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Personal Branding: Ich bin ich. Alle Anderen gibt es schon

Personal Branding - Die Marke ich

Ich hatte schon angefangen, meinen Beitrag zum Personal Branding für die Blogparade von Dr. Kerstin Hoffmann zu schreiben. Dann kamen Corona und ein Riesendurcheinander. Daher beginne ich mit einem kurzen Recap und erzähle dann, wie der Stand meines Personal Brandings heute ist.

Januar 2020: Mein Personal Branding zeigt Erfolg

Im Jahr 2019 hatte ich angefangen, meine Social-Media-Kanäle strategischer zu betrachten und für mein berufliches Personal Branding zu nutzen. In diesem Zusammenhang wurde Linkedin mein wichtigster Social-Media-Kanal und ein wunderbarer Ort zum Netzwerken. Außerdem hatte ich an meiner Website geschraubt. Ich arbeitete daran, meine Themen Gender und Resilienz nach vorne zu bringen. Und meine Bemühungen begannen zu fruchten. Immer mehr Anfragen trudelten ein, sowohl zum Thema Gender und gendern als auch zu Resilienz. Im Herbst 2019 hatte ich zwei Piloten für mein Resilienz-Wochenende durchgeführt und für Anfang Juni war das erste offizielle Resilienz-Wochenende in meinen Räumen geplant. Für April war eine Auszeit vorgesehen und für Mai und Juni sah die Auftragslage gut aus. Außerdem waren unterschiedlichste Netzwerk- und Vortragsaktivitäten angedacht.

März 2020: Und dann kam Corona

Dann kam der 13. März und mit ihm eine Vollbremsung, inklusive dem, was passiert, wenn man aus voller Fahrt bremst. Alles, was nicht angeschnallt ist, fliegt durcheinander. Ich hörte von anderen Leuten, dass sie plötzlich mehr Zeit hätten. Ich nicht. Zwar waren viele Aufträge plötzlich weg, aber zu tun hatte ich eher mehr als weniger. Mein Leben fühlte sich an wie ein Laubhaufen, in den gerade ein Laubbläser mit voller Wucht geblasen hatte. Alle Blätter wirbelten durcheinander, privat und beruflich. Und ich hatte alle Hände voll zu tun, die herumfliegenden Blätter wieder einzufangen und zu ordnen.

Juni 2020: Langsam geht es wieder voran

Im Juni scheint sich die Lage etwas zu entspannen. Es kommen neue Anfragen und für abgesagte Aufträge werden neue Termine für Online- und Remote-Trainings gesucht. Überstanden ist Corona noch nicht. Aber es ist, wie es ist. Ich kann letztlich nur nach vorne blicken.

Was ist das Ziel meines Personal Brandings?

Im Grunde will ich natürlich verkaufen. Aber nicht alles und nicht an jeden. Deswegen vertraue ich darauf, dass ich mit einem authentischen Personal Branding genau die Projekte und die Kundinnen und Kunden anspreche, die zu mir passen. Denn mal ehrlich: Am schönsten ist die Arbeit, wenn sie sich nicht wie Arbeit anfühlt. Und am befriedigendsten ist die Arbeit, wenn sie dazu beiträgt, dass hinterher etwas besser ist als vorher.

Ziel meines Personal Brandings ist es also, dass ich für die Dienstleistungen und Themen angefragt werde, die ich besonders gut kann und die mir Spaß machen. Und zwar von Kundinnen und Kunden, die meine Arbeitshaltung wertschätzen bzw. teilen.

Ich möchte gerne eine Mischung aus meinen Themen- und Tätigkeitsfeldern, also aus Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikationsstrategie und Sprachwandel. Ich möchte Trainings und Coachings zu Resilienz, Gender, Sprache und Diversity durchführen. Ich möchte längere Projekte machen, etwa zur Entwicklung und Implementierung von Genderkonzepten, mehr persönlicher oder auch organisationaler Resilienz und weniger Diskriminierung. Und ich möchte Content für B2B und komplexe Sachverhalte schreiben und in Fragen der Kommunikationsstrategie beraten.

Letztlich haben all diese Themen mit Kommunikation und ihrer Qualität zu tun, wie die Finger an einer Hand, die zwar getrennt aussehen, aber alle aus einer Handfläche wachsen und gemeinsam jeweils eine Hand bilden.

Personal Branding - Haende

Wie mich meine Positionierung herausfordert

Meine größte Herausforderung ist, diese verschiedenen Bereiche von Kommunikation so unter einem Dach zu vereinen, dass ich eine kurze und verständliche Antwort auf die Frage habe. „Was machst du eigentlich beruflich?“

Was für mich mit meinem Fachwissen über Kommunikation, Psychologie und Sprache logisch zusammenhängt, klingt in der Welt da draußen häufig nach: Du bist aber breit aufgestellt.

