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Richtig gendern: Wie geht das?

Richtig gendern ist einfacher als Sie denken!

Was haben sich Autor*innen in den Feuilletons die Köpfe eingeschlagen: Genderstern, Gendergap, Binnen-I, wahlweise dargestellt als „Muss“ oder „Geht gar nicht“. Poliert mit Professor*innentiteln und viel Rechthaberei. Ich habe diese Grabenkämpfe nie verstanden. Als Texterin und Autorin liegt mir schöne Sprache am Herzen. Als Frau habe ich keine Lust, in der Sprache hinter Männern versteckt zu werden. Als überzeugte Demokratin möchte ich Diversity leben und Diskriminierung reduzieren. Und als Sozialwirtin weiß ich, dass gesellschaftlicher Wandel ein steter Prozess ist und sich Sprache mit Gesellschaft verändert.

Seit Jahrzehnten verfahre ich so: Wenn ich von Kund*innen keine Vorgaben bekomme, schreibe ich, wie ich es für richtig halte: gegendert und schön. Niemand möchte Texte lesen, die aussehen wie Sternenhimmel oder in denen alles doppelt steht. Ein Text im generischen Maskulinum klingt aber ebenfalls unpassend, altmodisch, verwirrend. Die Lösung ist eigentlich einfach. Immer mehr Unternehmen, Medien und Einzelpersonen bedienen sich dieser Strategien und versuchen damit, diskriminierungsarme, moderne und sprachlich schöne Texte zu produzieren. Aber der Reihe nach:

Richtig gendern ist zuerst eine Frage des Mindsets

Richtig gendern ist nicht schwer, wenn der erste Schritt getan ist:

  • 50 Prozent ist Mindset – Wer verstanden hat, was das Ganze soll und warum es bedeutsam ist, dem fällt die zweite Hälfte relativ leicht.
  • 20 Prozent sind Techniken – Die deutsche Sprache bietet vielfältige Techniken, wie Sie ganz ohne Sterne oder Doppelungen gendersensibel formulieren können. Ab und zu ein Stern oder eine Doppelnennung sind ok, nur wenn es zu viele sind, wird es nervig.
  • 30 Prozent sind Übung – Und klar. Wir haben Gewohnheiten. Deswegen müssen wir üben, um neue Gewohnheiten zu trainieren und zu etablieren.
Ich möchte richtig gendern lernen

Sprachwandel ist ein Changethema und gendern ist ein Teil davon

Sprache wandelt und verändert sich mit den Gesellschaften. Deshalb gibt es laufend Anpassungsbedarf. 1980 gab es weder Smartphones noch Video-Konferenzen. Dafür war der Walkman gerade erfunden, ein Gerät, mit dem man Tonbandkassetten unterwegs abspielen konnte. Das war der Hit und wurde in den 80ern der stete Begleiter vor allem junger Menschen.

Auch das Sprachgefühl dessen, was anständig oder angemessen ist, ändert sich. Und die Sprache ändert sich mit uns. Formulierungen, die vor 40 Jahren noch komisch klangen, klingen heute normal und umgekehrt: Was vor 40 Jahren normal klang, klingt heute seltsam.

Zum Beispiel sind Fräulein im Deutschen ebenso wie Misses im Englischen fast aus der Sprache verschwunden. Männer nennen wir schließlich auch nicht Männlein, wenn sie unverheiratet sind. Außerdem ist heiraten längst kein Standard mehr für viele Männer und Frauen und eine private Entscheidung.

Emojis wandeln sich ebenfalls: Seit Anfang 2020 gibt es eine ganze Reihe gendersensibler Emojis, etwa Männer mit Baby auf dem Arm oder im Brautkleid. Außerdem gibt es viele Pärchen unterschiedlicher Hautfarbenkombinationen. Diversity rocks. Im Text und im Bild.

Ich habe aus meinen Gender-Techniken ein lernbares Konzept entwickelt, das ich Ihnen gerne vermittle.

Richtig gendern als Online-Videokurs

Auf Linkedin Learning finden Sie meinen Videokurs zum Thema „Gendern in der Unternehmenspraxis“. In etwas mehr als einer Stunde zeige ich Ihnen in 19 Lektionen, wie Sie pragmatisch und schön alle Gender ansprechen können, ohne sich zu verbiegen: modern, wertschätzend und sprachlich schön.

Techniken für das Gendern aus dem Kurs „Einfach gendern: gendersensible Sprache in der Unternehmenspraxis“ von Sigi Lieb

Richtig gendern als Livetraining für Ihr Unternehmen oder Ihre Organisation – online und offline

Gerne erarbeite ich mit Ihrem Team gendersensible Lösungen für genau Ihre Stakeholder und Sprachanforderungen. Ihre Mitarbeitenden lernen, wozu gendern sinnvoll und wichtig ist, was es Ihrem Unternehmen bringt und wie es geht. Parallel erarbeiten wir Sprachbausteine, die für Ihre Unternehmenstexte wichtig sind.

