramatischen Bedrohungslage wird eine Lösung entgegengesetzt: dieser Bericht. Es ist ein altes Marketing- und Vertriebsmuster. Problem benennen, Problem emotionalisieren, eigenes Produkt als Lösung des Problems verkaufen. In meinem jüngsten Blogartikel habe ich über die historische Verbindung von Werbung und politischer Propaganda geschrieben.
Die meisten von uns haben gelernt: Je extremer die Versprechungen, umso kritischer sollten wir prüfen. Das gilt für Produktwerbung wie für politische „Lösungen“. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede:
- Das eine ist, wenn Firmen anderen einreden, sie bräuchten drölfzig Beauty-Produkte, für jede Sportart andere Socken oder genau dieses neue Produkt X, auch wenn das vielleicht gar nicht nötig wäre.
- Etwas gänzlich anderes ist es, wenn es darum geht, die eigene Meinung als die einzig zulässige zu kennzeichnen und alle anderen in einen Topf zu werfen und als Bedrohung zu delegitimieren.
- Besonders perfide wird es, wenn einem ein solches anti-demokratisches Mindset auch noch als „Rettung der Demokratie“ verkauft wird.
Der Reihe nach.
Sprachmuster von Viren, Seuchen, Kontamination und Dekontaminierung
Bleiben wir zunächst beim Sprachstil und den Sprachmustern. Das 458 Seiten dicke PDF wimmelt vor Krankheits- und Bedrohungs-Metaphern.
Der Allgemeine Überblick formuliert die Kernfragen des Dokuments: Wie stark ist Europa bereits kontaminiert, wie tief ist diese Kontamination verwurzelt. Dynamiken müssten frühzeitig erkannt werden, um gegenzusteuern. Das Dokument soll Alarm schlagen, wo die Lage am ernstesten sei, bevor es zu spät sei, anstatt erst dann zu reagieren, wenn die Situation bereits außer Kontrolle geraten sei.
And, running beneath all of these, two questions that matter most for anyone trying to respond: how far has the anti-gender movement contaminated Europe, and how deeply has it become entrenched? If we can trace the dynamics closely enough, can we begin to anticipate which countries are most at risk — and so raise the alarm where the situation is genuinely most serious before it is too late, rather than only reacting where the situation is out of control?
The Hate Review, Seite 3
In der Erläuterung der Methodik geht es mit dem Bild von einer Viruslast und der Verbreitung von Krankheit weiter. Die Unterscheidung zwischen Kontamination und Auswirkung sei vergleichbar mit der einer Viruslast und den Symptomen.
The distinction between contamination and impact is key to understanding the upcoming analysis. It is close to that between a viral load and the symptoms it produces: contamination measures how intensely the anti-gender movement is present in a society; impact measures the consequences it induced in that society’s framework of laws and institutions.
The Hate Review, Seite 5
An anderen Stellen ist die Rede von einer chronischen Infektion, die nicht ausheilt (Seite 7) oder eine Hydra mit vielen Köpfen (Seite 19).
This diversity is well captured by the image of the “hydra” that has been used to describe the anti-gender movement: a creature of many movable heads that point in different directions and draw on contradictory sources, yet belong to one body that moves, as a whole, in the same direction and adapts readily to its surroundings. Some heads scream while others fall silent or sleep, only to wake later — a description that fits both the shifting actors of the movement and the rising and falling of its topics. (4)
The Hate Review, Seite 19
Alarmiert bin ich in der Tat. Von der totalitären Propaganda-Sprache in einem Dokument, das ganz offiziell dem EU-Parlament vorgestellt wurde. Von einer Organisation, die auf ihrer Seite bereitwillig kundtut, dass sie unter anderem mit EU-Mitteln sowie weiteren öffentlichen Geldern gefördert wird.

Ich bin wirklich entsetzt. Hier fehlen offenkundig vernünftige Kontrollmechanismen. Ich wünsche mir deutlich mehr mediale Aufmerksamkeit für solche Dinge. Und ich wünsche mir klare Regularien, die es verbieten, einseitige politische Agenden mit EU-Mitteln zu fördern.
