Zu diesem Buch gibt es eine Vorgeschichte: Allein das Foto des Titels „Transsexualität“ von Alice Schwarzer und Chantal Louis hat auf Linkedin eine Diskussion ausgelöst. Nun ja, Diskussion ist vielleicht der falsche Begriff. Der Name Alice Schwarzer rief Extrempositionen von zwei geteilten Lagern in die Kommentare, die weder miteinander diskutieren wollten noch konnten. Die eine Seite deklarierte: Transphobes Teufelszeug, auf keinen Fall rezensieren. Die andere: Alles sachlich und korrekt. Fehler ausgeschlossen. Mir sind solche Positionen zu schwarz-weiß. Vielfalt ist bunt. Und Demokratie lebt davon, dass wir unterschiedliche Sichtweisen diskutieren. Was ich von dem Buch halte, das sage ich jetzt, nachdem ich es gelesen habe. Hier ist die Rezension.
Debatte, Demokratie und Medien
Demokratie will gelernt sein und verteidigt werden. Social Media hat die Kommunikation so beschleunigt, dass oft nur noch aus der eigenen Position heraus geschossen wird. In dieser Rubrik finden Sie Beiträge zur Debattenkultur, Techniken gegen Hatespeech sowie Infos, wie man Fakt und Fake auseinanderhält.
Gendersprache und die Umfragen
Ich bin ja schon eine Weile mit dem Thema gendersensible und inklusive Sprache unterwegs. Und ich mache eine Beobachtung: Es gibt so eine Art Mode der Argumente oder Behauptungen, die Gegner*innen anbringen. Die funktionieren oft so lange, bis genug Menschen Bescheid wissen, was an diesen Thesen Fakt ist und was Fake.
Vor zwei oder drei Jahren hieß es oft: Gendern gebe es nur in Deutschland, andere Länder würden sich keinen Kopf machen. Falsch. Es hieß, Partizipien würden nur Tätigkeiten beschreiben. Falsch. Aktuell werden gerne Umfragen ins Feld geführt. Dabei wird behauptet, sie belegten, eine Mehrheit sei gegen gendergerechte Sprache.
Schauen wir uns mal eine solche Umfrage ganz genau an. Was wurde gefragt? Wer wurde gefragt? Wie wurde geantwortet? Und wie wurden die Zahlen interpretiert? Der folgende Blogbeitrag analysiert die Umfrage im Auftrag der WamS vom Mai 2021 (inklusive Update vom 3. März 2023)
Patriarchat – 2 Bücher über eine Welt von Männern für Männer
Heute möchte ich euch zwei Bücher vorstellen. Beide beschäftigen sich damit, dass unsere Welt an vielen Stellen für durchschnittliche weiße Cis-Männer normiert ist, die – teils im Wortsinn – als das Maß aller Dinge gelten. Dass ich beide Bücher parallel vorstelle, kam so: Als ich „Das Patriarchat der Dinge“ im Schaufenster meiner regionalen Buchhandlung sah, fragte ich mich: Schreibt Rebekka Endler 2021 nochmal, was Caroline Criado-Perez schon 2020 in „Unsichtbare Frauen“ formulierte, oder lohnt es sich, beide Bücher zu lesen? Spoiler: Ja, es lohnt sich. Mehr dazu gibt es in dieser Rezension.
Sprachkampf: Ein Buch über Sprachwandel und Sprachpolitik
Nur tote Sprachen ändern sich nicht. Wörter wandern von einer Sprache in andere Sprachen, neue Wörter werden in den Sprachgebrauch aufgenommen, andere verschwinden. Sprachwandel eben. Wieso tobt immer wieder ein Sprachkampf? Und worum geht es dabei? Sprache ist mächtig und sie ist persönlich. Sprache ist Ausdruck von Wirklichkeitsempfinden, erzeugt Bilder im Kopf und motiviert zu Handlung. In seinem Buch „Sprachkampf“ setzt sich Henning Lobin mit den aktuellen Sprachkämpfen in der deutschen Sprache auseinander, stellt die Akteure vor und ordnet die Argumente fachlich ein.