Letztlich fasziniert mich der Zusammenhang von Wahrnehmung, Wirklichkeitskonstruktion und der Kommunikation, die sich daraus entwickelt. Anders ausgedrückt: das Zusammenspiel von Mindset, Sprache und Kommunikation und was man damit bewirken kann bzw. was nötig ist, um in unserer globalen, digitalen und verrückten VUCA-Welt gesund und erfolgreich zu sein.

Dieses Wissen setze ich an verschiedenen Stellen ein, um Kommunikation zu verbessern: in der strategischen Variante, als Content, in Trainings und der Persönlichkeitsentwicklung. Die Herausforderung aber bleibt, drei Bereiche unter einen Hut zu bekommen:

  • Resilienz und Mindset: Resilienztraining, Diversity und Interkulturelles Training sowie andere Angebote zur Entwicklung und Stärkung von Menschen und Organisationen
  • Unternehmenskommunikation für B2B und komplexe Produkte/Dienstleistungen: Hier vor allem strategische Beratung und Content.
  • Reputation und Image durch Sprache: Gender, Diversity, Rechtschreibung, Framing

Ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen, die über ihre eigene Resilienz reflektieren und sie trainieren, die ihre eigenen Unconscious Biases hinterfragen und die gelernt haben, Grenzen zu wahren, zu setzen oder zu öffnen bessere Kommunikator*innen sind, ob als Führungskräfte oder im Team.

Ebenso bin ich überzeugt, dass wir alle – egal ob Individuum oder Unternehmen bzw. Organisation – eine positive Fehlerkultur brauchen, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern.

Ich glaube daran, dass Menschen, die eine hohe Kompetenz in Sachen Sprache und Verständnis für Sprachwandel mitbringen, schlicht mehr Möglichkeiten haben, sich so auszudrücken, dass sie die Reaktionen bekommen, die sie möchten. Auch das macht zufriedener.

Das betrifft sowohl die Kommunikation nach außen, die im Team und letztlich auch die mit sich selbst.

Wenn dies alles eingebettet ist in eine Strategie, die auf einer guten Analyse beruht, wenn die Inhalte der Zielgruppe helfen und nützen, dann sind das die besten Voraussetzungen für gelingende und gute Kommunikation.

Wer bin ich? Die Suche nach dem Markenkern

Was ist der Markenkern meines Personal Brandings? Klar, ich habe meine Dienstleistungen unter dem Dach „Kommunikation verbessern“. Aber was macht mich aus?

Ein Blick auf meinen Lebenslauf zeigt: Mein Gehirn scheint immer wieder neues Futter zu brauchen. Im Laufe der Jahre habe ich auf diese Weise immer neue Qualifikationen gesammelt: Diplom-Sozialwirtin, gelernte Radio- und TV-Journalistin, Fernstudium als PR-Beraterin, Zertifizierung als DaZ-Lehrkraft und zuletzt Bachelor Lehramt für Erwachsenenbildung. Dazwischen zahlreiche kleine Fortbildungen.

Kommunikation fasziniert mich – auf der psychischen Ebene ebenso wie auf der strategischen, auf der sprachlichen, der sozialen und der biologisch-neuronalen Ebene. Kommunikation ist meine Leidenschaft. Im Laufe der Jahre habe ich mir viel Kommunikationswissen aus all diesen Bereichen erarbeitet, verknüpfe es und entwickle daraus eigene Lern- und Trainingskonzepte.

Ich bin neugierig. Ob es fremde Länder sind oder das Leben von Menschen, denen ich privat nie begegnen würde. Ob es Produkt- und Dienstleistungen sind, die außerhalb der gängigen Supermarktregale liegen oder ob es um Change geht und darum, Neues zu denken und zu wagen. Ich begegne der Welt mit Offenheit, Neugierde und Entdeckerlust.

Ich habe nie aufgehört, nach dem Warum zu fragen. Das ist Teil der Neugierde, bekommt aber einen eigenen Punkt. Denn nur weil etwas neu ist, ist es nicht automatisch gut oder schlecht. Erst die Frage nach dem Warum liefert die Erklärung, Einordnung, den Sinn und erst dann kann eine Bewertung stattfinden. Durch dieses tiefe Nachfragen werden neue Zusammenhänge erkennbar und aus diesen lassen sich innovative Lösungen entwickeln.