Verzerrte Darstellung der Lage für Frauen und LGBTI in Europa
Zurück zum Bericht. „The Hate Review“ unterscheidet also zwischen „Kontamination“ (Bedrohung) und „Impact“ (Wirkung).
Eine Grafik auf Seite 6 zeigt plakativ in Farben, wie es um Frauen- und LGBTI-Rechte in Europa steht: Es geht von grün „alles fein“ über gelb „begrenzte Bedrohung“, orange, rot „ernsthafte Bedrohung“, braun „Bedrohung allgegenwärtig“ bis schwarz „totale Bedrohung“. Irritierend ist die Einordnung: Großbritannien und Spanien werden als beinahe so schlecht bewertet (braun) wie Russland (schwarz).
Kurzer Faktencheck:
In Russland gelten Abweichungen von Heterosexualität bereits als Extremismus. Es drohen Gewalt, Haft oder Arbeitslager. Freiheitsrechte: keine. Homophobie ist in der Gesellschaft weit verbreitet.
In Großbritannien und Spanien dürfen Homosexuelle heiraten, können Menschen ihren rechtlichen Geschlechtseintrag ändern und medizinisch transitionieren. Und all das erfährt eine breite gesellschaftliche Anerkennung.
Diese Verzerrung der Wirklichkeit bleibt bestehen, wenn wir uns die Grafik zum Impact ansehen (Seite 12). Der Impact soll eigentlich die Rechtslage und die faktische Situation umfassen. Dennoch ist Großbritannien erneut braun eingefärbt, als gebe es in UK keine Freiheits- und Antidiskriminierungsrechte für Frauen, Homosexuelle und Transpersonen. Das ist eine grobe Ignoranz der Faktenlage.
Konflikte gibt es. Ja. Aber anders als im Bericht dargestellt. Einerseits ist die Bedrohungslage für Frauen und LGBTI in bestimmten Communities real. Die allerdings blendet „The Hate Review“ gänzlich aus. Andererseits gibt es eine Vielfalt an Perspektiven und Meinungen innerhalb der Community. Aber abweichende Meinungen lässt „The Hate Review“ nicht zu beziehungsweise framt sie als Kontamination.
Jede Abweichung von einer bestimmten Position wird als Bedrohung erfasst
Frauen – ob hetero, lesbisch oder bisexuell haben, ebenso wie Schwule, bisexuelle Männer, Trans- und Interpersonen unterschiedliche Meinungen und Prioritäten, wie das in einer Demokratie völlig normal ist. Meinungsunterschiede treten insbesondere dort auf, wo es Interessenskonflikte gibt.
Die treten vor allem dort auf, wo Self-ID-Gesetze oder vergleichbare Regelungen dafür sorgen, dass sich Frauen in intimen Räumen wie Toilette, Umkleide oder Dusche auf einmal mit erkennbar biologisch männlichen Personen konfrontiert sehen, Konflikte gibt es im Sport, weil biologische Männer und Frauen ungleiche Voraussetzungen haben und in weiteren Bereichen, in denen das biologische Geschlecht eine Rolle spielt.
In einem Blogartikel im Juni habe ich darüber geschrieben, wo es infolge des deutschen Selbstbestimmungsgesetzes Ärger und Diskussionsbedarf gibt.
In Großbritannien haben diese Streitigkeiten im April 2025 zu einer höchstrichterlichen Entscheidung geführt, die einstimmig so getroffen wurde, dass Frauenrechte, Homosexuellenrechte und Transrechte drei eigenständige Schutzkategorien im britischen Gleichstellungsrecht (Equality Act) sind und bleiben.
Andere Konflikte drehen sich darum, wie mit Minderjährigen mit Genderthema umgegangen werden soll und welche Regeln für Abtreibungen konkret gelten sollen. All das sind wichtige und ethisch komplexe Themen. Und es sind Themen, bei denen es gute Gründe gibt, ruhig, sachlich und differenziert zu diskutieren.
Wenn aber Interessen geleugnet und legitime Meinungen als „Kontamination“ geframt werden, ist das Gift für eine offene, demokratische Debatte. Hier erweckt „The Hate Review“ den Eindruck, selbst Hass verbreiten zu wollen.
Akteure: Wer ist die europaweite „Anti-Gender-Bewegung“?
