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Richtig gendern: 14 Argumente rund um gendergerechte Sprache

Menschengruppe im Gespräch - Debatte gendern

Das Thema „richtig gendern“  hat es verdient, dass wir darüber debattieren. Denn Sprache ist unser zentrales Werkzeug, um unser Erleben von Welt auszudrücken. Und Sprache wirkt auf unser Denken und Handeln und erzeugt damit Wirklichkeit.

Leider ist die Debatte um gendergerechte Sprache oft vergiftet von unsachlichen, polemischen Beiträgen, von der Nicht-Akzeptanz wissenschaftlicher Erkenntnisse, von falschen Faktenbehauptungen und subjektiven Empfindungen. In diesem Blogbeitrag findest du häufige Argumente und  jeweils eine Einordung.

Gendern Argumente | Debatte | Gendergerechte Sprache Debatte, Demokratie und Medien, Diversity und Kommunikation, Sprache und Sprachwandel

Gendern stört den Redefluss

Es gibt sehr viele Gendertechniken, die bei Verwendung nicht einmal als gendern erkannt werden, etwa wenn ich vom Team spreche statt von Mitarbeitern, Mitarbeitenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder von Mitarbeiter*innen.

Was an den letzten vier Möglichkeiten stört, lässt sich nur subjektiv bewerten. Einzig die Doppelnennung hat einen sachlich-faktischen Nachteil: Sie benötigt mehr Redezeit, mehr Text, mehr Sauerstoff beim Sprechen. Die anderen drei Alternativen haben mehr mit Gewohnheit zu tun und mit persönlichem Sprachempfinden. Was für die eine Person normal klingt, findet ein anderer Mensch ungewöhnlich oder störend. Und dieses Sprachgefühl verändert sich auch über die Zeit.

In dem Argument: Das sieht doch nicht schön aus!, ist die Subjektivität der Bewertung besonders deutlich. Wer definiert Schönheit?

Gendern lenkt von der Sache ab

Dieses Argument erschließt sich mir nicht wirklich. Aus meiner Erfahrung realisieren viele bei gut gegenderten Texten gar nicht, dass sie gegendert sind. Neuere Forschungen, die in Experimenten herauszufinden versuchen, ob an solchen Argumenten was dran ist, können keine Probleme feststellen.

Es mag ablenkend wirken, wenn ein Text schlecht gegendert ist, weil jemand zum Beispiel unzählige Doppelnennungen in einen Satz einbaut oder selbigen mit inflationärem Gebrauch von Gendersternchen zum Sternenhimmel macht. Beides ist nicht wünschenswert und einfach schlechter Stil. So wie es schlechter Stil ist, wenn jemand alle Sätze eines Textes im gleichen Satzbau formuliert, also immer Subjekt – Prädikat – Objekt. Auch das will niemand lesen. Zum Glück bietet die deutsche Sprache viele Möglichkeiten, es besser zu machen.

Die Gendergap zu sprechen ist total kompliziert

Ungewohnt ja, kompliziert nein.

Ungewohnt ist es, die kleine Pause zum Beispiel bei Schüler – innen zu sprechen, jedenfalls für viele. Und selbst, wenn wir uns bemühen, fallen wir leicht in alte Sprachgewohnheiten und vergessen die kleine Pause. Also ja, es braucht Zeit, sich umzugewöhnen und es nicht schlimm, wenn es nicht immer klappt. Der Wille zählt und die Übung macht den oder die Meister*in.

Schwer zu sprechen ist sie nicht. Das kennen und können wir alle: Immer wenn zum Beispiel in einem Wort Silben durch Vokale getrennt werden, sprechen wir den sogenannten Glottisschlag, die kleine Pause. Zum Beispiel bei beachten, mäandern, beeilen, jahrhundertealt, geändert.

Es ist also eine Frage der Gewohnheit.

Und wer die Gendergap nicht mag, kein Problem. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, auch ohne den Genderstern oder die Gendergap inklusiv zu formulieren.

Das generische Maskulinum meint alle

Nun ja: generisch heißt verallgemeinernd. Das gilt für das generische Maskulinum wie für das generische Femininum und ist als Technik in beiden Fällen erlaubt. Das Problem dabei: Es bleibt unklar, ob hier Genus=Sexus gemeint ist, wie es die Sprache eigentlich vorsieht, oder ob das Genus generisch, also verallgemeinernd für alle eingesetzt wird.