Ich gestalte für mein Leben gern. Schon als Kind schuf ich Welten aus Lego, Bauklötzen, Eisenbahn und Gummitieren. Ich schnitzte, baute Dampfboote oder auch Möbel für Barbie. Etwas Anderes wusste ich mit Puppen nicht anzufangen. Heute entwickle ich begeistert Konzepte, konstruiere Lösungen. Ich liebe es, nach vorne zu denken.

Ich mag Menschen. Ich arbeite gerne mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen und ich freue mich, wenn ich etwas dazu beitragen kann, dass Menschen sich entwickeln können. Ich entdecke gerne, wie andere die Wirklichkeit sehen und kann mich gut in unterschiedlichste Perspektiven hineindenken.

Ich bin ausgesprochen zuverlässig, strukturiert und eher der direkte Typ. Klarheit, Transparenz und Zuverlässigkeit in der Zusammenarbeit möchte ich auch von meinem Gegenüber, weil das für mich der fruchtbarste Boden für erfolgreiche Kooperation ist.

Privat habe ich zwei Leidenschaften: Ich fotografiere gerne. Dabei liebe ich es, die Welt aus besonderen Perspektiven abzulichten. Und ich gehe gerne und oft wandern. Die Bewegung in der Natur mit dem Tempo der Seele, empfinde ich als entspannend, wohltuend und energiespendend.

Ich betrachte mein Leben als einen Lernweg.

Was mir beim Personal Branding leicht fällt

Sagen wir es anders herum: Ich bin eine grottenschlechte Schauspielerin. Anderen etwas vorzumachen, was ich nicht bin, strengt mich wahnsinnig an. Daher habe ich mich früh entschieden, möglichst nah bei mir zu sein.

Und weil ich mich dafür entschieden habe, ich zu sein, kein Me-too oder eine andere Anpassung an vermuteten Mainstream oder geglaubte Erwartungen, bin ich quasi immer authentisch. Das fällt mir leicht. Ich bin ich. Alle anderen gibt es schon.

Lange habe ich gebraucht, genau mein Themenspektrum zu finden, herauszufinden, was ich besonders gut kann, wofür ich brenne und wie ich arbeiten will. Seit ich das weiß, fällt es mir leicht, Angebote abzulehnen, die ich als unpassend empfinde. Wer weiß, was er kann, weiß auch, was andere besser können.

Andere sagen von mir vermutlich, ich sei extrovertiert und wahrscheinlich haben sie recht. Jedenfalls fällt es mir relativ leicht, andere Menschen anzusprechen und mit ihnen in Kontakt zu kommen. Entsprechend profitiere ich vom Netzwerken online wie offline. Ich teile gerne, bin neugierig und interessiere mich für andere.

Weil Texte schreiben ein Teil meines Berufes ist, fällt mir das Schreiben leicht. Wobei dieser Blogbeitrag dann wieder schwer ist, weil ich mir so viele Gedanken über mich machen muss. Und wir alle sitzen halt zu nah an uns selbst.

Die Personal Brand ist das, was andere über mich denken

Bis zu einem gewissen Grad kann ich natürlich messen, ob ich bei Google zu den Themen gefunden werde, für die ich das möchte. Ich kann anhand der Anfragen ablesen, ob mein Personal Branding in die richtige Richtung geht. Aber am Ende kann ich nicht entscheiden, welche Gedanken und Gefühle andere mit mir und meiner Personal Brand verbinden.

Was ich an Erinnerungsfetzen in den letzten Monaten über meine „Personal Brand“ gehört habe: Die mit dem Grün auf der Website, die mit dem Händebild, die macht was mit Sprache und Kommunikation, die mit dem Genderkurs, mit Rechtschreibung, die macht Resilienztrainings. – Nun, das geht doch alles in die richtige Richtung.

Ich bekomme recht gute Feedbacks, was die Qualität meiner Arbeit angeht. Wer es genauer wissen will, findet auf meiner Website zahlreiche Testimonials. Und was hinter vorgehaltener Hand über mich geredet wird, das bleibt Interpretation und Glaskugel.

Ich freue mich riesig über ehrliche Feedbacks. Nicht nur über Lobhudelei. Die ist natürlich auch schön, streichelt meine Seele. Das Belohnungszentrum setzt Glückshormone frei, wenn meine Anstrengung auf Gegenliebe stößt. Logisch. Besonders wertvoll aber wird Feedback, wenn es auch die Aspekte einbezieht, die ich verbessern kann. Das wertschätze ich sehr.

Mein Kommunikationsmix auf Social-Media-Plattformen

Ich muss gestehen: Bis Anfang 2019 waren meine Social-Media-Aktivitäten eher der Prokrastination geschuldet als einer Strategie, die diesen Namen verdient hätte. Auch heute ist hier noch viel Luft, aber ich bin auf einem guten Weg.