Genderlösungen mit unserem Team erarbeiten

Richtig gendern als Impuls für Ihre Veranstaltungen – online und offline

Gerne setze ich Impulse als Rednerin oder Sessiongeberin auf Ihren Tagungen, Kongressen und Unternehmensveranstaltungen. Ich kann kleine Inputs und Gedankenanstöße geben oder ganze Module mit Übungen einbauen. Ich kann allgemein zum Thema Gender und gendern reden oder die Genderfrage auf Ihre Branche und Zielgruppe beziehen.

Impuls für unsere Veranstaltung setzen

Richtig gendern als Tagesseminar – online und offline

Meine Expertise zum Thema Gendern gebe ich in offenen Seminaren weiter, bei denen sich wahlweise bestimmte Personengruppen (zum Beispiel Mitglieder) oder auch alle frei anmelden können.

Gendern und die Algorithmen

Wir leben in einer digitalen Welt, in der wir viel an Maschinen abgegeben haben, die für uns arbeiten. Wir nennen das Künstliche Intelligenz oder KI oder AI. Wir nennen sie so, weil diese Maschinen nicht nur wahnsinnig schnell rechnen können, ohne zu ermüden, sondern weil sie aus ihren Daten Rückschlüsse ziehen und „Entscheidungen“ treffen. Zum Beispiel, was sie uns bei Google anzeigen und was nicht.

Diese KI wird nun von zwei Seiten beeinflusst:

  1. Die eine ist die Programmierung. Google und andere Firmen im Silicion Valley arbeiten daran, den Algorithmen die Diskriminierungstentenzen auszutreiben. Aber das können sie nicht alleine. Sie brauchen unsere Hilfe.
  2. Die andere Seite sind wir. Wir schreiben das Internet voll mit Content und mit Suchanfragen und verändern damit die Datensätze, mit denen Algorithmen „lernen“ bzw. aus denen sie kategorisieren, verallgemeinern, schlussfolgern. Das heißt: Je diskriminierungsärmer unsere Sprache ist, umso besser „lernen“ die Algorithmen. Wir sollten also möglichst häufig weibliche Bezeichnungen verwenden oder genderneutrale Formulierungen. Denn so lernen die Algorithmen, alle Geschlechterbezeichnungen als bedeutsam zu beachten. Wir entscheiden mit, ob Algorithmen zu rassistischen Frauenfeinden mutieren oder ob wir ihnen Anstand und Wertschätzung aller Menschen beibringen.

Blogartikel mit Gender-Fokus

Lesen Sie, was ich in meinem Blog über das Thema Gender und gendern geschrieben habe:

Gendern international

In diesem Artikel blicke ich über den deutschen Sprachrand: Gendern: Wie machen das andere Sprachen?

In diesem Artikel spüre ich der Frage nach, wie wir mit Begriffen umgehen, die eine Geschlechtszuweisung im Wort haben: Richtig gendern: Wie heißt eine männliche Kinderfrau?

Hier finden Sie einen Artikel, der das Thema Gendern in den größeren Zusammenhang von Sprachwandel einbettet. Er ist ein Stimmungsbild, das Ergebnis einer kleinen Umfrage: Sprachwandel: Widerstand und Wirklichkeit – von Anglizismen, Gendern, Grammatik und mehr

Das sagen andere: 

Vielen Dank für den Kurs, den Sie mit LinkedIn umgesetzt haben. Die Inhalte und Ihre Präsentation gefallen mir sehr gut. Ich habe kritische Geschlechter- und Sozialforschung studiert. Durch Ihr gelungene Vermittlung tragen Sie einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Verbreitung im Businesscontext bei. Sie argumentieren sachlich und nachvollziebar und dennoch benennen Sie die politische Diskursivität. Wie gesagt, der Kurs hat mir sehr gut gefallen.

Tolle Inhalte perfekt aufbereitet! Vielen Dank für diesen umfassenden und aufschlussreichen Überblick über den Stand des sprachlichen Genderns.

Sigis Linkedin-Learning-Kurs vermittelt das Thema Sprach-Splitting, das ich bisher immer als sperrig und gezwungen erlebt habe, auf äußerst ansprechende, lockere und unmittelbar praktisch anwendbare Art. Ihr Kurs erhöht die Sprachsensibilität und hat mir geholfen, ein besserer Kommunikator zu werden.

Bilder: Sigi Lieb