Im Bericht ist von einer europaweiten „Anti-Gender-Bewegung“ die Rede. Da ich auf Deutsch schreibe, betrachte ich die drei Länderbeispiele Deutschland, Österreich, Schweiz und wer aus Sicht von „The Hate Review“ zur Anti-Gender-Bewegung gezählt wird.
Auf diesen Seiten kannst du die Länderbeispiele selbst nachlesen: Österreich (ab Seite 51), Deutschland (ab Seite 158), Schweiz (ab Seite 390).
Die Gruppen, die der Bericht als Teil ein-und desselben Netzwerks bezeichnet, kommen aus sehr unterschiedlichen politischen Lagern. Das Spektrum reicht von linken, säkularen Frauenrechtlerinnen, über konservativ christliche Positionen bis hin zu radikalreligiösen Christen und Rechtsextremen.
- rechtspopulistische bis rechtsextreme Parteien: AfD, FPÖ, SVP, EDU
- christlich-konservative Gruppen, katholische Kirche, Evangelikale, „Demo für alle“ und EVP
- konservative Parteien: CDU/CSU, ÖVP, Die Mitte
- Feministinnen und Homosexuelle, die biologisches Geschlecht als eigenständige Kategorie erhalten wollen: Athena Forum, Lasst Frauen Sprechen, Frauenheldinnen, LAZ reloaded, LGB Alliance und weitere Gruppen und Akteure.
Selbstredend, dass die Positionen, Interessen und Ziele dieser Gruppen stark voneinander abweichen.
Der Bericht vermeidet jede Differenzierung in legitime Interessenskonflikte, unterschiedliche Perspektiven und tatsächlich problematische Positionen im Hinblick auf Menschenrechte und Demokratie. Dass eine mit EU-Mitteln geförderte Organisation Rechtsextreme, konservative Christen, Konservative und Teile der Linken in einen Topf wirft und zu Feinden erklärt, ist ein Skandal für sich.
Unterschiedliche Meinungen werden als gefährliche Hydra geframt
Gleichzeitig ist die Darstellung dieser sehr unterschiedlichen Gruppen als ein gemeinsames Netzwerk tragend für die Storyline und die Dramaturgie in „The Hate Review“. Und um sicherzugehen, dass denjenigen, deren Positionen am progressivsten und offensten sind und die sich für Frauen- und LGBTI-Rechte einsetzen, aber Auswüchse des Transaktivismus kritisieren, erst gar nicht zugehört wird, werden sie als besonders gefährlich dargestellt.
They present themselves as feminist organisations defending women, or as “LGB organisations” defending lesbian, gay and bisexual people: as belonging, in other words, to the very constituencies whose rights the anti-gender movement contests. They present themselves as progressive; their activity clearly shows they are not. They campaign against legal gender recognition and against the rights of trans people from a position they claim as the defence of the rights of women and of “same-sex attraction”, and they do so in the professionalised register the movement has increasingly adopted — in consultations, in the media, in litigation and in policy debate.
The Hate Review, Seite 18
Sie würden sich als Feministinnen und LGB-Rechts-Organisationen präsentieren, in Wahrheit aber andere Ziele verfolgen. Begründung? Keine. Beleg? Keiner. Nur die Behauptung, dass jemand, der oder die bestimmte Transrechtspositionen kritisiert, automatisch und zwingend gegen Frauen- und Homosexuellenrechte sein müsse.
Der Bericht argumentiert nicht, er erklärt, begründet und belegt nicht, sondern definiert einfach, was richtig sei und stellt alles andere als Spaltung und Gefahr dar. Die Präsenz abweichender Akteure wird als zu beseitigender Zustand definiert.
Am Schluss des allgemeinen Teils stellt „The Hate Review“ klar, was das Ziel ist: „die Dekontaminierung Europas – die geduldige Zerschlagung der Akteure der Anti-Gender-Bewegung, ihrer Mobilisierung und ihrer Narrative in den Gesellschaften, in denen sie Fuß gefasst haben.“
So steht das da wirklich. Ich krieg Schütteltrauma vom Kopfschütteln, nicht dass so etwas geschrieben wird, sondern dass so etwas mit öffentlichen Geldern gefördert und dem EU-Parlament vorgestellt wird.