Anfang 2019 jedenfalls fragte ich mich: Wie nutze ich bisher Social-Media-Plattformen und soll das so? Unter die Lupe kamen auch meine Website und mein Blog. Und das Ergebnis?

  • Facebook: Business-Website gelöscht, privater Account noch aktiv, aber nur noch selten anwesend
  • Instagram: War ich nie, bin ich nicht
  • Pinterest: Wollte ich mir 2020 ansehen, aber da kam Corona dazwischen
  • Twitter: Schlafender Account war und ist vorhanden
  • Xing: Ich habe 2019 das Profil aktualisiert, aber da man bei Xing wenig tun kann, mache ich dort auch wenig. Für Kontaktaufnahmen oder Netzwerkpflege bin ich dort erreichbar, aber wenig aktiv. Profil könnte ich mal wieder aktualisieren.
  • Linkedin: Das war Anfang 2019 ein schlafender Account mit einigen wenigen Kontakten. Und seither haben sich auf Linkedin meine Aktivitäten, mein Netzwerk und meine Sichtbarkeit massiv erweitert. Linkedin ist eindeutig die Business-Plattform meiner Wahl. Fazit zu Linkedin: Die Plattform bietet sehr gute Voraussetzungen für Personal Branding sowie den Aufbau und die Pflege beruflicher Netzwerke. Hier bin ich auf Linkedin zu finden..

Zu den Social-Media-Plattformen kommen meine Website und mein Blog. Auch die habe ich 2019 unter die Lupe genommen und kräftig daran gearbeitet. Immer mit dem Fokus meine Personal Brand zu entwickeln und für die Welt da draußen verstehbar zu machen. Inzwischen habe ich auch einen Newsletter, der interessierten Leuten meine Blogbeiträge direkt ins E-Mail-Postfach liefert.

Die letzten Corona-Wochen nutzte ich, um weiter an der Website zu arbeiten und zu entwickeln. Ich habe Themenseiten für Resilienz, Diversity, Gender und Rechtschreibung im Kontext von Reputation erstellt sowie einen Selbsttest zu Orthografie und Zeichensetzung entwickelt. Meine Website ist als agiles Projekt organisiert. Ich habe damit leben gelernt, dass ich eigentlich immer etwas daran zu tun habe.

Danke oder: You never walk alone

An der Stelle möchte ich all denen danken, die mir geholfen haben, wann immer CSS, HTML und andere Techie-Details für mich aussahen wie chinesische Speisekarten, allen voran Kerstin Dämon, Katja Flinzner und Patrich Pachner. Danke auch an Kerstin Hoffmann, die mir mit ihrer Blogparade den Impuls gab und die Herausforderung, mir Gedanken über mich und mein Branding zu machen.

Unter den Tisch gefallen sind in den letzten Monaten leider meine Blogbeiträge. Die Liste der Themen und Ideen ist lang. Und alte Blogbeiträg harren der Aktualisierung. Insofern bleibt die To-Do-Liste lang und meine Website ein agiles Projekt. Aber ist nicht unser ganzes Leben ein agiles Projekt, das sich jeden Tag aus geplanten Aktivitäten und ungeplanten Überraschungen gestaltet?

Update: Die Fremdsicht – Hashtags über mich

Update vom 4. Juli 2020: Ich habe den Blogartikel am 1. Juli auf Linkedin gepostet und mein Netzwerk gebeten, in drei Hashtags die jeweilige Sicht auf mich zu kommentieren. Das Ergebnis habe ich heute ausgewertet. Gleiche Begriffe oder solche, die auf das Gleiche verweisen, habe ich gruppiert.Hashtags über SigiDanke an alle für das Mitmachen.

Bildnachweise: Titel Collage von Sigi Lieb, Händebild: greyerbaby, pixabay

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Da Du Dich (wie ich auch) über Feedback freust, will ich nach der Lektüre Deines Beitrags nicht einfach kommentarlos wieder verschwinden.

    Dankeschön für die gleichermaßen interessanten wie ehrlichen Einblicke, und für die spannenden Ansichten. Ich gebe zu, dass ich ‚Unconscious Biases‘ erst googeln musste, um den kompletten Absatz richtig zu versehen. – Wieder was gelernt. Danke auch dafür!

    Schöne Grüße,
    Eddy

    Antworten

    • Vielen Dank Eddy. Ich mag den Begriff unbewusste Vorurteile auch lieber, aber in der Business- und Fachwelt hat sich der Begriff Unconscious Bias durchgesetzt. Vielleicht weil Bias in deutschen Ohren weniger bedrohlich klingt als Vorurteil.

      Antworten

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