„Du Nazi! Nazis raus. Die Nazis…“ Der Begriff Nazi wird heute häufig verwendet, um sich gegen rechtsradikale und rechtsextreme Strömungen zu wehren und abzugrenzen. Es steht auf Transparenten, an Häuserwänden weltweit und wird täglich x-fach in Facebook und anderen sozialen Medien benutzt. Ebenso oft verwehren sich Menschen gegen diese Zuschreibung. „Ich bin kein Nazi“, heißt es dann und Leute fühlen sich zu Unrecht in die rechtsextreme Ecke gestellt. Aber: Woher kommt das Wort eigentlich und welche Bedeutung oder besser, welche Bedeutungen hat es im Laufe der Zeit erhalten? Darum geht es in diesem Text.
Sprache, Gendern, Barrierefreiheit
Texte, die sich mit Sprache, Sprachwandel, geschlechtergerechter Sprache, Barrierefreiheit und Rechtschreibung befassen.
Wir brauchen zwei Fächer Deutsch
„Noch nie war das gesprochene Deutsch von der Schulgrammatik so weit entfernt wie heute, und die Schere geht immer weiter auseinander“, schreibt Uwe Hinrichs in der Zeit.
Da ist was dran. Als Lehrerin für Deutsch bekomme ich immer wieder Aufsätze zu lesen, in denen genau das deutlich sichtbar ist. Manchmal sind die Fehler so gravierend, dass die Bedeutung des Geschriebenen nicht mehr zu erkennen ist. Manchmal beginnt das Leid aber schon vorher, weil der oder die Betreffende die Textvorlage ganz offensichtlich nicht verstanden hat.
Kulturelle Identität durch Sprache – Gastbeitrag von Nacira Bouregaa
Sprache ist Kultur und schafft Identität. Nacira Bourega hat in Algerien Germanistik studiert. Sie promoviert über die kulturelle Identität beim Lernen von Fremdsprachen und in der fremdsprachigen Literatur. Wie das Denken in einer Sprache uns beeinflusst, darum geht es in dem Gastbeitrag von Nacira Bouregaa aus Algerien.
Über Facebook hatte mich die Anfrage erreicht, auf meinem Blog einen Gastbeitrag zu veröffentlichen. Ich freute mich, dass ich offenbar auch im Ausland wahrgenommen werde und war natürlich neugierig. Es hat sich gelohnt. Hier der Gastbeitrag:
Weitere Beiträge zum Thema Sprache, Sprachwandel und Sprachwirkung gibt es auf der Seite Sprache und Sprachwandel und in der gleichnamigen Rubrik.
Deutsch für Flüchtlinge
Sprache kommt von sprechen. In diesem Punkt hat Professor Hermann Funk vollkommen Recht. Und auch sonst kann ich seine Tipps gut nachvollziehen. (Dank an #Petra Berthold für den Link )
Seit September unterrichte ich Deutsch für Flüchtlinge, überwiegend ehrenamtlich, und mache ähnliche Erfahrungen:
Das Lehrmaterial der Verlage richtet sich zwar an Migrantinnen und Migranten, die dauerhaft in Deutschland leben und mit unterschiedlichen Bildungsniveaus kommen. Es passt aber nur teilweise in die Erfahrungs- und Lebenswirklichkeit von Geflüchteten, die in Zelten und Turnhallen leben oder zumindest in Mehrbettzimmern (Lehraufgabe: Beschreiben Sie Ihre Wohnung) und einen vollkommen ungesicherten Status haben. Das Gewesene ist verloren. Was kommt, ist unsicher.
Da einige Standardwerke aus den Integrationskursen derzeit nicht lieferbar sind, greifen Sprachanbieter mitunter auf Werke zurück, die zu Goetheinstituten von Shanghai bis Kapstadt passen, wo Bildungsbürger Deutsch als Dritt- oder Viertsprache lernen und Englisch selbstverständlich vorausgesetzt wird. Solche Materialien passen gar nicht.