The real, long-term fight is the decontamination of Europe — the patient dismantling of the anti-gender movement’s actors, its mobilisation and its narratives in the societies where they have taken hold.
The Hate Review, Seite 29
Die Logik dahinter: Die in der Tat progressiven, liberalen, mittigen Positionen vieler Feministinnen und LGBTIs werden von den Aktivist*innen von „The Hate Review“ deshalb als Bedrohung wahrgenommen, weil sie ein echtes Alternativangebot zu radikalem Aktivismus darstellen. Das steht natürlich nicht im Bericht. Aber totalitäre Akteure bekämpfen ihre weniger totalitäre Konkurrenz stärker als den politischen Gegner. Das ist historisch kein Einzelfall.
Wer sind nun diese Feministinnen, die angeblich gegen Frauen seien?
Eine der in „The Hate Review“ genannten Gruppen, die sich angeblich unter falscher Flagge gegen Frauen und LGB-Rechte wenden, ist der Thinktank Athena Forum. Eines der Gründungsmitglieder ist die ehemalige österreichische Grünen-Nationalrätin Faika El-Nagashi, Frau, Lesbe, Migrantenkind, Menschenrechtsaktivistin.
Im diesjährigen „Jahrbuch Sexualitäten“ von der Initiative Queer Nations gibt es ein Interview mit ihr von Jan Feddersen von der taz, welches vorab beim Perlentaucher veröffentlicht wurde. So kannst du dir ein Bild machen, wer El-Nagashi ist.
Am 3. November 2026 veranstaltet Athena Forum in Brüssel ein Diskussionspanel. Auf der Bühne sind Frauen aus ganz Europa, die dafür kämpfen, dass Geschlecht eine biologische Kategorie bleibt, Frauenräume geschützt und Lesben gleichgeschlechtlich liebende Frauen bleiben. Es geht also nicht gegen Frauenrechte oder LGB-Rechte, sondern es geht um die Gleichsetzung von Genderidentität mit Geschlecht, wogegen sie sich wenden.

Wenn du in Brüssel nicht dabei sein kannst, merke dir die Namen. Lies oder hör dir an, welche Positionen diese Frauen vertreten, wie sie ihre Sichtweise begründen und dann bilde dir selbst eine Meinung. Ganz egal, ob du ihnen teilweise, ganz oder überhaupt nicht zustimmst. Vielfalt lebt von Vielfalt. Und die müssen wir erstmal zulassen und einnander zuhören.
Aussagekräftig ist auch, was weggelassen und nicht berücksichtigt wird
Ein großer Teil des Berichts befasst sich mit der Kritik christlicher Akteure. Und klar gibt es innerhalb des Christentums sehr konservative Strömungen und auch aus meiner Sicht problematische Positionen. Ganz besonders in Milieus, die auch sonst patriarchal-konservativ denken.
Nur erstens, muss ein seriöser Bericht erklären, was er warum für problematisch hält und an welchen Stellen schlicht unterschiedlich, jedoch legitime ethische Positionen aufeinandertreffen.
Zweitens muss eine seriöse Arbeit alle Religionen mit einem Maßstab messen. Das aber bleibt aus. Obwohl ein Großteil der Moscheegemeinden Homophobie nicht akzeptiert und es in manchen Milieus eine erhebliche Einschränkung von Frauenrechten gibt, wird das im Bericht nicht thematisiert.
Wer hat das Attentat auf den CSD verübt? Das war doch kein radikalisierter Christ, sondern Islamist und Anhänger des Islamischen Staates. Wenn queere Menschen in Birmingham, Paris, London oder Berlin Angst vor Gewalt haben, dann ist das oft die Angst vor Gewalt aus eben diesen muslimisch-migrantischen Communities.
Nach dem Attentat auf den Berliner CSD im Sommer hat Dominik Steffens vom based Podcast zwei Berliner Moscheegemeinden besucht. Zum einen die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee von Seyran Ateş, Imanin und Lesbe und offen für den Regenbogen. Zum anderen die Khadija-Moschee, in der Homosexuelle nicht Mitglied werden können.