In jeden Fall erfordert es mehr Hirnleistung, sich darüber Gedanken zu machen. Die Forschung zeigt: Im Automatismus der schnellen Kommunikation bestimmt in der Wahrnehmung im Deutschen das grammatikalische das soziale/biologische Geschlecht. Das trifft sogar dann zu, wenn es sich um Kosmetiker oder Erzieher handelt, also Berufe, die zu einem sehr hohen Prozentsatz von Frauen ausgeübt werden, wie Studien zeigen (Gygax et al 2008).

Um noch einmal kurz auf die Frage der Ablenkung zu reagieren: Mich lenkt das generische Maskulinum vom Inhalt ab, weil ich stolpere und mich frage: Meinen die jetzt nur Männer? Oder nicht? Warum sagen sie nicht, was sie meinen? Und je häufiger gendergerechte Formen verwendet werden, umso missverständlicher wird das generische Maskulinum.

Die Tatsache, dass Bundesinnenminister Horst Seehofer sich heftig gegen einen Gesetzesentwurf im generischen Femininum gewehrt hat und das generische Femininum gar für verfassungswidrig hält, nicht aber das generische Maskulinum, zeigt a), dass er wenig über deutsche Sprachregeln weiß. Das ist ok, denn er ist ja Innenminister nicht Deutschlehrer. Und es zeigt b), dass die von Gendergegnern behauptete Unabhängigkeit von Genus und Sexus in der deutschen Sprache schlicht eine Falschbehauptung ist.

Da ist ein Unterschied zwischen grammatischem und sozialen Geschlecht

Das stimmt. Das Genus beschreibt das grammatikalische Geschlecht, der Sexus das biologische Geschlecht und Gender das soziale Geschlecht. Die Unterscheidung der letzten beiden ist einen eigenen Blogbeitrag wert, der demnächst folgt (Trag dich in den Newsletter ein, dann kommt er automatisch in deine Mailbox).

Bleiben wir also beim Unterschied von Genus und Sexus in der deutschen Sprache oder vielmehr ihrem Zusammenhang.

Prof. Ursula Doleschal von der Universität in Klagenfurt hat sich die Grammatiken von der Renaissance bis zur Jahrtausendwende vorgenommen und nach den Beziehungen zwischen Genus und Sexus untersucht.

Und ja, es gibt eine positive Beziehung zwischen Genus und Sexus bei Titeln, Funktionen und Berufsbezeichnungen. Das war früher nur nicht weiter auffällig, weil die Rollen klar verteilt waren. Es gab Könige und Königinnen mit ihren Prinzen und Prinzessinnen, Zofen und Dienern. Die Bäuerinnen und Bauern hatten Mägde und Knechte, die bei der Arbeit halfen. Der Vater, die Mutter, der Onkel, die Tante … überall herrscht Einklang zwischen Genus und Sexus.

Weibliche Ritter gab es nicht, weil der Beruf/Status des Ritters nur von Männern ausgeübt werden durfte. Eine männliche Amme ist aus biologischen Gründen nicht vorgesehen.

Ein Problem entstand, als Frauen zunehmend mehr Rechte bekamen, und Berufe nicht mehr eindeutig Geschlechtern zuzuordnen waren, weil der Chef eine Frau sein konnte und die Sekretärin ein Mann, es weibliche Ärzte gab und männliche Krankenschwestern. Erst in den 80er Jahren kam der Begriff „generisches Maskulinum“ in die deutsche Sprache, geprägt vom Linguisten Peter Eisenberg im Kampf gegen die Bemühungen um mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache von Sprachwissenschaftlerin Luise Pusch.

Es gibt wichtigere Probleme als gendern

Das kann ich nachvollziehen. Nur: Was bedeutet das in der Konsequenz? Kann sich jemand, der sich um gendersensible Sprache bemüht, nicht mehr um andere Dinge kümmern? Wohl kaum. Das wäre absurd.

Es ist also keine Entweder-oder-Frage sondern ein Sowohl-als-auch. Eine Person, die in ihren Formulierungen gendert, kann also parallel alles andere genauso erledigen wie immer. Vielleicht sogar ein bisschen besser, weil die Kommunikation reflektierter und wertschätzender wird.

Gendern ist linguistisch betrachtet Quatsch

Das ist kein sachliches Argument sondern eine polemische Meinungsäußerung. Als Meinungsäußerung akzeptiere ich eine solche Aussage, als Faktenbehautung ist sie falsch.