Richtig gendern: 16 Argumente rund um gendergerechte Sprache
Das Thema „richtig gendern“ hat es verdient, dass wir darüber debattieren. Denn Sprache ist unser zentrales Werkzeug, um unser Erleben von Welt auszudrücken. Und Sprache wirkt auf unser Denken und Handeln und erzeugt damit Wirklichkeit.
Leider ist die Debatte um gendergerechte Sprache oft vergiftet von unsachlichen, polemischen Beiträgen, von der Nicht-Akzeptanz wissenschaftlicher Erkenntnisse, von falschen Faktenbehauptungen und subjektiven Empfindungen. In diesem Blogbeitrag findest du häufige Argumente und jeweils eine Einordung.
Der Artikel ist vom Januar 2021 mit einem Update vom August 2021.
Gendergerechte Sprache: Was soll das Gendern und wie geht es?
Wir reden vom Gendern und meinen eigentlich das Gegenteil: Wir treiben der deutschen Sprache das Gender aus. Aber was meint gendergerechte Sprache und wozu soll das gut sein? Macht gendergerechtes Formulieren die Sprache kaputt oder sorgt es für mehr Gerechtigkeit in der Sprache? Wie schreibe ich gendersensibel, schön und lesbar? Darum geht es in diesem Blogartikel. // Update vom 18. März 2023
Sprachwandel: Widerstand und Wirklichkeit – von Anglizismen, Gendern, Grammatik und mehr
Vor ein paar Jahren waren es die Anglizismen und der Verfall des Genitivs. Heute ist es das Gendern, das die Gemüter erhitzt. Und morgen? Wir werden es sehen, lesen und hören, welche Veränderung im Sprachgebrauch dann in der Kritik steht. Aber warum eigentlich? Und warum ist das Thema Gendern derzeit so konfliktträchtig, dass Leute nicht mehr normal miteinander diskutieren, sondern in ihren Gräben sitzen und verbal schießen – oder wie es meine Kollegin Annika Lamer ausdrückte – mit Porzellan schmeißen? Was ist Sprache eigentlich und wozu benutzen wir sie? Warum verändert sie sich überhaupt? Ist das gut oder schlecht oder vielleicht beides oder nichts davon?
Das alles war die Motivation für meine kleine Umfrage. Ich wollte ein Stimmungsbild einholen und das Thema Gendern und Sprachwandel in einen größeren Denkrahmen einbetten. Herzlichen Dank an alle, die mitgemacht haben. Hier kommen die Ergebnisse:
Sprache und Sprachwandel – eine Umfrage
Sprachwandel findet auf vielen Ebenen statt. In Vorbereitung auf einen Blogbeitrag habe ich eine Umfrage erstellt und würde freuen, wenn du/Sie mir die 1 bis 2 Minuten Ihrer Zeit schenken und mitmachen. Sie bleiben anonym.
Streitkultur statt Leitkultur: Warum wir streiten lernen müssen
Ich war gestern auf einer Diskussionsveranstaltung im Buchladen in Nippes. Thema waren die Thesen von Aladin El-Mafaalani. In seinem Buch „Das Integrations-Paradox“ erklärt er, warum die vielen Streitereien und Diskussionen zum Thema Integration ein Zeichen gelungener Integration sind. Er sprach über offene und geschlossene Gesellschaften, über verunsicherte Mitten und wachsende Ränder und über die Notwendigkeit einer Vorstellung von der Zukunft. Mit auf der Bühne waren zwei Vertreterinnen der Willkommensinitiative Nippes sowie ein Moderator vom WDR. Der Buchladen war rappelvoll.
Fake oder Fakt: Was oder wem kann ich noch glauben?
Fake oder Fakt? Diese Frage zu beantworten, fällt dir leichter, wenn du verstehst, was ein Artikel, ein Video, ein Podcast von dir will. Will er dich informieren? Will er dir eine Geschichte erzählen? Will er dich aufrütteln, überzeugen, dich aufregen? Will er mit deinen Gefühlen eine Handlung provozieren, etwa, dass du etwas kaufst, klickst oder teilst? Oder eine bestimmte Partei wählst? Welches Interesse verfolgt der Absender? Diese Fragen solltest du dir immer zuerst beantworten. Und dann entscheiden, was DU willst. In folgendem Artikel gibt es einige Tipps, wie dir das gelingt.