Kein Einzelfall: Im zurückgezogenen Bericht ging Amnesty UK ganz ähnlich vor
Dabei ist „The Hate Review“ kein Einzelfall. Ganz ähnliche Probleme wies ein Bericht von Amnesty UK auf, der am 8. Juli 2026 veröffentlicht und nach massiven Protesten am 10. Juli 2026 wieder vom Netz genommen wurde.
Ich hatte auf Linkedin dazu geschrieben. Titel: „A Growing Threat – the Anti-Rights Movement in the UK“. In dem Amnesty-Bericht werden 117 Organisationen als „anti-rights“ gelistet, unter ihnen „Beira’s Place“, ein Frauenschutzhaus für Überlebende sexualisierter Gewalt, ebenso zahlreiche LGB-Rechts- und Frauenrechtsorganisationen.
Im Netz machte sich die Empörung breit. Es dauerte ein paar Tage bis diese außerhalb schottischer Medien und der Times etwa auch bei BBC und Guardian ankam. Amnesty nahm den Bericht wieder vom Netz. Wochen später folgte eine Selbstanzeige bei der britischen Wohltätigkeitsbehörde und eine Entschuldigung.
Und nun ein „Bericht“ nach dem gleichen Muster vor dem EU-Parlament.
Wie können wir dafür sorgen, dass Fördergelder nicht ideologisch missbraucht werden?
Nicole Lampert beschreibt auf Substack, wie viele NGOs mit bester Reputation von Aktivist*innen unterlaufen wurden. Und wie fehlende Kontrollen zu ideologischen Fehlentwicklungen führten.
In der Schweiz hat sich eine NGO gegründet, die anderen NGOs auf die Finger schaut. Gegründet wurde EiGHT von ehemaligen Beschäftigten großer namhafter NGOs, wie Human Rights Watch, Amnesty International und anderen. In ihrem im Juni 2026 erschienen Bericht listen sie die Probleme auf, die sich in vielen humanitären NGOs mangels Kontrolle entwickelt haben.
Was denkst du? Was können wir tun, um wieder zu einem respektvollen Diskurs zu kommen, der andere Meinungen aushält und respektiert.
Quellen und weiterführende Infos
Athena Forum: Gender identity in Europe: The erosion of women’s rights, freedom of expression and open debate, Brüssel, am 3. November 2026, 18:30 bis 20 Uhr Events, https://athena-forum.eu/conference/
Archivlink zum zurückgezogenen Bericht von Amnesty international UK, veröffentlicht am 8. Juli 2026: A Growing Threat The Anti Rights Movement In The UK, nach öffentlichem Aufschrei wieder vom Netz genommen am 10. Juli 2026: https://archive.org/details/report-a-growing-threat-the-anti-rights-movement-in-the-uk-july-2026_202607
Based Podcast: Nach CSD-Anschlag: Steckt der Islamismus im Islam? | Moschee-Report bei Ateş & Khalid | 136, 2. August 2026, https://www.youtube.com/watch?v=XJ4JNswFkPE&t=8s
EiGHT: It is clear what is happening, and action needs to follow. Insiders Speak: NGO Antisemitism, Failed Accountability, and Their Impact on Social Cohesion, Juni 2026, https://eightrights.org/report
Forbidden Colours: Quellen der Fördergelder, https://forbidden-colours.odoo.com/de/donors
Frauenheldinnen e. V.: Frauenrechte verteidigen ist kein Hass – und Frauen sind keine Seuche!, Hera-Magazin, 12. Oktober 2026, https://frauenheldinnen.de/unzensiert/frauenrechte-verteidigen-ist-kein-hass-und-frauen-sind-keine-seuche/
Jahrbuch Sexualitäten 2026, Wallstein-Verlag – Interview von Jan Feddersen mit Faika El-Nagashi, Vorab-Veröffentlichung im Perlentaucher, https://www.perlentaucher.de/vorgeblaettert/jahrbuch-sexualitaeten-2026.html
Nicole Lampert: Why Our Institutions are Falling for the Omnicause, Diary from the Diaspora, Substack, 28. Juli 2026, https://nicolelampert.substack.com/p/why-our-institutions-are-falling
Vincent Reillon: The Hate Review – How the anti-gender movement spread across Europe, Forbidden Colours, 2026, https://drive.google.com/file/d/1ft9DwKMD9BHTFpIfskHnEIhirSM9uvW0/view