Die Linguistik folgt dem Sprachgebrauch, nicht umgekehrt. Es ist also nicht so, dass Linguist*innen sich zusammentun, sich eine Sprache und Regeln ausdenken, an die sich alle halten müssen. Vielmehr ist es umgekehrt: Sie erforschen die Regelhaftigkeiten angewandter Sprache. Es ist sozusagen Kern dieser Wissenschaft, dass sich der Forschungsgegenstand verändert. Denn Sprache verändert sich mit den Gesellschaften und ihren Wertvorstellungen.

Dazu kommt: Gerade im Deutschen ist es eine jahrhundertealte Tradition, dass die Institutionen, die über die deutsche Sprache wachen, keine normativen Befugnisse haben sondern deskriptiv arbeiten. Vereinfacht gesprochen: Wenn genügend Leute eine Sache lange und oft genug falsch sprechen und schreiben, wird sie irgendwann richtig. Aktuell beispielsweise zu beobachten an der Genitivregel zu wegen. Eigentlich müsste es wegen des Brauchtums heißen. Lange war dies die einzig richtige Anwendung. Inzwischen wird wegen aber so oft mit dem Dativ gebildet, dass zumindest umgangssprachlich wegen mit Dativ erlaubt ist.

Es gibt zahlreiche Linguist*innen, die das Thema Gendergerechtigkeit in der Sprache für wichtig erachten. Insofern darf jemand die persönliche Meinung haben, es für Quatsch zu halten. Nur ist das kein Faktum, sondern eine Meinung.

Texte mit Sternchen lese ich nicht, das ist mir zu kompliziert

Das ist kein Argument, sondern eine Verweigerung. Genauso könnte jemand sagen: Texte im generischen Maskulinum lese ich nicht, das ist mir zu diskriminierend. – Finde ich beides nicht hilfreich.

Kompliziert ist der Genderstern für durchschnittlich begabte Menschen nicht. Ein Asterisk zwischen zwei Buchstaben markiert, dass dieser Begriff alle Gender einbezieht. Es zeigt sozusagen die generische Verwendung eines Wortes an und macht Sprache so präziser.

Diese Markierung fehlt generischen Formen und das macht sie mehrdeutig und missverständlich.

Der Genderdoppelpunkt ist barrierefreier als der Genderstern

Dieses Argument ist oft zu hören. Es hat eine ehrenwerte Absicht, aber es ist nicht ganz stimmig.

Richtig ist, dass Blindenreader Stand Januar 2021 beim Doppelpunkt eine Pause lesen und beim Stern lesen sie Stern. Noch. Denn: Blindenreader sind Software und es dürfte machbar sein, einer Software beizubringen, einen Stern zwischen zwei Buchstaben ohne Leerzeichen als Pause zu lesen. Es ist also nur eine Frage der Zeit und des Willens, barrierearm zu programmieren, bis der Drops gelutscht ist.

Im Gegenzug hat der Genderstern nämlich mehr Vorteile als der Doppelpunkt. Für Sehende ist der Doppelpunkt eine Stolperfalle. Weil das Zeichen bereits als Satzzeichen vergeben ist, erfüllt der Doppelpunkt im Text zwei Rollen und das Auge muss entscheiden, welche gemeint ist. Das stört beim Lesen, im Übrigen ist der Doppelpunkt auch in der Brailleschrift mehrdeutig.

Letztlich sind wir auf dem Weg und im Moment werden mehrere Formen parallel ausprobiert. Das finde ich ok und wir werden sehen, was sich mittelfristig durchsetzt.

Barrierefrei im Kontext leichter Sprache für Menschen mit geistiger Behinderung sind weder der Genderstern noch der Doppelpunkt noch das generische Maskulinum. Denn alle drei erfordern zu viel kognitive Transferleistung. Hier bleiben nur die Doppelnennung und neutrale Begriffe.

Durch Gendern wird keine Gleichberechtigung hergestellt

Stimmt. Das wäre auch krass, wenn Sprache allein so mächtig wäre, dass sie den Gehaltszettel ganzer Gruppen korrigiert oder dafür sorgt, dass sich Männer und Frauen zu gleichen Anteilen um die Haushalts- und Pflege-Aufgaben kümmern. Dazu gehört mehr, als nur gendersensibel zu formulieren.

Es stimmt aber auch, dass Sprache Frames – also Vorstellungen und Assoziationen – erzeugt und so auf das Denken und Handeln wirkt.

Wie oben bereits erwähnt, ist die Forschung hier klar: Wenn von Piloten, Polizisten, Chefs, Schriftstellern, Schauspielern, Krankenpflegern und Putzmännern die Rede ist … stellen wir uns signifikant mehr Männer vor.

Beispiele

  • Zwei Ärzte stehen an der Bar. Sagt der eine: Ich bin schwanger.
  • Der Prinz reitet durch die Nacht, kämpft sich durch Rosensträucher und küsst den Prinzen wach.

Ach nein, halt: Beim Prinzen gibt es gar keine generische Verwendung. Da muss die Prinzessin als solche genannt werden. Bei Geschichten, die wir Kindern erzählen, wäre es aus meiner Sicht nötig, dass auch Prinzessinnen durch die Nacht reiten und Prinzen retten. – Hätte mir als Kind gut getan. Ich fand Prinzessinnen langweilig. Die Prinzen haben viel Spannenderes erlebt.

Beim Schreiben und Sprechen auf gendersensible Formulierungen zu achten, ist eine Stellschraube von vielen. Ich betrachte den Genderstern gerade aufgrund seiner Auffälligkeit als gutes Element, um das Bewusstsein für unbewusst transportierte Geschlechterstereotypen zu erkennen und zu hinterfragen.

Ich fand Prinzessinnen langweilig. Die Prinzen haben viel Spannenderes erlebt. Klick um zu Tweeten

Gendern wird von Ideologen erzwungen

Dieses Argument  höre ich zumeist von Leuten, die gendergerechte Sprache am liebsten verbieten wollen. Da denke ich mir: Wer ist hier eigentlich ideologisch motiviert?

Ich zwinge niemanden, gendersensibel zu formulieren und erwarte umgekehrt, dass dies Leuten, die das wollen, auch nicht verwehrt wird. Lassen wir doch dem Sprachwandel in der Gesellschaft seinen Lauf. Gendersensible Sprache lässt sich weder erzwingen noch verbieten. Es wird sich das durchsetzen, was viele Menschen als angemessen und praktikabel erachten. So war das in der Sprache schon immer.

Und genauso ist es sprachhistorischer Standard, dass die Sprache ein Ausdruck von Gesellschaft und ihren Moralvorstellungen ist. Ändern sich die Werte, ändert sich die Sprache. Normal.

Ich mag diese Aussage von Phillip Bahrt:

Mein Hauptargument gegenüber Leuten, die verbissen auf ihrer Meinung beharren und diese als allgemeingültig betrachten, ist dann meistens, dass auch ich den „missionarischen“ Charakter solcher Debatten nicht mag – und wer für sich in Anspruch nimmt, nicht bevormundet werden zu wollen, doch bitteschön andere Menschen selbst entscheiden lassen sollte, welche Sprache sie gerne nutzen.

Dieses Gendergaga ist ein rein deutsches Phänomen

Diese Behauptung ist schlicht falsch. Vielmehr wird die Debatte um gendergerechte Sprache in vielen Gesellschaften und Sprachen geführt. Das Thema wird vor allem in freien, offenen, demokratischen Gesellschaften diskutiert, in denen es relevante Fortschritte im Kampf gegen Frauendiskriminierung gibt. Und natürlich auch in dem Maße, in dem Transpersonen und intersexuelle Menschen sich öffentlich zeigen und sprechen dürfen.

Das betrifft Englisch ebenso wie Deutsch, Französisch, Spanisch und die skandinavischen Sprachen. Zum Thema gendern in anderen Sprachen habe ich einen eigenen Blogbeitrag geschrieben.

Gendern zerstört die schöne deutsche Sprache von Goethe

Ach ja, früher war einfach mehr Lametta. Bullshit. Die schöne deutsche Sprache von Goethe ist im Original heute für die meisten kaum noch oder gar nicht mehr zu verstehen.

Beispiel gefällig? Hier ein Zitat aus einem Brief von Goethe aus dem Jahr 1824

Schon im Laufe des ganzen Jahres soviel Gnade, Wohlwollen und Vertrauen, nun aber noch am Ende die fürstväterliche Vorsorge für meinen Familienkreis danckbar anzuerkennen, möchte einem fühlendem Gemüthe fast unerschwinglich werden.

Alles klar? Nur tote Sprachen ändern sich nicht.

Selbst ein Original von Emil und die Detektive von Erich Kästner aus dem Jahr 1929 dürfte von heutigen Kindern nicht ohne Übersetzungshilfe verstanden werden, ganz abgesehen davon, dass wir damals in Sütterlin schrieben.

Gendern kann man auch übertreiben

Ja, das finde ich auch. Man kann alles übertreiben.

Der Mensch ist ebenso genderneutral wie die Person, das Mitglied oder das Kind. Hier gibt es also keinen Genderbedarf.

Auch bei Gegenständen muss man nicht heiliger sein als der Papst. Ein Messer ist ein Gegenstand, egal ob Küchenmesser oder Fleischermesser. Andererseits kann ich auch Fleischmesser sagen und das Gender ist weg.

Es gibt nicht die eine Lösung oder die eine Wahrheit. Wir befinden uns mitten in einer dynamischen Phase des Sprachwandels und werden sehen, wie sich das Deutsche entwickelt.
Hier wünsche ich mir einfach mehr Sachlichkeit, mehr Entspanntheit, mehr Kreativität.

Wer verstanden hat, worum es beim Thema gendergerechte Sprache geht und ein Grundverständnis für die deutsche Sprache und ihre Möglichkeiten mitbringt, der soll probieren, spielen, kreativ sein. Das Deutsche ist zum Spielen gemacht. Es ist eine Legosprache, in er sich leicht neue Wörter, Her- und Ableitungen bilden sowie die Wortarten verändern lassen.

Lass uns debattieren und die besten Lösungen finden

Debatten sind wichtig und richtig. Sachlich ausgetragen helfen sie, eine Frage in allen Details auszuleuchten und sind ein Quell für das Verhandeln bester Lösungen. Ein Geschenk unserer Demokratie.

In Bezug auf gendergerechte Sprache gibt es noch viele Fragen, für die es noch keine zufriedenstellenden Antworten gibt, etwa beim Umgang mit Pronomen im Satz. Lasst uns also in andere Sprachen schauen, unsere Sprache und ihre typischen Merkmale und Muster analysieren, die angebotenen Lösungen debattieren, sie hinterfragen und auf ihre Praktikabilität hin prüfen.

Das Deutsche ist eine so schöne Sprache, lädt zur Kreativität ein und ist dabei enorm präzise. Die Sprache ist viel zu schön, als dass wir keine guten Lösungen finden können.

Literaturtipps

Wer Lust hat, tiefer in das Thema einzusteigen, hier zwei Literaturtipps:

  • Prof Ursula Doleschal, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt: Das generische Maskulinum im Deutschen. Ein historischer Spaziergang durch die deutsche Grammatikschreibung von der Renaissance bis zur Postmoderne, Januar 2002
  • Prof. Gabriele Diewald und Anja Steinhauer: Handbuch geschlechtergerechte Sprache, Duden 2020

Quelle Goethe-Zitat: http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Briefe/1824

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Bildnachweis: geralt, pixabay

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Sigi, das ist ein sehr sehr guter Beitrag, danke dafür.
    Den würde ich am liebsten in dem Unternehmen, in dem ich arbeite, an die Wände pflastern. Denn dort ist MANN noch lange nicht so weit. Gerade eben erst wurde eine Publikation, an der ich mitgearbeitet habe und wo auf Autorinnen- und Autorenwunsch mit Gendersternchen geschrieben wurde, wieder gestoppt – jetzt muss alles rückgeändert werden, weil Gendersternchen angeblich „eine politisch unerwünschte Aussage“ sind.
    Da sind noch viele dicke Bretter zu bohren …

    Antworten

    • Vielen Dank. Ja, wir sind hier mitten in einer gesellschaftlichen Debatte. In den meisten Unternehmen dürfte es sowohl Leute geben, die mit den Hufen scharren, wann sie nun endlich den Genderstern oder Genderdoppelpunkt verwenden dürfen. Und gleichzeitig gibt es Leute, die sagen: Geh mir weg mit diesem Genderzeugs. Aber ich bin guter Dinge. In den letzten beiden Jahren ist hier viel in Bewegung geraten. Der Deutschlandfunk und andere öffentlich-rechtliche Sender erlauben mittlerweile den Autor*innen, das so zu machen, wie sie es für richtig halten. Das finde ich eine gute Vorgehensweise.

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